Airline kippt Regelung
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Lufthansa ärgert sich über Cockpit-Freistellungen an Streiktagen

Lufthansa-Cockpit
Lufthansa-Cockpit, © Lufthansa

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FRANKFURT - Lufthansa cancelt bezahlte Freistellungen von Piloten. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit wirft dem Konzern den "schärfsten Angriff seit Kündigung der PPV" vor. Lufthansa sieht die Sache anders - und ärgert sich über nicht abgesagte Freistellungen an Streiktagen.

Ein zweitägiger Pilotenstreik bei Lufthansa im März hat ein Nachspiel: Lufthansa hat eine Vereinbarung mit der Vereinigung Cockpit (VC) über Freistellungen von Piloten für Gewerkschaftsarbeit und ehrenamtliche Tätigkeit gerade fristlos gekündigt.

Das geht aus einem internen Memo hervor, unterschrieben von Lufthansa Airlines Personalchefin Astrid Neben. Das Memo liegt aero.de vor.

Über die bisherige Regelung konnte die VC jährliche Freistellungskontingente zu einem Festpreis von Lufthansa buchen. Freigestellte Piloten erhielten von Lufthansa eine Stundengutschrift - das Unternehmen zahlte Gehalt und Leistungen wie bei normaler Tätigkeit der Freigestellten weiter und erhielt von der VC die Pauschale.

"Leider mussten wir feststellen, dass solche Freistellungen auch an Streiktagen in Anspruch genommen wurden, und zwar verbreitet", begründet Lufthansa den Rückzug aus der Regelung. Durch Freistellungen hätten mehrere Piloten an den Streiktagen die sonst zu erwartenden "Gehaltsabzüge umgangen".

In einer ersten Reaktion, die aero.de ebenfalls vorliegt, weist Cockpit die Vorwürfe vehement zurück - und kündigt "umgehend" rechtliche Schritte gegen die Kündigung an. Die Gewerkschaft wirft Lufthansa einen Versuch vor, die Handlungsfähigkeit der VC einzuschränken. "Seit der Kündigung der PPV ist dies der schärfste Angriff des Arbeitgebers", heißt es in dem Rundschreiben.

Flugdienstfreistellungen werden in der Regel sechs bis acht Wochen im Voraus angefragt und genehmigt. Zu diesem Zeitpunkt sei ein Streik nicht absehbar gewesen, heißt es aus dem Gewerkschaftsumfeld. Aus Lufthansa-Sicht hätte Cockpit Freistellungen, die sich mit Streiktagen überschnitten, "spätestens mit Streikankündigung" stornieren müssen.

Das Prinzip Pauschale gegen Stundengutschrift bildete über Jahre die Rechtsgrundlage für Flugdienstfreistellungen über die reine Personalvertretung hinaus - etwa für Teilnahmen von Lufthansa-Piloten an Flight-Safety-Arbeitsgruppen, der Pflege internationaler Beziehungen oder schlicht Gremientätigkeit.

Lufthansa will Piloten nun zwar weiter für "ehrenamtliche Gewerkschaftsaufgaben" freistellen, "jedoch nicht durch das Unternehmen bezahlt". Cockpit wiederum hält einen Direktausgleich an freigestellte Piloten aus Gewerkschaftsmitteln bereits aus "sozialversicherungsrechtlichen Gründen" für nicht darstellbar.

Herbe Flugausfälle durch Pilotenstreik

Der Streik um höhere Lufthansa-Einzahlungen in die betriebliche Altervorsorge hatte Lufthansa im März laut Cockpit mehr als 1.000 Flüge gekostet - nach Gewerkschaftsangaben fielen am ersten Streiktag 80 Prozent angesetzten Starts aus, rund 600 Flüge. Am zweiten Streiktag seien 550 Verbindungen entfallen.

Derzeit laufen Gespräche zwischen Verhandlungsteams über einen Lufthansa-Vorstoß zu einem "Gesamtpaket Versorgung".
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 27.03.2026 11:51

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Beitrag vom 01.04.2026 - 18:39 Uhr
Ihre Meinung würde ich mal so stehen lassen und kann da teilweise auch mitgehen.
Na das ist doch mal was ;-)
Gegen Störungen von außen gewappnet zu sein ist eine Sache. Wenn Ihnen allerdings die Geschäftsgrundlage entzogen wird, wie während der Vogelgrippe, oder eben während Corona, wage ich mal zu bezweifeln, dass man sich darauf vorbereiten kann.
Wohl eher nicht. Dennoch, wenn am Ende abgerechnet wird, stehen manche Wettbewerber bsser da als andere. Da ist dann wieder die Analyse wichtig, welche Maßnahmen von außen haben denen besser geholfen als einem selbst, welche Strukturen haben besser funktioniert als die eigenen usw. >

Na welche nicht protektionierten Airlines, die keine Mitarbeiter entlassen haben, standen denn nach Corona ohne Staatsilfen besser da und hätten die Kriese durch bessere Struktuen etc. überlebt?
Meinen Sie eine, auf die all diese Kriterien zutreffen?? Gibt es die überhaupt?
Da helfen auch keine Kürzungen bei Personalkosten, bessere Organisation, oder sonst was.

