Sicherheitslücke
06:36 Uhr

Viele Betreiber kritischer Infrastruktur ohne Drohnenschutz

Argus Abfangdrohne
Argus Abfangdrohne, © Argus Interception

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FRANKFURT - "Lücke zwischen Risikowahrnehmung und Vorbereitung": Trotz wachsender Gefahren durch unerlaubte Drohnenüberflüge fehlen vielerorts in Deutschland Schutzmaßnahmen. Rund die Hälfte der Betreiber kritischer Infrastruktur kann Drohnen weder detektieren noch abwehren. 

In einer Umfrage des Unternehmens Droniq und des Bundesverbands für den Schutz Kritischer Infrastrukturen (BSKI) berichtete zwar mehr als jeder zweite (54,7 Prozent) der 104 Teilnehmer von unautorisierten oder sicherheitsrelevanten Drohnenflügen in den vergangenen zwölf Monaten.

Dennoch hat fast die Hälfte (46,5 Prozent) der betroffenen Organisationen nach eigenen Angaben bislang keinerlei Maßnahmen zur Drohnendetektion umgesetzt.

Die Umfrage aus dem August zeige "eine Lücke zwischen Risikowahrnehmung und Vorbereitung", stellen das Frankfurter Unternehmen Droniq und der Verband fest. "Betreiber kritischer Infrastrukturen müssen wissen, was in ihrem Luftraum passiert", sagt Jan-Eric Putze, Geschäftsführer von Droniq, einem Gemeinschaftsunternehmen von Deutscher Telekom und Deutscher Flugsicherung.

Entscheidend sei nicht nur, Drohnen zu erkennen, "sondern auch beurteilen zu können, welche Fluggeräte dort sein dürfen und welche nicht".

Sabotage und Spionage

46,2 Prozent der Befragten sehen Drohnen bereits heute als reale Bedrohung, weitere 36,5 Prozent sind der Ansicht, Drohnen könnten künftig zu einer Bedrohung werden. Als größte Risiken nennen die Teilnehmer der Umfrage Sabotage (46,5 Prozent) und die Störung von Betriebsabläufen (39,5 Prozent). Die Sorge vor Spionage (7 Prozent) und Risiken für Datenschutz (5,8 Prozent) spielen eine deutlich geringere Rolle.

Befragt wurden Unternehmen und Institutionen aus den Bereichen Staat/Verwaltung (31 Teilnehmer), Transport/Verkehr (31), Energie (17), IT/Telekommunikation (15), Wasser (5), Gesundheit (2), Weltraum (2) und Ernährung (1).

Leipziger Vorfall hat Politik alarmiert

Der Fund einer Bombendrohne auf dem Flughafen in Leipzig hatte das Thema jüngst mit Priorität auf die politische Agenda gesetzt. Künftig sollen Drohnen an den großen deutschen Flughäfen, die zur kritischen Infrastruktur gezählt werden, schneller und früher entdeckt werden. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) kündigte bei einem Besuch des Towers der Deutschen Flugsicherung (DFS) am Frankfurter Flughafen im August an, dass in den An- und Abflugbereichen der Flughäfen kurzfristig eine Interimstechnik der DFS zum Einsatz kommen soll.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: DVIDS, DLR | 16.09.2026 06:36


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