Verkehr zieht wieder an
Gestern, 09:00 Uhr

Wie das Drehkreuz Frankfurt Streiks und Weltkrisen trotzt

Flughafen Frankfurt
Flughafen Frankfurt, © Fraport

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FRANKFURT - Iran-Krieg, Lufthansa-Streiks, Kurzstrecken-Erosion: 2026 startete für den Frankfurter Flughafen mit einem perfekten Sturm. Nach einem starken Sommer schließt das größte deutsche Luftfahrtdrehkreuz immerhin wieder zu Vorjahreswerten auf. Betreiber Fraport zieht eine Zwischenbilanz.

Der Frankfurter Flughafen meldet für September 2026 1,6 Prozent Verkehrsplus auf 6,1 Millionen Fluggäste. Ausklingende Sommerferien in Bayern und Baden-Württemberg sorgten nochmal für Andrang in den Terminals.

Nach den ersten neun Monaten steht das Lufthansa- und Condor-Drehkreuz jetzt bei 47,5 Millionen Fluggästen - und liegt damit laut einer Mitteilung vom Dienstag nur noch "leicht im Minus", exakt 0,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das sah 2026 nicht immer danach aus.

"Neben zahlreichen geopolitisch verursachten Sonderfaktoren wirkten insbesondere die Streiks bei der Lufthansa negativ auf das Fluggastaufkommen", teilte Fraport mit. "In Frankfurt waren davon knapp 700.000 Passagiere betroffen. Allein ohne diese Streikeffekte wäre in den ersten neun Monaten ein Wachstum von rund 1,3 Prozent möglich gewesen."

Lufthansa-Streiks hatten die Passagierzahl in Frankfurt im April 2026 gegenüber dem Vorjahreswert um elf Prozent nach unten gerissen. Luftraumsperrungen am Persischen Golf durch den Iran-Krieg taten ihr Übriges - über das erste Halbjahr 2026 verzeichnete der Flughafen nur 880.000 Passagiere im Nahostverkehr, ein Minus von 35 Prozent.

Allerdings erlebte der Direktverkehr nach Asien und Afrika durch den Ausfall der Golfdrehkreuze eine Sonderkonjunktur, das linderte in Frankurt den Nettoeffekt.

Innerdeutscher Verkehr bricht völlig ein, Fracht boomt

Härter - und struktureller - trifft den Frankfurter Flughafen der Wegbruch von Zubringerfrequenzen. Allein im September 2026 ging die Zahl der Flugbewegungen um 3,5 Prozent auf 40.539 Starts und Landungen zurück.

"Maßgeblich hierfür waren Rückgänge im innerdeutschen Verkehr von 25,2 Prozent insbesondere durch eingestellte Verbindungen nach Bremen und Stuttgart", so Fraport. Lufthansa kürzt defizitäre Zubringung an das Drehkreuz und hatte den Hubvernetzer Cityline im April 2026 eingestellt.

Besser läuft es für Fraport im Frachtgeschäft. Das Cargo-Volumen stieg im September 2026 um 2,5 Prozent auf 174.773 Tonnen an.
© aero.de | Abb.: Fraport | 13.10.2026 09:00


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