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Air-Berlin-Mitarbeiter sollen auf Gehalt verzichten

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Air Berlin Airbus A320-214 in Frankfurt, © world-of-aviation.de, Bjoern Schmitt Aviation Photography

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BERLIN - Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin verlangt einem «Focus» Bericht zufolge für ihre Sanierung einen Gehaltsverzicht der Mitarbeiter. Wie das Magazin schreibt, sollen die Beschäftigten auf fünf Prozent ihres Bruttogehalts verzichten, der Vorstand auf zehn Prozent. Eine Air-Berlin-Sprecherin wollte dies am Samstag allerdings nicht kommentieren. Über Maßnahmen zur Sanierung des Unternehmens gebe es derzeit einen konstruktiven Dialog mit den Mitarbeitervertretungen.

Die Gewerkschaft Verdi konnte die genannten Zahlen auf Anfrage nicht bestätigen. Derzeit sei bei den Beschäftigten jedoch keine Bereitschaft zum Gehaltsverzicht zu erkennen, sagte eine Verdi-Sprecherin. Dies gelte für eine fünfprozentige Lohnkürzung ebenso wie für den bereits bekannten Vorschlag, auf das 13. Monatsgehalt zu verzichten. Eine Zustimmung der Gewerkschaften zu derartigen Maßnahmen ist aber zumindest bei den Arbeitnehmern mit Tarifbindung notwendig. Laut Verdi betrifft dies etwa zwei Drittel der 9000 Beschäftigten.

Erst vor wenigen Tagen war bekanntgeworden, dass bei Air Berlin bis Ende 2014 fast jede zehnte Stelle wegfällt. Durch die Streichung von rund 900 Arbeitsplätzen und einen Gehaltsverzicht wolle der neue Firmenchef Wolfgang Prock-Schauer etwa 40 Millionen Euro sparen, schreibt «Focus» ohne Angabe von Quellen. Dies wäre etwa ein Zehntel der Summe, die im Rahmen des angekündigten Sanierungsprogramms «Turbine» insgesamt zusammenkommen soll.

Verlagerung der Wartung von Düsseldorf nach München

Eine weitere Sparmaßnahme betrifft dem «Focus»-Bericht zufolge den Standort Düsseldorf. Dort soll es künftig keine «große Wartung» der Flugzeuge mehr geben. Diese turnusmäßige Untersuchung werde künftig ausschließlich in München durchgeführt. Betroffen seien etwa 100 Mitarbeiter.

Air Berlin fliegt seit Jahren in der Verlustzone. Prock-Schauer, der Anfang des Monats Hartmut Mehdorn an der Vorstandsspitze abgelöst hatte, will die Fluglinie mit Personalabbau, Stellenstreichungen und dem Verkauf von Flugzeugen wieder in die Gewinnzone führen. Das auf zwei Jahre angelegte «Turbine»-Programm sieht ferner Kürzungen in der Verwaltung und bei den Arbeitsprozessen vor.
© dpa | 19.01.2013 11:53

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Beitrag vom 20.01.2013 - 02:46 Uhr
Daß bei AB immer andere(s) am eigenen Elend schuld ist/sind, ist ja bekannt. Mal ist es ein kalter Winter, mal ein spanischer Fluglotsenstreik, mal ein nicht fertig werdender Flughafen, teurer Sprit, und was weiß ich nicht alles. Jetzt hat man den Vertrag mit der TUIfly ausgegraben – und richtig, diese ist natürlich daran schuld, daß er existiert.

Das Geld, das bei Abschluß des Vertrages vor gut drei Jahren geflossen ist, hat man natürlich gerne genommen (davon ist heute auch keine Rede mehr). Außerdem war man bei AB scharf auf die lukrativen ex-HLX-Strecken nach Italien, bzw. aus Stuttgart oder Köln, um ein vollständigeres Streckennetz zu bekommen. Nicht nur das, die TUI nahm einen lästigen Konkurrenten (das HLX-Segment der TUIfly) vollständig aus dem Markt. Wäre das Geschäft nicht zustandegekommen, wer weiß, ob es die AB überhaupt noch in der heutigen Form geben würde. Die (Quasi-) HLX mit der starken TUI im Rücken hätte einen sehr langen Atem gehabt.