Was denn sonst? Oben führen Sie genau das als Grund auf "veraltete Organisations- und Kostenstrukturen der Lufthansa". Da ist alles aufgezählt, aber nix hilft?

S.o. . Bei einer Krise wie SARS, Corona etc. reicht das nicht, wie die Erfahrung überall gezeigt hat.
Sicher nicht. Was ist das Learning daraus? Vielleicht, dass die aktuellen Strukturen das nicht abdecken? Würde ja massiv auf ein Aufbrechen der alten Strukturen sprechen, oder. Da geht nur keiner mit. In der Taktung, in der aktuell die Krisen um die Welt flattern, sollte man damit nicht zu lange warten.
Und bei jedem Stress von außen, der ja jetzt dauerhaft ist gleich wieder dieselbe Idee der Personalkostenkürzungen als Beitrag zum Gesamtpaket zu haben, ist auch einfältig. Wie gesagt, das hört man bei LH seit 30 Jahren.
Das ist das, was man hören will. Man sieht immer nur sich selbst, das was insgesamt passiert blendet man aus. Gebührenspirale - LH ist dann auch nur so ein Lobbyverein, Kostenspirale Flughäfen - LH legt sich mit den Airports an und schichtet um, Group Strategie - schafft größere Hebel im Einkauf und der Politik usw. Man schafft neue Einnahmequellen über mehr Ancillaries (bekommt aber auch dafür wieder auf die Fresse), hat mit den höchsten Yield in Europa, hohe Auslastung und trotzdem reicht es nicht. Um das in die Spur zu bekommen gehört Personaleffizienz auch dazu.>

Na klar hilft es dem Yield, wenn man Personalkosten kürzen kann und man kommt dem Versprechen an den Aktionär und Eigentümer näher, Ihm die versprochenen 8-10% Rendite zu liefern. Kein Zweifel. Mir geht es da um schlicht um zwei Aspekte. Erstens werden die Personalkosten nicht ausschlaggebend für das immer wieder plakatierte Gespenst des Untergangs
Sag ich ja, mein Anteil ist sooo klein... Danke für das Beispiel ;-)
der LH und zweitens lese ich immer nur von Einsparungen hier,
Ein paar Dinge Kürzungen dort aber rein nichts vom Produkt und dem Kunden, den es zahlungswillig in die Flieger zu saugen gilt. Das ist seit Jahren mein Reden. Wie gelingt es den Kunden davon zu überzeugen mit LH fliegen zu müssen. Gähnende Leere.
Och nee, da gibt es aber eine ganze Menge was da gerade passiert. Muss man aber schon absichtlich wegschauen um das nicht zu sehen. Außerdem ist der RASK und der SLF nicht das Problem, im Gegenteil. Die Kosten sind das Problem.
Ach ja, Allegris. Ein weiteres Durchschnittsprodukt mit enormer Komplexität, dass sich in nichts von den Mitbewerbern abhebt. Schauen wir mal.
Die in regelmäßigen Abständen neu aufgelegten Kosteneinsparungsprogramme können auch mittelmäßige Managements durchsetzen. Ein Produkt aufzusetzen, das alle haben wollen und gewillt sind dafür mehr zu zahlen, gelingt nur den besseren Managern.
Echt, das ist der Tenor? Da habe ich Ihnen aber mehr zugetraut.
Beitrag vom 31.03.2026 - 19:39 Uhr
Ihre Meinung würde ich mal so stehen lassen und kann da teilweise auch mitgehen.
Na das ist doch mal was ;-)
Gegen Störungen von außen gewappnet zu sein ist eine Sache. Wenn Ihnen allerdings die Geschäftsgrundlage entzogen wird, wie während der Vogelgrippe, oder eben während Corona, wage ich mal zu bezweifeln, dass man sich darauf vorbereiten kann.
Wohl eher nicht. Dennoch, wenn am Ende abgerechnet wird, stehen manche Wettbewerber bsser da als andere. Da ist dann wieder die Analyse wichtig, welche Maßnahmen von außen haben denen besser geholfen als einem selbst, welche Strukturen haben besser funktioniert als die eigenen usw. >

Na welche nicht protektionierten Airlines, die keine Mitarbeiter entlassen haben, standen denn nach Corona ohne Staatsilfen besser da und hätten die Kriese durch bessere Struktuen etc. überlebt?

