"Konstruktive Gespräche"
Älter als 7 Tage

Lufthansa will streikfrei durch den Sommer kommen

Lufthansa Airbus A350-900
Lufthansa Airbus A350-900, © Lufthansa

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FRANKFURT - In Tarifkonflikten mit den Lufthansa-Piloten und -Flugbegleitern rechnet Konzernchef Carsten Spohr vorerst nicht mit weiteren Streiks. Lufthansa ist nach Angaben der Konzerspitze aktuell in "konstruktive Gespräche" mit den jeweiligen Fachgewerkschaften Vereinigung Cockpit und Ufo vertieft.

150 Millionen Euro - diese Summe haben Streiks der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit und der Kabinengewerkschaft Ufo Lufthansa im zweiten Quartal "mindestens" gekostet, sagte Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr diese Woche nach Vorlage der aktuellen Vierteljahresbilanz in Frankfurt.

Durch die verbleibende Hauptreisezeit dürfte Lufthansa immerhin aber ohne neue Arbeitskämpfe kommen. "Ich erwarte für den Sommer keine Streiks", sagte Spohr unter Hinweis auf "vertrauliche aber konstruktive Gespräche", die Lufthansa gerade mit "beiden Fachgewerkschaften" führe.

In den Verhandlungen stehe die "langfristige Wettbewerbsfähigkeit unserer Kernmarke" im Fokus, sagte Spohr. "Das ist der einzige Pfad, um den aktuellen Schrumpfkurs bei der größten und immer noch wichtigsten Fluggesellschaft unserer Gruppe zu stoppen."

Bei Lufthansa schwappten zuletzt offene Tarifthemen und ein Richtungsstreit zwischen Konzern und Gewerkschaften ineinander - die Vereinigung Cockpit ließ ihre Mitglieder im April 2026 für höhere Konzerneinzahlungen in die Betriebsrente in den Ausstand treten.

Ufo stützte drei Streiktage im April auf einen offenen Manteltarifvertrag und Forderungen nach einem Sozialplan für Cityline - sieht aktuell aber Zeichen der Entspannung.

Die Gewerkschaft informierte ihre Mitglieder diese Woche nach Terminen mit Lufthansa über eine vorsichtige "Annäherung" in wesentlichen Fragen. "Zumindest so viel, dass wir es - derzeit - grundsätzlich für möglich halten, ohne weitere Eskalation zu einer Einigung kommen zu können", hieß es von Ufo.

Aus den Gesprächen zwischen Lufthansa und der Vereinigung Cockpit dringt wenig nach außen. Konzern-Personalvorstand Michael Niggemann hatte den Piloten der Kernmarken Lufthansa und Lufthansa Cargo noch im April "extremes Forderungsverhalten" vorgehalten.

Den Streikgrund "Betriebsrenten" will Lufthansa den Piloten ohnehin nicht recht abkaufen, denn das Klima ist schon länger belastet seit Lufthansa 2021 die sogenannte Perspektivvereinbarung (PPV) mit Cockpit gekündigt hatte - und die Mainline verkleinert.

Tariflich droht beiden Seiten ein Rückfall in die Vergangenheit - ohne einen neuen Abschluss wird zwischen Lufthansa und Piloten ab 1. April 2027 wieder der Konzerntarifvertrag (KTV) gelten.

"Einziger Weg nach vorne"

Lufthansa will vorher an die dicken Bretter ran: Versorgungsthemen will Lufthansa nur zusammen mit Gehältern und Dienstregeln neu verhandeln - auch wenn die Tarifverträge dahinter noch bis Ende 2026 und Ende 2027 laufen.

Nur bei steigender Produktivität, sagte Spohr, sei auch in der Kernmarke wieder Wachstum möglich. "Die jüngsten Streiks haben weder zu Gehalts- noch zu Pensionssteigerungen geführt", sagte Spohr. "Ich denke, die Gewerkschaftsführung (der Piloten, Red.) hat verstanden, dass der einzige Weg nach vorne Gespräche und letztlich Verhandlungen sind."
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 08.08.2026 06:17

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Beitrag vom 09.08.2026 - 12:41 Uhr
Da hat sich Spohr schon mehrfach verschätzt. Aus GW Sichz hören sich die Gespräche in der Einschätzung auch etwas anders an. Vor allem der letzte Satz ist das übliche Spohr Sprech.

"Ich denke, die Gewerkschaftsführung (der Piloten, Red.) hat verstanden, dass der einzige Weg nach vorne Gespräche und letztlich Verhandlungen sind."

Leider versteht er darunter nicht Verhandlungen, sondern einen Status Quo schaffen, der gefälligst abgenickt zu werden hat. Also alles wie immer. Von Verhandlungen im Sinne von Lösungen mit beiderseitigen zugeständnissen kann da kaum die Rede sein. Meiner Kenntnis, von vor wenigen Wochen, hat man immer noch keinen Modus zu Verhandlungen und Inhalten gefunden, weil die GL alles vorgeschlagene abgelehnt hat.
Wie immer vrsucht Spohr sich, grinsend Zuversicht verbreitend, über den Sommer zu retten. Muss er auch, da Ihm ja Analysten und Eigentümer seine Erfolglosigkeit in Bezug auf die selbst gesteckten Ziele und die Unternehmensstruktur, gerade im Wettbewerbsvergleich mit AF/KLM und IAG/IB, nach Veröffentlichung des Quartalsergebnisses um die Ohren gehauen haben. Wie lange fällt der AR noch auf den ewigen Visionär, der im Ergebnis nicht mehr als ein Illusionist ist, herein?

Beitrag vom 08.08.2026 - 16:57 Uhr
Tjaja, was die LH so alles will...


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