FRANKFURT - Wer streikt, erhält kein Gehalt. Einige Piloten von Lufthansa müssen trotz eines zweitägigen Pilotenstreiks im März aber keine Abzüge auf dem aktuellen Gehaltszettel hinnehmen - sie waren freigestellt. Lufthansa hat die Regelung dahinter nun gekippt. Das sagt die Vereinigung Cockpit zu dem Vorgang.
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit spricht von einem "Angriff": Lufthansa hat vergangene Woche die seit 2018 geltende Regelung zur Freistellung von Piloten für ehrenamtliche Gewerkschaftstätigkeit mit Sofortwirkung gekippt.
Lufthansa wittert ein tarifrechtliches Foulspiel im jüngsten Pilotenstreik am 12. und 13. März um Betriebsrenten. Für einige Piloten fielen die Streiktage mit vorab genehmigten Freistellungen zusammen - Lufthansa musste diesen Mitarbeitern trotz des Streiks gehaltswirksame Stunden auf die Zeitkonten buchen.
Lufthansa ärgert sich über eine "verbreitete" Inanspruchnahme der Regelung während des Ausstands - und hat den Vertrag hinter der Freistellungsregelung vergangenen Mittwoch fristlos gekündigt. Nach Lufthansa-Lesart hätte die Gewerkschaft genehmigte Freistellungen für die Streiktage von sich aus stornieren müssen.
Cockpit sieht das anders. "Es liegt kein vertragswidriges Verhalten auf Seiten der VC vor", heißt es in einem internen Memo der Gewerkschaft, das aero.de vorliegt. Vielmehr sei es auch Lufthansa "jederzeit möglich gewesen, Freistellungstage in Streiktage zu wandeln". Im laufenden Tarifkonflikt ziehe Lufthansa "alle Register".
Wie viele Piloten an den Streiktagen freigestellt waren, lässt Cockpit auf Anfrage offen.
Über die Regelung bestand bisher Konsens zwischen Gewerkschaft und Unternehmen. Cockpit konnte jährlich ein Kontingent an Freistellungstagen zu einem Pauschalpreis buchen, Lufthansa bezahlte Gehälter und Sozialabgaben weiter.
Vereinbarung mit elf Jahren LaufzeitDie Regelung war bei Inkraftreten 2018 mit einer verhältnismäßig langen Laufzeit bis Ende 2029 unterlegt - und wurde laut Cockpit auch über den Tarifabschluss von 2017 finanziert.
Nun will Lufthansa Piloten nur noch unvergütet freistellen. Die Gewerkschaft strebt nach eigenen Angaben eine "saubere" rechtliche Klärung des Sachverhalts an.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 31.03.2026 06:25
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Beitrag vom 01.04.2026 - 06:57 Uhr
Dieses Märchen ist seit heute auch Geschichte, natürlich gehts ums Überleben, warum sonst prüft Lufthansa prüft Stilllegung von bis zu 40 Flugzeugen:
https://www.aerotelegraph.com/airlines/lufthansa-prueft-stilllegung-von-bis-zu-40-flugzeugen-wegen-iran-krieg/wb7crtj
Aus dem zitierten Artikel:
Insgesamt entspräche das einer Reduktion der Kapazität um etwa 2,5 Prozent,
Beitrag vom 31.03.2026 - 18:34 Uhr
Moin,
ich denke auch, dass man das wirtschaftliche/öffentliche Klima (Es ist KRISE!) gern nutzt, um "überbezahlten" und "unflexibelen" Mitarbeitern eine mitzugeben (Piloten) bzw. zu drangsalieren (Flugbegleiter).
Wenn man sich aber die Mehrheiten für Streiks anschaut bzw. auf der anderen Seite die Unternehmenspolitik ("wir werden noch profitabler", "wir wachsen nur noch außerhalb von Deutschland" etc.) anschaut, dann passt das nicht zusammen.
Bei der Lufthansa geht es alles andere als ums überleben, sie ist keine Zulieferer in der Automobilindustrie, verhält sich aber so.
Gruß,
Jochen
Dieses Märchen ist seit heute auch Geschichte, natürlich gehts ums Überleben, warum sonst prüft Lufthansa prüft Stilllegung von bis zu 40 Flugzeugen:
https://www.aerotelegraph.com/airlines/lufthansa-prueft-stilllegung-von-bis-zu-40-flugzeugen-wegen-iran-krieg/wb7crtj
Beitrag vom 31.03.2026 - 09:07 Uhr
Moin,
ich denke auch, dass man das wirtschaftliche/öffentliche Klima (Es ist KRISE!) gern nutzt, um "überbezahlten" und "unflexibelen" Mitarbeitern eine mitzugeben (Piloten) bzw. zu drangsalieren (Flugbegleiter).
Wenn man sich aber die Mehrheiten für Streiks anschaut bzw. auf der anderen Seite die Unternehmenspolitik ("wir werden noch profitabler", "wir wachsen nur noch außerhalb von Deutschland" etc.) anschaut, dann passt das nicht zusammen.
Bei der Lufthansa geht es alles andere als ums überleben, sie ist keine Zulieferer in der Automobilindustrie, verhält sich aber so.
Gruß,
Jochen
Kommentare (4) Zur Startseite
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Aus dem zitierten Artikel:
Insgesamt entspräche das einer Reduktion der Kapazität um etwa 2,5 Prozent,
ich denke auch, dass man das wirtschaftliche/öffentliche Klima (Es ist KRISE!) gern nutzt, um "überbezahlten" und "unflexibelen" Mitarbeitern eine mitzugeben (Piloten) bzw. zu drangsalieren (Flugbegleiter).
Wenn man sich aber die Mehrheiten für Streiks anschaut bzw. auf der anderen Seite die Unternehmenspolitik ("wir werden noch profitabler", "wir wachsen nur noch außerhalb von Deutschland" etc.) anschaut, dann passt das nicht zusammen.
Bei der Lufthansa geht es alles andere als ums überleben, sie ist keine Zulieferer in der Automobilindustrie, verhält sich aber so.
Gruß,
Jochen
Dieses Märchen ist seit heute auch Geschichte, natürlich gehts ums Überleben, warum sonst prüft Lufthansa prüft Stilllegung von bis zu 40 Flugzeugen:
ich denke auch, dass man das wirtschaftliche/öffentliche Klima (Es ist KRISE!) gern nutzt, um "überbezahlten" und "unflexibelen" Mitarbeitern eine mitzugeben (Piloten) bzw. zu drangsalieren (Flugbegleiter).
Wenn man sich aber die Mehrheiten für Streiks anschaut bzw. auf der anderen Seite die Unternehmenspolitik ("wir werden noch profitabler", "wir wachsen nur noch außerhalb von Deutschland" etc.) anschaut, dann passt das nicht zusammen.
Bei der Lufthansa geht es alles andere als ums überleben, sie ist keine Zulieferer in der Automobilindustrie, verhält sich aber so.
Gruß,
Jochen