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Airbus: Zweckgesellschaft übernimmt drei A380-Aufträge

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Airbus A380 mit Transaero-Livery, © Airbus

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TOULOUSE - Im Dezember vollzog Airbus eine bemerkenswerte Buchung - statt einer Löschung von vier A380 der überschuldeten Transaero Airlines, korrigierte Airbus sein Auftragsbuch um lediglich einen Superjumbo. Der Rest des Auftrags wanderte zu einem bisher nicht in Erscheinung getretenen Käufer.

Im Auftrags-Excel für den Monat Dezember löschte Airbus die Zeile, in der noch bis November Transaero-Aufträge für acht A320neo und vier A380 eingetragen waren. Nachdem Transaero 2015 im Zuge der russischen Luftfahrtkrise ihre Geschäfte aufgeben musste, war dieser Schritt zum Jahresende folgerichtig und absehbar.

Eher ungewöhnlich ist, dass sich drei A380 nun in einer neu eingefügten Zeile finden, die als Kunden die Firma "Air Accord" nennt. Nur eine A380 des Transaero-Auftrags buchte Airbus endgültig aus. Die drei A380 sind zugleich die einzigen Flugzeuge, die auf Air Accord entfallen. Wer ist der mysteriöse Kunde?

"Bei Air Accord handelt es sich um eine Zweckgesellschaft", sagte eine Airbus-Sprecherin aero.de am Dienstag. Im Handelsregister Bermuda findet sich ein Eintrag für Air Accord. Die Gesellschaft wurde im April 2012 angemeldet, zwei Monate bevor Transaero ihren Festauftrag für die A380 unterschrieb.

Weitere Veröffentlichungen legen nahe, dass Transaero Air Accord tatsächlich zur Abwicklung des A380-Geschäfts zwischenschaltete, wie es bei Flugzeugkäufen aus steuerlichen Gründen oft der Fall ist. Gewöhnlich bleiben solche Zweckgesellschaften aber im Verborgenen und treten nicht als Endkunden in Erscheindung.

Stirbt der A380-Auftrag in der Abwicklung von Transaero einen Tod auf Raten oder hält Air Accord die Slots für einen anderen Kunden "warm"? Das werden erst die nächsten Monaten zeigen - zu unübersichtlich ist derzeit das Geschehen im russischen Luftfahrtmarkt, der sich nach dem Wegfall von Transaero Airlines um Aeroflot sammelt.

Boeing weist übrigens auch weiterhin alle vier 747-8-Aufträge von Transaero aus. Dafür strukturierte Seattle überraschend den 787-Auftrag von Aeroflot neu. Statt sich, wie mehrfach angekündigt, von 22 787-8 zu lösen, ließ Aeroflot im November vier Flugzeuge auf die größere 787-9 umschreiben.

Airbus schloss das A380-Programm 2015 nach drei Neuaufträgen, vermutlich von All Nippon Airways, und einer Storno unter dem Strich mit einem positiven Nettoauftragseingang von zwei Flugzeugen ab.
© aero.de | Abb.: Airbus | 13.01.2016 10:57


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