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Mehdorn bringt Weiterbetrieb von Tegel ins Gespräch

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POTSDAM - Der neue Chef des Hauptstadtflughafens, Hartmut Mehdorn, hat an seinem ersten Arbeitstag überraschend die Offenhaltung des Flughafens Berlin-Tegel ins Gespräch gebracht.

«Muss man Tegel wirklich schließen, oder kann man nicht die Last ein bisschen gleich auf die Stadt verteilen?», sagte Mehdorn am Montag im Potsdamer Landtag. «Charterflüge in Tegel - was wäre so schlimm daran? Ist nicht so viel, die fliegen auch nicht nachts.» Schlauer zu werden, sei nicht verboten.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) betonte hingegen, laut Planfeststellung müsse Tegel ein halbes Jahr nach der Inbetriebnahme des Neubaus schließen. «Das sehen wir Herrn Mehdorn, der jetzt genau sieben Stunden im Amt ist, nach, dass er das noch nicht ganz übersehen kann.»
© dpa-AFX | 11.03.2013 16:38

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Beitrag vom 13.03.2013 - 12:32 Uhr
Angesichts der Investitionen in TXL, der wertvollen Infrastruktur und der sich abzeichnenden Kapazitätsengpässe am BER sollte eine innovativer Weiterbetrieb auf jeden Fall zumindest geprüft werden. TXL könnte ein Cityairport mit einer Runway für ausgewählte Strecken zu anderen Citycentern (Punkt-zu-Punkt ohne Hubfunktion) mit modernen, lärmarmen Flugzeugen (CSeries, E75/E95) werden. Auch könnte die Flugbereitschaft weiter in TXL bleiben. Der bestehende SXF Terminal könnte vorerst für gewisse Urlaubsflieger bzw. für Billigflieger weitergenutzt werden und später in einen Business Park umgewandelt werden. Damit liesse sich auch eine Wertmaximierung erzielen. Und gleichzeitig könnte man auch am TXL die Landreserven besser nutzen für Businessparks, Uni, etc.
Beitrag vom 13.03.2013 - 11:54 Uhr
Unfug. Weder die Rechtslage noch die Bevölkerungsdichte rund um Tegel lassen einen Weiterbetrieb realistisch oder sinnvoll erscheinen. Was viel eher Sinn machen könnte, wäre ein Weiterbetrieb des jetzigen SXF als zweites Terminal am BER. Die Verkehrsanbindung etc. ist ja da und genug Nachfrage scheint es auch zu geben.
Die Flugseitige Infrarstruktur des BER würde es auch locker hergeben. Die einzige Frage, die sich stellt, ist, wird soetwas sinnvolles (Geld sparen, den Flughafen als Drehkreuz wieder interessant machen) sich gegen die Brandenburgen Fluglärmpaniker durchsetzen lassen? Nach dem Einknicken Platzecks bei den Nachtrandzeiten sehe ich da eher schwarz.
Beitrag vom 11.03.2013 - 22:35 Uhr
Also es soll ja genügend Beispiele geben, wo genau das, was Mehdorn jetzt propagiert, durchaus funktioniert hat und auch Sinn macht: Mailand (Linate), Paris (Orly), Rom (CIA), Stockholm (Bromma), Moskau (VKO), weiters Sao Paulo, Rio, Tokio, Peking, Shanghai, Bangkok, Dallas, Houston, demnächst Dubai, Doha, etc etc. Und klar, es gibt auch Beispiele, wo die Schließung Sinn gemacht hat, wie Hongkong, Quito, Oslo, Athen etc. Die Schließung von Tegel und Tempelhof enthält m. E. aber mehr Frage- als Rufzeichen.

Es ist doch nicht wirklich die Belastung der Umwelt, wie Fluglärm und Sicherheitsrisiken, sondern vor allem der urbane Land- (und Wert)gewinn, der letztlich zur Schließung von funktional total intakten (und profitablen) Cityflughäfen geführt hat. Beispiel: Die Wertschöpfung aus der Umwidmung von Riem war um ein Vielfaches höher als die Kosten des Erdinger Neubaus. Und hinter der verschärften Nachtflugregelung vom BER steht nicht weniger als die Angst vor Wertverlust in den betroffenen Gemeinden und ein drohender Stimmenverlust bei den politischen Befürwortern. Da geht's doch nicht um die Gesundheit der Anwohner, sondern um den Marktwert ihrer Hypotheken. Sorry, aber das ist die treibende Realität hinter diesem scheinheiligen Spiel mit dem 'grauseligen' Fluglärm.

Mehdorn hat nicht mehr und nicht weniger als das Naheliegende ausgesprochen, was trotz der radikalen Planfeststellung ökonomisch wie technisch ja immer noch Sinn macht, nämlich die schrittweise Verlagerung des (vernetzten) Linienverkehrs nach Schönefeld, entsprechend Baufortschritt und real benötigter Kapazität. Sprich Wachstum gibt's künftig nur mehr am BER. So was nennt man eine organische Entwicklung. Man könnt auch gesund dazu sagen. Und zur jetzigen Entwicklung: das ist nicht anderes als der Preis für maßlosen Größenwahn.

Dieser Beitrag wurde am 12.03.2013 10:54 Uhr bearbeitet.


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