Chance auf Gesamtlösung
Älter als 7 Tage

Lufthansa und Vereinigung Cockpit vereinbaren Schlichtung

Lufthansa Airbus A350-900
Lufthansa Airbus A350-900, © Lufthansa

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FRANKFURT - In schwelende Tarifkonflikte zwischen Lufthansa und Piloten kommt Bewegung: Konzern und Personalvertreter haben sich auf eine "Verfahrensvereinbarung" zur Lösung offener Tarifthemen und eine Mediation verständigt, die Raum für eine Gesamtlösung schafft. Lufthansa sieht die Streikgefahr gebannt.

Das monatelange Abtasten zwischen Lufthansa und Vereinigung Cockpit (VC) geht zu Ende.

Eine zwischen Konzern und Group-Tarifkommission (GTK) vereinbarte "Verfahrensvereinbarung" umreißt "einen möglichen Weg, die bestehenden Tarifkonflikte zwischen der Vereinigung Cockpit und mehreren Airlines der Lufthansa Group in einem strukturierten Verfahren zu bearbeiten", informierte die VC ihre Mitglieder am Montag.

Das Memo liegt aero.de vor. Die GTK weist darin auf "Chancen als auch Risiken" hin. Wesentlicher Bestandteil der Verfahrensvereinbarung seien "Schlichtungsverfahren für die Flugbetriebe Lufthansa Passage, LCAG, CLH und Eurowings", ergänzt durch eine "Mediation, die auch weitere Themen unserer Tarifbeziehungen umfassen soll".

Die Schlichtungen beginnen möglicherweise noch im August, steckte die GTK in einem zweiten Memo einen Zeitplan ab. Spätester Stichtag für einen Schlichterspruch ist der 15. Oktober 2026, bis 31. Oktober 2026 soll über "Annahme oder Ablehnung des Ergebnisses" entschieden werden - und zwar nur von der GTK. Ein Mitgliedervotum ist nicht vorgesehen.

Gegenstand der Schlichtung wird für Lufthansa und Lufthansa Cargo neben der betrieblichen Altersversorgung der Piloten auch ein neuer Vergütungstarifvertrag (VTV) sein, auch wenn der aktuelle VTV erst am 31. Dezember 2026 abläuft. Bei Eurowings wird über die betriebliche Altersversorgung gesprochen, für Cityline über einen Tarifsozialplan.

Mediation: Raum für weitere Themen

Das Schlichtungsergebnis wandert zunächst in einen Umschlag (sogenanntes "Envelope"-Verfahren). "Parallel zur Schlichtung wird eine Mediation stattfinden", so die GTK. "Die Mediation beschränkt sich nicht nur auf Themen der aktuellen Tarifkonflikte." Hier dürften Perspektivthemen, etwa Neueinstellungen und eine neue Flottenzusage, zur Sprache kommen.

Spätestens am 15. November 2026 soll ein Vorschlag des Mediators vorliegen, das Gesamtverfahren am 31. Dezember 2026 abgeschlossen werden. Sollte die Mediation scheitern, "wird im Falle des Vorliegens eines Schlichtungsergebnisses der Envelope geöffnet und das Schlichtungsergebnis für Lufthansa und Lufthansa Cargo tritt in Kraft", so die GTK.

Laut VC enthält die Vereinbarung definierte Ausstiegsmöglichkeiten für beide Seiten. Lufthansa bestätigte eine grundsätzliche Einigung mit der VC, wollte sich aber aufgrund der vereinbarten Vertraulichkeit nicht zu Details äußern.

Während des Verfahrens wird der Konzern keine weiteren Flugzeuge aus den Flotten von Lufthansa oder Lufthansa Cargo in andere AOCs verlagern - und keine neuen Cockpittarifverträge mit anderen Gewerkschaften für Flugbetriebe schließen, die mit der VC tarifiert sind.

Die VC hat ihre Mitglieder im laufenden Jahr bereits an sieben Tagen zum Streik aufgerufen. Auch während des Festakts zum 100. Jahrestag der Gründung der ersten Lufthansa fielen hunderte Flüge aus. Das Unternehmen hat die Kosten des Arbeitskampfs auf rund 150 Millionen Euro beziffert.

