Streit um Freistellungen
Älter als 7 Tage   EXKLUSIV 

Piloten reichen Klage gegen Lufthansa ein

Lufthansa-Cockpit
Lufthansa-Cockpit, © Lufthansa

Verwandte Themen

FRANKFURT - Lufthansa cancelt nach einem Cockpitstreik bezahlte Freistellungen von Piloten. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit wirft dem Konzern den "schärfsten Angriff seit Kündigung der PPV" vor - und klagt. Nach Informationen von aero.de ist inzwischen ein Verfahren beim Arbeitsgericht Köln anhängig.

Der zweitägige Pilotenstreik bei Lufthansa im März 2026 hatte ein Nachspiel: Lufthansa ist aus einer Vereinbarung mit der Vereinigung Cockpit (VC) über Freistellungen von Piloten für Gewerkschaftsarbeit und ehrenamtliche Tätigkeiten ausgestiegen.

Cockpit will das nicht hinnehmen. Zur "Kündigung der Freistellungsvereinbarung" hat die Gewerkschaft inzwischen beim Arbeitsgericht Köln eine Klage gegen Lufthansa eingereicht, bestätigte eine VC-Sprecherin am Freitag entsprechende Informationen von aero.de. "Über die Angelegenheit soll direkt im Hauptsacheverfahren entschieden werden."

Für Lufthansa-Piloten steht viel auf dem Spiel. Über die bisherige Regelung konnte die VC jährliche Freistellungskontingente - etwa für Gremienarbeit oder Konferenzteilnahmen - zu einem Pauschalpreis von Lufthansa buchen. Freigestellte Piloten erhielten die Stunden von Lufthansa gutgeschrieben.

Durch nicht stornierte Freistellungen an Streiktagen hätten mehrere Piloten die sonst zu erwartenden "Gehaltsabzüge umgangen", begründete Lufthansa den Ausstieg aus der Regelung. Lufthansa fiel eine "verbreitete" Inanspruchnahme der Freistellungsvereinbarung im Streik auf.

In einem internen Rundschreiben hatte Cockpit die Lufthansa-Reaktion als "schärfsten Angriff seit Kündigung der PPV" bezeichnet. Man halte die Maßnahme "weiterhin für ungerechtfertigung und rechtlich nicht haltbar", sagte die Sprecherin am Freitag aero.de..

Die Regelung war bei Inkraftreten 2018 mit einer verhältnismäßig langen Laufzeit bis Ende 2029 unterlegt - und wurde laut Cockpit auch über den Tarifabschluss von 2017 finanziert. Nun will Lufthansa Piloten nur noch unvergütet freistellen.

Viele Flugausfälle bei Streik

Der Streik um höhere Lufthansa-Einzahlungen in die betriebliche Altervorsorge hatte Lufthansa im März laut Cockpit mehr als 1.000 Flüge gekostet - nach Gewerkschaftsangaben fielen am ersten Streiktag 80 Prozent angesetzten Starts aus, rund 600 Flüge. Am zweiten Streiktag seien 550 Verbindungen entfallen.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 26.06.2026 15:03


Kommentare (0) Zur Startseite

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.

Stellenmarkt

Schlagzeilen

aero.uk

aero.ukWe spread our wings to the UK. Visit aero.uk for British aviation news from our editors.

schiene.de

Meistgelesene Artikel

Community

Thema: Pilotenausbildung

FLUGREVUE 07/2026

Shop

Es gibt neue
Nachrichten bei aero.de

Startseite neu laden