Verwandte Themen
Der Wechsel des Kreditkartenanbieters im Treueprogramm "Miles & More" hat unter Stammkunden der Lufthansa für Ärger gesorgt. "Ich werde den Vertrag sang- und klanglos auslaufen lassen", kündigt beispielsweise der Sales Professional Thomas Fröhlich auf der Plattform LinkedIn an.
Wie viele andere Kunden hat er keine Lust oder Zeit, sich beim neuen Kartenanbieter Deutsche Bank "wieder komplett nackig zu machen", sprich genaue Auskünfte zu Einkünften und Vermögen erneut abzugeben, Schufa inklusive. Das ist aber notwendig, um die erflogenen Meilen dauerhaft zu sichern, weil die bislang ausgegebenen Karten der Deutschen Kreditbank (DKB) spätestens zum 30. April auslaufen.
Meilen sammeln auf vielen Wegen
Mit dem Miles-&-More-Programm will der Lufthansa-Konzern seine Kunden enger an sich binden. Nach einem komplexen System können Meilen gesammelt werden, für die man später Produkte, Upgrades oder in seltenen Fällen auch Bonusflüge eintauschen kann.
Die zusätzlich ausgegebenen Kreditkarten wirken dabei als Turbo, weil jeder Karteneinsatz zusätzliche Meilen bringt. Zusätzlich gibt es Status-Punkte (Points), die ab gewissen Schwellen verbesserte Dienstleistungen auf der Flugreise mit sich bringen.
Zum Übergang verweist die Deutsche Bank auf bankrechtliche Vorgaben, nach denen sich Kunden legitimieren müssen, wenn sie eine neue Kreditkarte beantragen. Die dabei eingeholten Informationen seien "branchenüblich". Wenn man die Kunden besser kenne, erhöhe sich die Sicherheit für die Bank und gleichzeitig würden die Kunden vor potenziellem Missbrauch der Karte geschützt.
Im Wechselprozess habe es an vielen Stellen geknirscht, beklagen Vielflieger. Call-Center-Agenten konnten nicht weiterhelfen, Mitarbeiter in einzelnen Filialen der Deutschen Bank seien nicht ausreichend informiert gewesen.
Als misslich wurde auch empfunden, dass die bisherige Karte nicht automatisch gekündigt werde, was zu doppelten Gebühren führen könne. Auch hatte die Deutsche Bank den Standard-Kreditrahmen zunächst auf niedrige 2.500 Euro festgesetzt, diesen inzwischen aber verdoppelt.
Schwund ist einkalkuliert
Miles & More weist die Kritik zurück. Man sei sich zwar bewusst, dass der Wechsel mit einem gewissen Aufwand verbunden sei. "Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass dies für alle Beteiligten der bestmögliche und sicherste Weg ist. Den einmaligen Aufwand gleichen wir durch den Wechselbonus und weitere langfristige Vorteile aus."
Die Umstellung der einzelnen Karten könne nahtlos erfolgen, wenn die Kunden dies wünschten. Für einen schnellen Wechsel bis zum 15. Februar habe man Boni von bis zu 6.000 Meilen und 40 Points angeboten.
Zahlen zum Verlauf des Wechsels nennt die Lufthansa-Tochter aber nicht. Die Miles-&-More-Kreditkarte werde in Deutschland von einer "substanziell sechsstelligen Zahl" von Personen genutzt. Von diesen habe sich bereits ein "signifikanter Anteil" für den Wechsel entschieden. Einen gewissen Schwund hat man offenbar einkalkuliert. Das Unternehmen erklärt dazu: "Vereinzelte Kündigungen sind bei einer Produktumstellung dieser Größenordnung üblich und bewegen sich im erwartbaren Rahmen."
© dpa | Abb.: Miles and More | 31.01.2026 07:27







Kommentare (0) Zur Startseite
Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.