Da helfen auch keine Kürzungen bei Personalkosten, bessere Organisation, oder sonst was.

Was denn sonst? Oben führen Sie genau das als Grund auf "veraltete Organisations- und Kostenstrukturen der Lufthansa". Da ist alles aufgezählt, aber nix hilft?>

S.o. . Bei einer Krise wie SARS, Corona etc. reicht das nicht, wie die Erfahrung überall gezeigt hat.

Und bei jedem Stress von außen, der ja jetzt dauerhaft ist gleich wieder dieselbe Idee der Personalkostenkürzungen als Beitrag zum Gesamtpaket zu haben, ist auch einfältig. Wie gesagt, das hört man bei LH seit 30 Jahren.
Das ist das, was man hören will. Man sieht immer nur sich selbst, das was insgesamt passiert blendet man aus. Gebührenspirale - LH ist dann auch nur so ein Lobbyverein, Kostenspirale Flughäfen - LH legt sich mit den Airports an und schichtet um, Group Strategie - schafft größere Hebel im Einkauf und der Politik usw. Man schafft neue Einnahmequellen über mehr Ancillaries (bekommt aber auch dafür wieder auf die Fresse), hat mit den höchsten Yield in Europa, hohe Auslastung und trotzdem reicht es nicht. Um das in die Spur zu bekommen gehört Personaleffizienz auch dazu.>

Na klar hilft es dem Yield, wenn man Personalkosten kürzen kann und man kommt dem Versprechen an den Aktionär und Eigentümer näher, Ihm die versprochenen 8-10% Rendite zu liefern. Kein Zweifel. Mir geht es da um schlicht um zwei Aspekte. Erstens werden die Personalkosten nicht ausschlaggebend für das immer wieder plakatierte Gespenst des Untergangs der LH und zweitens lese ich immer nur von Einsparungen hier, Kürzungen dort aber rein nichts vom Produkt und dem Kunden, den es zahlungswillig in die Flieger zu saugen gilt. Das ist seit Jahren mein Reden. Wie gelingt es den Kunden davon zu überzeugen mit LH fliegen zu müssen. Gähnende Leere. Ach ja, Allegris. Ein weiteres Durchschnittsprodukt mit enormer Komplexität, dass sich in nichts von den Mitbewerbern abhebt. Schauen wir mal.
Die in regelmäßigen Abständen neu aufgelegten Kosteneinsparungsprogramme können auch mittelmäßige Managements durchsetzen. Ein Produkt aufzusetzen, das alle haben wollen und gewillt sind dafür mehr zu zahlen, gelingt nur den besseren Managern.
Beitrag vom 31.03.2026 - 07:11 Uhr
Ihre Meinung würde ich mal so stehen lassen und kann da teilweise auch mitgehen.
Na das ist doch mal was ;-)
Gegen Störungen von außen gewappnet zu sein ist eine Sache. Wenn Ihnen allerdings die Geschäftsgrundlage entzogen wird, wie während der Vogelgrippe, oder eben während Corona, wage ich mal zu bezweifeln, dass man sich darauf vorbereiten kann.
Wohl eher nicht. Dennoch, wenn am Ende abgerechnet wird, stehen manche Wettbewerber bsser da als andere. Da ist dann wieder die Analyse wichtig, welche Maßnahmen von außen haben denen besser geholfen als einem selbst, welche Strukturen haben besser funktioniert als die eigenen usw.
Da helfen auch keine Kürzungen bei Personalkosten, bessere Organisation, oder sonst was.
Was denn sonst? Oben führen Sie genau das als Grund auf "veraltete Organisations- und Kostenstrukturen der Lufthansa". Da ist alles aufgezählt, aber nix hilft?
Und bei jedem Stress von außen, der ja jetzt dauerhaft ist gleich wieder dieselbe Idee der Personalkostenkürzungen als Beitrag zum Gesamtpaket zu haben, ist auch einfältig. Wie gesagt, das hört man bei LH seit 30 Jahren.
Das ist das, was man hören will. Man sieht immer nur sich selbst, das was insgesamt passiert blendet man aus. Gebührenspirale - LH ist dann auch nur so ein Lobbyverein, Kostenspirale Flughäfen - LH legt sich mit den Airports an und schichtet um, Group Strategie - schafft größere Hebel im Einkauf und der Politik usw. Man schafft neue Einnahmequellen über mehr Ancillaries (bekommt aber auch dafür wieder auf die Fresse), hat mit den höchsten Yield in Europa, hohe Auslastung und trotzdem reicht es nicht. Um das in die Spur zu bekommen gehört Personaleffizienz auch dazu.

Dieser Beitrag wurde am 31.03.2026 09:19 Uhr bearbeitet.


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