... Ich finde generell eher, dass sich die Piloten der Töchter zu billig anbiedern, weil sie vermutlich nix besser bezahltes finden, oder sie anderweitige persönliche Zwänge und Restriktionen haben.
Das widerspricht ein Wenig dem:
Für die, die gut sind, gibt es immer Alternativen. Beim Rest muss sich zeigen, welche neuen Konzepte andere ,stark expandierende Airlines haben und ob sie sich ggf. neue Pilotenmärkte erschließen wollen/müssen. Denkmodelle gibt es da schon.
...
Finden Sie? Bei ersterer Aussage unterstelle ich einmal, dass die überwiegende Mehrheit es bei besser bezahlten, oder besseren Arbeitsbedingungen bietenden Airlines versucht hat und kein Glück hatte. Die zweite Aussage meint, dass bei einer Nachfrage an Piloten auf unserem Markt, durch Expansion ausländischer Airlines auf unseren Markt, Arbeitsplätze entstehen könnten, die dann einer Gruppe derer, die heute bei Billigheimern fliegen, offen stehen könnte.
... Trotzdem könnte ein Pilot der Lufthansa für bis zu 60% seines Gehaltes zuhause bleiben. Das wäre dann quasi müheloses Einkommen, oder er fliegt 10 Jahre lang, von 55 bis 65, für 40% mehr weiter 100 %. Unter der Prämisse, dass man Ihn in seiner Funktion ohnehin ersetzen müsste, braucht es also einen neuen Copiloten und ein Upgrade zum Cpt. Das kostet schätzungsweise das gleiche. Das wäre die Kostenbetrachtung heute.
Genau: die Betrachtung auf heute und auch nur einen Aspekt reduziert, haben Sie natürlich recht.
Langfristig ist es doch besser für den AG generell bis 65 fliegen zu lassen, den Piloten für seine zu
vollbringende Arbeit zu bezahlen und so auch die Intervalle, einen Ausscheider durch einen neuen Piloten zu ersetzen, zu verlängern.
Klar, spart die ganze Übergangsversorgung, beziehungsweise man bekommt für die Zahlung ein Gegegnleistung. Schade nur, dass dies für viele schon Gesundheitlich nicht unbedingt funktioniert. Zudem sieht man häufig, dass man seine mentalen Schwächen nicht mehr durch seine Erfahrung ausgleichen kann. Das wäre ein Punkt, sich zu verabschieden, auch vor 65. Sprechen Sie mal mit Trainern. Viele sind bis zum Schluss auf der Höhe, andere schon länger nicht mehr. Daher gab es Regelungen, die ÜV, um jedem diesen Ausstieg finanziell abgesichert zu ermöglichen. Im übrigen liegt der zu erreichende Altersschnitt bei Lufthansa ohnehin schon bei über 60. Ein Ausstieg vorher geht im Zweifel nur über die Fluguntauglichkeit, was aber auch kein Problem darstellen sollte. Simulieren hat man ja als Pilot gelernt.
Recht haben Sie natürlich auch, dass der Discover Pilot in 20 Jahren und mehreren Tarifrunden selbst bei gleich hohem erstreikten Gehalt günstiger wäre, weil er keine Übergangsversorgung und Betriebsrente hat, für die die LH heute teilweise Rücklagen bilden muss. Das werden die Neider wieder ganz toll finden, ich finde das eher ein Armutszeugnis der Lufthansa. Eine Art der Versorgung braucht es, um einen erzwungenen Ausstieg, oder den gewollten, z.b. wegen medizinischer Indikationen, möglich zu machen. Und die Discover Leute können da vermutlich bei Ihren Gehältern kaum privat ausreichend vorsorgen.
Aber wenn sie doch dann bei LH-Gehältern angekommen sind, dann könnten sie es doch.
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Ich glaube, bei der Debatte geht es nicht um vorsorgen können. Die werden Ihre AV schon privat angelegt haben. Da geht es eher darum, sein Alter mit etwa denselben Abstrichen gestalten zu können, wie andere Arbeitnehmer auch. Da wären wir dann bei derzeit 48% seines letzten Gehaltes. Aufgrund des Endgehaltes wären wir dann immer noch fünfstellig, würde ich sagen. Zieht man davon die theoretische Höchstrente in Deutschland ab, die auch kein Pilot erreicht, bleiben Minimum 6500 tsd € pro Monat auszugleichen, eher mehr. Wenn man mal 40 Arbeitsjahre unterstellt und 20 Rentenjahre , bleiben über 3000 € pro Monat. Soviel hätten Sie vermutlich kaum dauerhaft während Ihres Arbeitslebens monatlich beiseite schaffen können. Neid? Ich nicht. Man kann auch anders viel verdienen, wenn man zumindest Bauernschläue besitzt und bereit ist mehr zu arbeiten als andere und ggf. bereit ist, Risiken einzugehen. Umsonst gibt es wenig. Unangebracht ohnehin für alle die, die keine Berührungspunkte mit dem LH Konzern haben, denn sie finanzieren die Altersversorgungen mit keinem Cent.
PS: Die Neid-Debatte steht Ihnen nicht.
