FRANKFURT - Lufthansa steuert den Wegfall von Cityline innerhalb ihres Hubsystems aus: Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines fangen Flugausfälle auf - und stellen Konnektivität sicher. Langstreckenpassagiere werden das Cityline-Aus kaum merken - Lufthansa lässt im Tarifkonflikt mit ihren Piloten die Muskeln spielen.
Lufthansa meldet Cityline aus dem laufenden Sommerflugplan ab. Wegen gestiegener Kerosinpreise - und jüngster streikbedingter Ausfälle - hat Lufthansa eine ohnehin geplante Abschaltung der Regionaltochter um mindestens ein halbes Jahr vorgezogen. Von jetzt auf gleich stellte Cityline den Flugbetrieb ein.
Lufthansa spart sich bis Oktober 20.000 größtenteils defizitäre Kurzstreckenflüge. Langstreckenpassagiere werden davon zumindest bei Neubuchungen kaum etwas merken.
Denn das über sechs Interkontdrehkreuze - Frankfurt, München, Zürich, Wien, Brüssel und Rom - verzweigte Lufthansa Multi-Hub-System kann die Cityline-Schockwelle brechen: Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines absorbieren entfallende Cityline-Zubringung nach Frankfurt und München mit zusätzlichen Flügen.
Eine effizientere Verteilung der Gruppen-Verkehre über die Konzerndrehkreuze ist bei Lufthansa ein Chefprojekt: Konzernlenker Carsten Spohr beförderte auch dafür Dieter Vranckx 2024 von Swiss in den Lufthansa-Konzernvorstand. Der Manager arbeitete als Kommerzvorstand der Lufthansa eine neue Strategie zur Hubsteuerung aus - die jetzt in den ersten Feldtest geht.
"Als Teil einer Gruppe ist man dazu da, sich gegenseitig zu unterstützen", bestätigte nach Austrian Airlines und Swiss auch Brussels Airlines gegenüber aero.de am Donnerstag "kleinere Änderungen" im Flugplan - Hilfestellung für den Konzern nach dem Cityline-Ende.
Das oft als komplex gescholtene Hubsystem von Lufthansa macht den Konzern gerade elastisch - Lufthansa kann Kapazitäten über das Schaltbrett der Hubsteuerung verschieben. Diese Flexibilität verschafft dem Konzern auch einen Hebel in Tarif- und Richtungsstreits mit den Piloten der Kernmarke.
Bei Lufthansa Classic und Lufthansa Cargo lief zuletzt der schwelende Tarifkonflikt um höhere Betriebsrenten heiß - die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit bestreikte über Tage die Mainline, Lufthansa fuhr ebenfalls eine harte Linie.
Konzern-Personalvorstand Michael Niggemann wirft den Piloten der Kernmarken "extremes Forderungsverhalten" vor - und will an die dicken Bretter ran: Versorgungsthemen möchte Lufthansa nur zusammen mit Gehältern und Dienstregeln neu verhandeln - auch wenn die Tarifverträge dahinter noch bis Ende 2026 und Ende 2027 laufen.
"Man könnte die Verhandlungen zur Alters- und Übergangsversorgung für die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit nutzen", sagte Niggemann in einem internen Interview. "Gerne sprechen wir dann auch über verbindliche Zusagen für Perspektiven wie beispielsweise Flugzeugzusagen oder auch Einstellungszusagen."
Bisher lässt sich die Vereinigung Cockpit darauf nicht ein. Nach Informationen von aero.de steckten Lufthansa, vertreten durch den Arbeitgeberverband im deutschen Luftverkehr (AGLV), und Pilotengewerkschaft zu Wochenbeginn aber eine neue Terminserie bis Ende April ab, in der über eine mögliche Schlichtungsvereinbarung beraten werden soll.
"Gelbe Karte""Die Verhandlungen stehen jetzt unter dem Zeichen, dass Lufthansa Interkontpakete in der Gruppe offen zur Disposition gestellt hat", sagte ein Cockpit-Insider aero.de am Donnerstag.
