Nachhaltiger Treibstoff
14:11 Uhr

Bundesregierung stellt Milliardenbetrag für eSAF-Nutzung bereit

Betankung eines DHL-Flugzeugs
Betankung eines DHL-Flugzeugs, © DHL

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BERLIN - Deutschland, Österreich und Luxemburg wollen gemeinsam den Markthochlauf von erneuerbarem strombasiertem Kerosin (eSAF) in Europa beschleunigen. Dafür greifen die Initiatoren auf ein spezielles Auktionsmodell zurück, bei dem der Staat die Preislücke zwischen Angebot und Nachfrage schließt.

Konkret bringen die drei Länder einen sogenannten "Doppelauktionsmechanismus" auf den Weg, teilte das Bundesverkehrsministerium mit. "Das Verfahren bringt Produzenten und Abnehmer zusammen. Wo zwischen beiden Seiten noch eine Preislücke besteht, setzt die staatliche Förderung an."

Deutschland stellt dafür bis zu zwei Milliarden Euro bereit, Österreich und Luxemburg jeweils bis zu 60 Millionen Euro.

Das Doppelauktionsprinzip wird unter anderem bereits im deutschen Förderprogramm für Industrie-Wasserstoff "H2Global" angewendet. Hier schließt ein staatlicher Vermittler langfristige Abnahmeverträge mit den günstigsten Lieferanten - in der Regel über 10 Jahre - und versteigert Wasserstoffkontingente in kürzeren Zeiträumen weiter.

Preislücken zwischen Anbieter und Nachfrager werden so vom Staat solange ausgeglichen, bis sich anfangs hohe Produktionskosten und echte Marktpreise angleichen. Die Preisdifferenz, die der Staat im Rahmen der Förderung überbrückt, wird in diesem Modell mit der Zeit schrittweise immer geringer, lautet der Gedanke.

Fluggesellschaften stehen bei SAF und eSAF unter Abnahmezwang. Seit Januar 2025 gilt in der EU eine verbindliche SAF-Quote, die bis 2050 stufenweise von 2,0 Prozent auf 70,0 Prozent ansteigt. Eine Unterquote für eSAF soll ab 2030 einsetzen - und dann von 1,2 Prozent auf 35 Prozent im Jahr 2050 anziehen.

IATA: Geringe Weltproduktion von eSAF

Fluggesellschaften und der Weltbranchenverband IATA zweifeln an ausreichender Verfügbarkeit strombasierter Flugtreibstoffe.

"Die EU und das Vereinigte Königreich haben bis 2030 eine verpflichtende Produktion von rund 0,6 Millionen Tonnen eSAF vorgesehen", teilte die IATA im Juni 2026 mit. "Die derzeit weltweit in Betrieb und im Bau befindliche Produktionskapazität beläuft sich auf lediglich rund 0,02 Millionen Tonnen und nur eine einzige Produktionsanlage läuft schon."
© aero.de | Abb.: DHL | 25.09.2026 14:11


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