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Easyjet nimmt ein Übernahmeangebot aus den USA an. Der US-Investor Castlelake will die Airline für rund 6,1 Milliarden Euro von der Börse nehmen, über Details wird noch gesprochen. Und jetzt?
Nachdem Easyjet der Übernahmeofferte von Castlelake zugestimmt habe, sei es wahrscheinlich, dass der US-Investor das Unternehmen in Flugzeugflotte, Start- und Landerechte sowie das Urlaubsgeschäft aufspalten könnte, schrieb Alex Irving vom US-Analysehaus Bernstein Research am Sonntag.
In diesem Fall würden Flugkapazitäten in Europa weiter schrumpfen - Wettbewerber wie Ryanair, Eurowings oder Jet2 könnten profitieren.
Analyst Harry Gowers von JPMorgan wies auf die noch offenen Fragen hin. Noch fehle ein verbindliches Angebot. Entscheidend sei, ob die vereinbarte Eigentümer- und Kontrollstruktur die Unternehmensgremien sowie die Wettbewerbsbehörden zufriedenstellten und ob ein Gegengebot auftauchen werde.
So könnten etwa Air France-KLM, IAG und die Lufthansa Interesse an Teilen des Easyjet-Liniennetzes an wichtigen Flughäfen haben. Mit Blick auf die hohen wettbewerbsrechtlichen Hürden hätte die Lufthansa wohl die besten Karten. Sie sei aber ähnlich wie Air France-KLM gerade mit anderen, kleineren Übernahmen beschäftigt.
Easyjet hatte den Zeitpunkt der Übernahmebestrebungen von Castlelake selbst als "extrem opportunistisch" bezeichnet - Branchenkenner werteten das als Hinweis auf mögliche Zerschlagungsabsichten des Investors. Bisher hat sich Castelake nicht zu den genauen Plänen mit Easyjet geäußert.
Die Easyjet-Gruppe verfügt über eine attraktive Flotte mit 368 Flugzeugen der Airbus-Serie A320, darunter 76 A320neo und 30 A321neo. Bis 2034 erwartet Easyjet aus Vereinbarungen mit Airbus noch 125 weitere A320neo und 162 A321neo - allein die Liefertermine für die gefragten Flugzeuge dürften einiges wert sein.
Dazu kommen attraktive Easyjet-Slots, etwa in Genf, Mailand und London. Zudem hat Easyjet in den letzten Jahren ein ertragsstarkes Veranstaltergeschäft aufgebaut.
"Put up or shut up"
Der Easyjet-Verwaltungsrat hatte zuvor vier Übernahmeangebote von Castlelake als zu gering ausgeschlagen - auch hier klangen Sorgen vor einer Zerschlagung mit: Das Unternehmen wies ausdrücklich auf starke Gewinnerwartungen für die Zukunft hin - trieb den eigenen Wert aber zeitgleich nach oben.
Eine sogenannte "Put up or shut up"-Frist für ein verbindliches Gebot hatte Easyjet vor dem erfolgreichen fünften Gebot um neun Tage auf 5. Juli, 17:00 Uhr Londoner Zeit verlängert.
© dpa, aero.de | Abb.: Easyjet | 06.07.2026 09:04







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