Hubintegration, eine auf 2027 vorgezogene Ausmusterung der Teilflotte Boeing 747-400 und nicht zuletzt die frühzeitige Zuteilung neun weiterer Airbus A350-900 an Discover Airlines ab 2029 werden in Ecken der VC in Hinblick auf die "künftige Rolle und Größe" von Lufthansa (Classic) als "gelbe Karte" wahrgenommen.
Die nun anstehenden Verhandlungen zu einer möglichen Schlichtung sind für Cockpit ein Drahtseilakt zwischen aktuellen Tarifinteressen und langfristigen Perspektiven - driften die Gespräche zu weit vom tariflichen Themenkreis Betriebsrenten ab, könnte das die weitere Streikfähigkeit der Gewerkschaft unterlaufen.
Denn gegen das von Cockpit angeregte Format eines "geschlossenen Raums", aus dem im Nachgang nichts rechtlich gegen die jeweils andere Tarifpartei verwertet werden darf, hat sich Lufthansa laut Gewerkschaftskreisen gesperrt. Vorsichtshalber, so berichten es Insider, schickt Cockpit vorerst nur ihre Juristen in den Ring.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 24.04.2026 06:07
Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de
registrieren oder
einloggen.
Beitrag vom 28.04.2026 - 13:38 Uhr
Wenn es Ihnen mit den rausgepickten ("In fast allen..." !? ;) Zitaten jetzt besser geht, dann Glückwunsch. Gönne ich Ihnen.
Nun ja, bei den anderen Zitaten ging es nicht um die Tarifauseinandersetzung. Ich hätte also schreiben sollen: in allen Bemerkungen zum Tarifstreit stellen Sie sich ausschließlich auf die Seite der GW
Btw.
Haben Ihnen die Streiks eigentlich einen gebuchten Flug versaut, bzw. haben Sie Angst (wie letztes Jahr) das das passieren könnte?
Nein keine Angst, es steht aktuell kein Flug an und wenn, werde ich sicher nicht bei LH buchen.
Wo sind eigentlich Ihre Klimaschutz - Ambitionen abgeblieben? In dieser Hinsicht könnte man die Streiks und die jetzt, durch die Strafaktion - dabei bleibe ich - 20.000 wegfallenden Flüge doch durchaus positiv sehen!?
Das mit der "Strafaktion" können Sie sehen wie Sie wollen: der Streik und seine Terminierung sprechen ja auf der anderen Seite auch ein klare Sprache. Und den Klimaaspekt sehe ich durchaus positiv, innerdeutsche Flüge habe ich immer für fragwürdig gehalten (das können Sie ja nachlesen). Aber was hat das konkret mit der Auseinandersetzung zwischen GL und GW zu tun? Ihrer Meinung sollte der AG alle Aktionen der GW ja wohl still schweigend erdulden?
Das Thema fällt mittlerweile ja leider völlig 'unter den Tisch' - nicht nur in der Luftfahrt.
Da sind wir wohl ausnahmsweise einer Meinung.
Dieser Beitrag wurde am 28.04.2026 13:39 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 28.04.2026 - 13:26 Uhr
Aber vielleicht gehen Sie mal ein bisschen zurück und lesen gaaannz in Ruhe (und nicht mit Schaum vor dem Mund) was ich genau geschrieben habe. Nicht nur in diesem Thread hier.
So jetzt habe ich mir mal die Mühe gemacht, und ihre Beiträge durchgeschaut. In fast allen kritisieren Sie ausschließlich die GL:
"tatsächlich: die kindische Strafaktion der GL." (Schließung von Cityline)
"Die von Ihnen thematisierten jahrelangen Gehalts-Belastungen für die Piloten (btw: warum nicht für die Kabine?) zeugen von unternehmerischer Weitsicht... " (aha, wieder die Sicht der Piloten!)
"vielleicht ist ja gerade der Fakt, zu streiken wenn die GF das (angebliche) 100jährige mit Pomp feiern will, ein Ausdruck des tiefen Zerwürfnisses und vielleicht auch der Verzweiflung, zumindest der Nicht-Piloten - die streiken nämlich heute. Um auch die Politik quasi mit der 'Nase drauf zu stoßen' was beim 'deutschen Champion' (siehe Aussagen der Politik während Corona zur LH und beim Abwickeln von AB) so abgeht." (Ausgewogen? Wieder nur die Sicht der GW)
usw. Also doch, immer einseitig! Und nur die ach so armen LH-Piloten sind im Recht...