Ein paar Jahre vorher hat man die TUIfly (oder ihren Vorgänger, also Hapagfly oder Hapag-Lloyd) beim Codeshare-Geschäft ohne Not über den Tisch gezogen – in einer Zeit, als es Hapag so schlecht ging wie AB jetzt. Da hat man auch keine Rücksicht genommen. Ich bin sicher, das hat man in Hannover nicht vergessen.

TUIfly wäre schön blöd, wenn sie sich dazu breitschlagen ließen, den Vertrag nachzuverhandeln. Es ist ja schließlich nicht deren Schuld, daß man bei AB entweder nicht rechnen konnte, zu wenig in die Zukunft gedacht hat, das Geld aus der Überkreuzbeteiligung so dringend brauchte oder darauf angewiesen war, daß die ex-HLX aus dem Markt verschwindet, damit sich die Preise erholen.

Auch AB hat den Vertrag unterschrieben. Damals empfand man es dort als einen Coup – jetzt, wo sich die Zeichen geändert haben, fängt man an zu jammern. Wie es gerade paßt – einfach erbärmlich.

Der Vertrag wird schon teuer sein, und sicher verdient die TUIfly gut daran – aber er wird nicht der Grund sein, wenn AB wirklich irgendwann über die Klinge springt. Wenn das passiert, passiert es auch, wenn dieser Wet-Lease etwas billiger ist. AB hat ganz andere Probleme als diesen Vertrag. Ist nur schön, wieder mal etwas zu haben, womit man das eigene Versagen anderen anlasten kann. Unredlich ist es überdies, die riesigen Vorteile, in deren Genuß man durch diesen Vertrag kam, unerwähnt zu lassen, und stattdessen so zu tun, als würde die TUIfly die AB aus reiner Gemeinheit aussaugen.

Leid tut es mir für die Mitarbeiter von AB. Die verdienen schon so wenig, und sollen jetzt auch noch was abgeben – weil frühere Vorstände versagt haben, die zum Dank dafür auch noch mit goldenem Handschlag verabschiedet wurden.



Dieser Beitrag wurde am 20.01.2013 04:22 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 19.01.2013 - 23:27 Uhr
..... TUIfly Miete

sehr gut erkannt! Eigenes Personal muss gehen, dass Fremdcarrier überleben! Man sollte denken dass die Personen, die solche Verträge ausgehandelt haben (vor Jahren) gut mit dem Taschenrechner umgehen können?? Denke mal der Einsatz von eigenem Gerät und Personal wäre auf alle Fälle billiger.
Dafür soll angeblich airberlin (AB) versuchen Personal zu Etihad (EY) zu "verleihen"?!
Macht das alles Sinn??
Denke mal (auch wenn dieser Bericht des Nachrichtenmagazins nicht zu 100% stimmt) die Sparmassnahmen am "eigenen" Personal werden kommen bei airberlin.
Wartung von DUS nach MUC??? Wofür dann diese riessige Investition in die Halle 7 in DUS? Man kann nur hoffen dass Herr Prock-Schauer weiss was er geplant hat, bei den Gehältern die Er bezieht!?!
Auf Biegen und Brechen gehen diese AB Manager momentan nicht den richtigen Weg und nun stellen sich diese auch noch gegen das eigene Personal .....!?!?
Hunold mag verrückt sein oder nicht, aber Er hatte immer ein Ziel vor Augen und meist das Personal auf seiner Seite, mit dem heutigen Management ist das nun anders. ABER werden wirklich die Kosten am Richtigen Ort eingespart?
Viel Glück an den Herrn aus Österreich!
Beitrag vom 19.01.2013 - 19:58 Uhr
Aha, die Mitarbeiter, die ohnehin schon alles dafür tun dass AB über den Wolken bleibt, soll jetzt noch einen "Solidaritätszuschlag" über 5% leisten. Und wofür? Dafür dass das letzte und voletzte Management eklatant versagt hat. Wie wärs wenn der Vorstand inkl. der letzten 2 Vorsitzenden mal persönlich zur Kasse gebeten würden. Wie wärs wenn der Vorstand wenigstens auf 50% seiner Bezüge verzichten würde. Es wird von den Damen und Herren niemand Hungern oder unter der Brücke schlafen müssen.
Was ist das überhaubt für eine Wahnidee, den Wartungs und Kompetenz Stützpunkt ohne große Wartung zu führen. AB wollte doch sämtliche andere Fluggesellschaften warten. Dazu haben sie doch in ihrem ExpansionsWahn die Halle 7 gebaut. Weiß Prock-Schauer eigentlich was er da macht?


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