Spohr: Keine Streiks im Sommer

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte Investoren vergangene Woche Fortschritte in offenen Tarifthemen in Aussicht gestellt. "Ich erwarte für den Sommer keine Streiks", sagte Spohr unter Hinweis auf "vertrauliche aber konstruktive Gespräche".

In den Verhandlungen stehe die "langfristige Wettbewerbsfähigkeit unserer Kernmarke" im Fokus, sagte Spohr. "Das ist der einzige Pfad, um den aktuellen Schrumpfkurs bei der größten und immer noch wichtigsten Fluggesellschaft unserer Gruppe zu stoppen."

Bei Lufthansa schwappten zuletzt offene Tarifthemen und ein Richtungsstreit zwischen Konzern und Gewerkschaften ineinander - die Vereinigung Cockpit ließ ihre Mitglieder im April 2026 für höhere Konzerneinzahlungen in die Betriebsrente in den Ausstand treten.

Die Vereinigung Cockpit hatte auf eine Schlichtung gedrungen. Lufthansa wollte an die dicken Bretter ran - und insbesondere einen neuen VTV in die Klammer ziehen.

Ufo spricht von "Annäherung"

Auch mit der Kabinengewerkschaft Ufo peilt Lufthansa eine Verhandlungslösung zu offenen Tarifthemen an. Hier geht es unter anderem um die künftigen Dienstregeln.

Die Gewerkschaft informierte ihre Mitglieder vergangene Woche nach Terminen mit Lufthansa über eine vorsichtige "Annäherung" in wesentlichen Fragen. "Zumindest so viel, dass wir es - derzeit - grundsätzlich für möglich halten, ohne weitere Eskalation zu einer Einigung kommen zu können", hieß es von Ufo.
© aero.de, dpa-AFX | Abb.: Lufthansa | 10.08.2026 18:14

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Beitrag vom 12.08.2026 - 19:54 Uhr
Irgendwie habe ich da das bekannte deja vu. Qasi ein déjà-vu déjà-vu.
Erst bewirft man sich verbal, dann wird ein wenig gestreikt. Zwischendurch wird geredet, bzw. man trifft sich und schweigt sich an. Für LH auf jeden Fall Zeitgewinn, denn rückwirkend wir eh nicht viel abgeschlossen. Jetzt, wieviel Monate nach Ablauf des alten TV, 18 Monate (?), hat man sich, welch Fortschritt, darauf geeinigt, wie man denn überhaupt verhandeln möchte. Gleich wird vom Personalchef ein neuer Umgang in Aussicht gestellt. Wurde auch schon zigfach beschworen. Besonders skeptisch macht mich die beiderseitige Ausstiegsklausel. Das bedeutet unter dem Strich, jeder hofft, dass seine Forderungen zu, sagen wir 80% erfüllt werden, andernfalls steigt man aus und setzt alles wieder auf Anfang. Dieser Modus ist aus meiner Erinnerung zumindest neu, aber führt zu wenig bis nix, wenn die Positionen so weit auseinander liegen. Spätestens wenn die Vereinbarungen dann "rechtssicher" in juristische Phrasen gegossen werden, stellt man wieder fest, dass man von den vereinbarten Lösungen ein jeweils anderes Verständnis hatte.
Aber nun, schauen wir mal, viel Erfolg.
Beitrag vom 12.08.2026 - 10:11 Uhr
endlich hat man die Gewerkschaft überzeugen können, einer Schlichtung wenigstens zuzustimmen
FYI: Die VC hat schon vor Monaten eine Schlichtung vorgeschlagen. Dies wurde von LH - wie alles was nicht einer 100% Zustimmung zu ihren Forderungen entsprach - abgelehnt.
Offensichtlich ist jetzt langsam ein Funken Vernunft bei CS angekommen.

PS: Vielleicht war Ihr Beitrag aber auch satirisch gemeint. ;-)

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Beitrag vom 12.08.2026 - 05:29 Uhr
Hoffentlich nutzen beide Seiten diese Chance jetzt für einen tragfähigen  free games Kompromiss, statt den Konflikt weiter eskalieren zu lassen.

Dieser Beitrag wurde am 12.08.2026 06:14 Uhr bearbeitet.


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