BERLIN - Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat im Streit um die BBI-Flugrouten die Planungen der Flughafengesellschaft infrage gestellt. "Der Flughafen muss deshalb auch ernsthaft darüber nachdenken, ob und inwieweit gleichzeitige parallele Starts überhaupt notwendig sind", sagte Ramsauer der "Bild"-Zeitung (Mittwoch). Der Minister kritisierte zugleich die politisch Verantwortlichen in Berlin und Brandenburg.
"Flughafen und Landesregierungen wussten doch von Anfang an: Wenn man gleichzeitige Starts möchte, müssen die Maschinen nach dem Start in einem bestimmten Winkel abknicken", kommentierte Ramsauer.
Diese Anforderung führte zum aktuellen Flugroutenvorschlag der Deutschen Flugsicherung, gegen den es seit Wochen Proteste gibt. Die Kurse der Flugzeuge führen danach deutlich näher an Berliner Gebiet heran als zuvor angenommen. Jahrelang waren die Menschen davon ausgegangen, dass die Jets nach dem Start geradeaus fliegen.
"Basis aller Überlegungen müssen die ursprünglichen Geradeaus-Routen sein", erneuerte Ramsauer seine Forderung. "Darauf haben sich die Leute unter anderem beim Kauf von Grundstücken und Häusern verlassen", sagte Ramsauer. Es dürften nur so wenig Menschen wie nötig von Lärm belastet werden.
Berliner Flughäfen: Kein pauschaler Anspruch auf LärmvermeidungDer Airportbetreiber Berlin Flughäfen hielt diesem Argument bereits im November entgegen. "Man kann nicht abstrakt davon ausgehen, dass überall wo jetzt Routen herführen, Anspruch
auf Schallschutz besteht", sagte Flughafen-Chef Rainer Schwarz. Dazu müssten bestimmte Grenzwerte überschritten werden.
Ohne einen Parallelbetrieb würde BBI laut Schwarz hinter
die Kapazität der jetzigen Flughäfen Tegel und Schönefeld zurückfallen.
Dort
seien insgesamt 50 Starts pro Stunde möglich. Am neuen Schönefelder
Flughafen wären es maximal 40, wenn Flugzeuge auf den zwei Bahnen nicht
gleichzeitig abheben, sondern nur zeitversetzt. Für 2012, das
Eröffnungsjahr des Flughafens, hätten Airlines aber bereits 49 Starts
pro Stunde für Stoßzeiten angemeldet.
Landungen eingerechnet,
planen die Betreiber für die Zeit nach der Eröffnung am 3. Juni 2012 mit
73 Flugbewegungen pro Stunde. 2015 sollen es 78 sein. Technisch möglich
sind 90 Starts und Landungen. Die Flughafengesellschaft hebt hervor,
dass ohne Parallelstarts auch der Aufbau von Luftdrehkreuzen am BBI
schwierig sei.
Auf Parallelstarts soll aber auch nach Planung des Betreibers nur zu Verkehrsspitzen zurückgegriffen werden. "Wir sprechen im Moment über einen Parallelbetrieb an zwei Stunden am
Tag", sagte Schwarz. 2015 kämen voraussichtlich zwei Stunden am Mittag hinzu. Außerhalb
dieser Zeiten seien andere Flugrouten vorstellbar.
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sehr interessant:
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=5979362
Die Proteste sind nachvollziehbar, da die Bevölkerung gezielt getäuscht wurde. Die DFS sollte sich wirklich einmal fragen, was sie da tut bzw. was sie da den Leuten antut. Das gleiche Trauerspiel gab es bereits in Leipzig/Halle mit der Folge, dass die dort ansässige Bevölkerung vor Gericht zog und daraufhin nicht die Frachtflüge in der Nacht sondern das Linien- und Chartergeschäft nachts verboten wurde, damit DHL nicht sofort der Existenzgrundlage beraubt werden würde. Die DFS ist dringend angehalten endlich einmal sinnvoll und nachhaltig zu planen und NICHT maximal wirtschaftlich!
Dieser Beitrag wurde am 10.12.2010 14:05 Uhr bearbeitet.Wie effizeint das ganze mit dem Parallelbetrieb laufen kann, sieht man ja in MUC! Dort steht man manchmal an der einen Bahn und wartet, und wartet, weil man ja nach Norden möchte und alle anderen da gerade her kommen oder auch dort hin wollen. Während dessen ist die Südbahn verwaist. Kann mir da mal jemand einen wirklich nachvollziehbaren und sinnigen Grund nennen? Bestimmt nicht! Und genau so erwarte ich es dann in BBI auch..