Ich meine halt im Unterschied zu Ihnen, das beide (!) Seiten ihren Anteil an der verfahrenen Situation haben.
Wenn es Ihnen mit den rausgepickten ("In fast allen..." !? ;) Zitaten jetzt besser geht, dann Glückwunsch. Gönne ich Ihnen.
Btw.
Haben Ihnen die Streiks eigentlich einen gebuchten Flug versaut, bzw. haben Sie Angst (wie letztes Jahr) das das passieren könnte?
Wo sind eigentlich Ihre Klimaschutz - Ambitionen abgeblieben? In dieser Hinsicht könnte man die Streiks und die jetzt, durch die Strafaktion - dabei bleibe ich - 20.000 wegfallenden Flüge doch durchaus positiv sehen!?
Das Thema fällt mittlerweile ja leider völlig 'unter den Tisch' - nicht nur in der Luftfahrt.
Beitrag vom 28.04.2026 - 09:36 Uhr
Aber vielleicht gehen Sie mal ein bisschen zurück und lesen gaaannz in Ruhe (und nicht mit Schaum vor dem Mund) was ich genau geschrieben habe. Nicht nur in diesem Thread hier.
So jetzt habe ich mir mal die Mühe gemacht, und ihre Beiträge durchgeschaut. In fast allen kritisieren Sie ausschließlich die GL:
"tatsächlich: die kindische Strafaktion der GL." (Schließung von Cityline)
"Die von Ihnen thematisierten jahrelangen Gehalts-Belastungen für die Piloten (btw: warum nicht für die Kabine?) zeugen von unternehmerischer Weitsicht... " (aha, wieder die Sicht der Piloten!)
"vielleicht ist ja gerade der Fakt, zu streiken wenn die GF das (angebliche) 100jährige mit Pomp feiern will, ein Ausdruck des tiefen Zerwürfnisses und vielleicht auch der Verzweiflung, zumindest der Nicht-Piloten - die streiken nämlich heute. Um auch die Politik quasi mit der 'Nase drauf zu stoßen' was beim 'deutschen Champion' (siehe Aussagen der Politik während Corona zur LH und beim Abwickeln von AB) so abgeht." (Ausgewogen? Wieder nur die Sicht der GW)
usw. Also doch, immer einseitig! Und nur die ach so armen LH-Piloten sind im Recht...
Ich meine halt im Unterschied zu Ihnen, das beide (!) Seiten ihren Anteil an der verfahrenen Situation haben.
Kommentare (26) Zur Startseite
Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.
Wenn es Ihnen mit den rausgepickten ("In fast allen..." !? ;) Zitaten jetzt besser geht, dann Glückwunsch. Gönne ich Ihnen.
Nun ja, bei den anderen Zitaten ging es nicht um die Tarifauseinandersetzung. Ich hätte also schreiben sollen: in allen Bemerkungen zum Tarifstreit stellen Sie sich ausschließlich auf die Seite der GW
Btw.
Haben Ihnen die Streiks eigentlich einen gebuchten Flug versaut, bzw. haben Sie Angst (wie letztes Jahr) das das passieren könnte?
Nein keine Angst, es steht aktuell kein Flug an und wenn, werde ich sicher nicht bei LH buchen.
Wo sind eigentlich Ihre Klimaschutz - Ambitionen abgeblieben? In dieser Hinsicht könnte man die Streiks und die jetzt, durch die Strafaktion - dabei bleibe ich - 20.000 wegfallenden Flüge doch durchaus positiv sehen!?
Das mit der "Strafaktion" können Sie sehen wie Sie wollen: der Streik und seine Terminierung sprechen ja auf der anderen Seite auch ein klare Sprache. Und den Klimaaspekt sehe ich durchaus positiv, innerdeutsche Flüge habe ich immer für fragwürdig gehalten (das können Sie ja nachlesen). Aber was hat das konkret mit der Auseinandersetzung zwischen GL und GW zu tun? Ihrer Meinung sollte der AG alle Aktionen der GW ja wohl still schweigend erdulden?
