Neuer Airbus-Frachter vor Erstflug
11:00 Uhr

"Die A350F ist weder eine A350-1000 noch eine A350-900"

Airbus A350F
Airbus A350F, © Airbus

Verwandte Themen

TOULOUSE - Neun Monate, zwei Flugzeuge, ein Ziel: Airbus nimmt die Flugerprobung der A350F in Angriff. Nach 400 Flugteststunden soll der neue Frachter 2027 die EASA-Zulassung erhalten. Testpiloten und -ingenieure trainieren bereits im Simulator - denn die A350F wird sich nicht (ganz) wie eine A350-900 oder A350-1000 fliegen.

Airbus steht kurz vor dem Erstflug der A350F. Im Simulator machen sich Testpiloten mit den Flugeigenschaften des neuen Frachters bereits vertraut.

"Die A350F weist eine spezifische Rumpfkonfiguration auf", erläuterte der leitende A350F-Flugtestingenieur Laurent Bussiere. "Der vordere Rumpfteil entspricht der A350-900, während der hintere Rumpf und die Tragflächen von der A350-1000 stammen. Dadurch ergeben sich neue aerodynamische Eigenschaften, die sich auf die Flugsteuerung auswirken."

Eine "veränderte Geometrie des Fahrwerks" beeinflusse zudem das Manövrierverhalten des Flugzeugs am Boden.

"Die A350F ist weder eine A350-1000 noch eine A350-900", sagte Bussiere. Testpiloten werden seit Anfang September 2026 im Entwicklungssimulator an die besonderen Eigenschaften des Flugzeugs herangeführt, "um den Erstflug und die anschließende Flugerprobung mit 400 Flugstunden vorzubereiten".

Ausgangspunkt sind die Verfahren für die A350-1000. Im Simulator "kann das Team einschätzen, wie kritisch einzelne Systemausfälle sind, geeignete Reaktionen festlegen und prüfen, ob die Verfahren der A350-1000 für die Frachterversion angepasst werden müssen", sagte Bussiere.

Der sogenannte "Virtual First Flight" erstreckt sich auf 13 etwa fünfstündige Simulator-Durchgänge. Das Setup entspricht laut Airbus zwar zu 90 Prozent "dem physischen Flugzeug".

Der Erstflug werde aber vollständig unter sogenanntem "Direct Law" ablaufen, also unter manueller Steuerung. Auf das stärker unterstützende "Normal Law" mit Schutzfunktionen für Flugbereich und -stabilität verzichtet Airbus zunächst ganz bewusst, da die aerodynamischen Eigenschaften der A350F "noch zu zehn Prozent auf einem nicht verifizierten Modell" beruhen.

Im Detail wird Airbus die Flug- und Systemeigenschaften der A350F in neunmonatigen Flugtests validieren - und dafür zwei Prototypen einsetzen.

MSN700 und MSN701: A350F-Duo stemmt die Flugtests

Die Erstflug-A350F MSN700 wird sich im Programm auf Flugleistung, Flugverhalten und Autopilotsysteme konzentrieren - zunächst ohne, später mit Fracht im Laderaum. "Unser Ziel ist es, an jedem Flugtag verschiedene Standardcontainer und Frachtstücke zu be- und entladen", erklärte Bussiere.

Mit dem Schwesterflugzeug MSN701 wird Airbus dagegen primär die Funktion der Bordsysteme überprüfen, darunter die Klimaanlage, sowie umfangreiche Tests zu Verfahren bei Feuer und Rauch durchführen. Zudem soll MSN701vorgeschriebene Test unter extrem heißen und extrem kalten Umgebungsbedingungen absolvieren.
© aero.de | Abb.: Airbus | 16.09.2026 11:00


Kommentare (0) Zur Startseite

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.

Stellenmarkt

Schlagzeilen

aero.uk

schiene.de

Meistgelesene Artikel

Community

Thema: Pilotenausbildung

FLUGREVUE 09/2026

Shop

Es gibt neue
Nachrichten bei aero.de

Startseite neu laden