Das Thema fällt mittlerweile ja leider völlig 'unter den Tisch' - nicht nur in der Luftfahrt.
Da sind wir wohl ausnahmsweise einer Meinung.
Dieser Beitrag wurde am 28.04.2026 13:39 Uhr bearbeitet.
Aber vielleicht gehen Sie mal ein bisschen zurück und lesen gaaannz in Ruhe (und nicht mit Schaum vor dem Mund) was ich genau geschrieben habe. Nicht nur in diesem Thread hier.
So jetzt habe ich mir mal die Mühe gemacht, und ihre Beiträge durchgeschaut. In fast allen kritisieren Sie ausschließlich die GL:
"tatsächlich: die kindische Strafaktion der GL." (Schließung von Cityline)
"Die von Ihnen thematisierten jahrelangen Gehalts-Belastungen für die Piloten (btw: warum nicht für die Kabine?) zeugen von unternehmerischer Weitsicht... " (aha, wieder die Sicht der Piloten!)
"vielleicht ist ja gerade der Fakt, zu streiken wenn die GF das (angebliche) 100jährige mit Pomp feiern will, ein Ausdruck des tiefen Zerwürfnisses und vielleicht auch der Verzweiflung, zumindest der Nicht-Piloten - die streiken nämlich heute. Um auch die Politik quasi mit der 'Nase drauf zu stoßen' was beim 'deutschen Champion' (siehe Aussagen der Politik während Corona zur LH und beim Abwickeln von AB) so abgeht." (Ausgewogen? Wieder nur die Sicht der GW)
usw. Also doch, immer einseitig! Und nur die ach so armen LH-Piloten sind im Recht...
Ich meine halt im Unterschied zu Ihnen, das beide (!) Seiten ihren Anteil an der verfahrenen Situation haben.
Wenn es Ihnen mit den rausgepickten ("In fast allen..." !? ;) Zitaten jetzt besser geht, dann Glückwunsch. Gönne ich Ihnen.
Btw.
Haben Ihnen die Streiks eigentlich einen gebuchten Flug versaut, bzw. haben Sie Angst (wie letztes Jahr) das das passieren könnte?
Wo sind eigentlich Ihre Klimaschutz - Ambitionen abgeblieben? In dieser Hinsicht könnte man die Streiks und die jetzt, durch die Strafaktion - dabei bleibe ich - 20.000 wegfallenden Flüge doch durchaus positiv sehen!?
Das Thema fällt mittlerweile ja leider völlig 'unter den Tisch' - nicht nur in der Luftfahrt.
Aber vielleicht gehen Sie mal ein bisschen zurück und lesen gaaannz in Ruhe (und nicht mit Schaum vor dem Mund) was ich genau geschrieben habe. Nicht nur in diesem Thread hier.
So jetzt habe ich mir mal die Mühe gemacht, und ihre Beiträge durchgeschaut. In fast allen kritisieren Sie ausschließlich die GL:
"tatsächlich: die kindische Strafaktion der GL." (Schließung von Cityline)
"Die von Ihnen thematisierten jahrelangen Gehalts-Belastungen für die Piloten (btw: warum nicht für die Kabine?) zeugen von unternehmerischer Weitsicht... " (aha, wieder die Sicht der Piloten!)
"vielleicht ist ja gerade der Fakt, zu streiken wenn die GF das (angebliche) 100jährige mit Pomp feiern will, ein Ausdruck des tiefen Zerwürfnisses und vielleicht auch der Verzweiflung, zumindest der Nicht-Piloten - die streiken nämlich heute. Um auch die Politik quasi mit der 'Nase drauf zu stoßen' was beim 'deutschen Champion' (siehe Aussagen der Politik während Corona zur LH und beim Abwickeln von AB) so abgeht." (Ausgewogen? Wieder nur die Sicht der GW)
usw. Also doch, immer einseitig! Und nur die ach so armen LH-Piloten sind im Recht...
Ich meine halt im Unterschied zu Ihnen, das beide (!) Seiten ihren Anteil an der verfahrenen Situation haben.