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Bei Lufthansa Technik droht Stellenabbau in Deutschland

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Triebwerkswartung an einer Boeing 747-8 bei Lufthansa Technik in Frankfurt, © Deutsche Lufthansa AG

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HAMBURG - Bei der Technik-Tochter des Lufthansa-Konzerns droht ein Stellenabbau in Deutschland. Für die Bereiche Flugzeugüberholung und Triebwerksinstandhaltung liefen seit einigen Wochen Gespräche zwischen der Konzernleitung von Lufthansa Technik, Gewerkschaften und Betriebsrat.

Dies sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag in Hamburg. Der «Spiegel» hatte zuvor über einen drohenden massiven Arbeitsplatzabbau berichtet.

Bei der Triebwerksinstandhaltung mit rund 1700 Beschäftigten gehe es etwa um eine Anhebung der Wochenarbeitszeit und flexible Arbeitszeiten, erklärte der Sprecher. Es solle rund um die Uhr gearbeitet werden können, um die Anlagen besser auszulasten. Bei der Flugzeugüberholung mit etwa 350 bis 400 Beschäftigten in Hamburg gehe es vor allem um Arbeitszeitflexibilität. Hamburg habe hier im Vergleich zu anderen Standorten ein «Lohnproblem» und solle auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau gebracht werden.

Hintergrund der Verhandlungen seien gravierende Marktveränderungen bei Triebwerken, sagte der Sprecher. «Wir werden gemeinsam Maßnahmen entwickeln, um die Fahrzeugmotoren der nächsten Generation nach Hamburg zu holen.» Das werde nur funktionieren, wenn man sich auf dem Niveau der Weltmarktpreise bewege - also niedrigere Preise als jetzt anbiete. «Wenn wir keine der neuen Motortypen nach Hamburg bekommen können, heißt das, dass wir in Hamburg weiterhin nur die Motortypen haben, die im Laufe der nächsten Jahrzehnte vom Markt verschwinden.» Eine Entscheidung werde im Laufe des zweiten Quartals erwartet.

Bei gleicher Auslastung hätten die Beschäftigten mit den Motoren der nächsten Generation weniger zu tun, erklärte der Sprecher. Denn diese bräuchten im Laufe ihres Lebens eine Triebwerksüberholung weniger, und bei der Überholung gebe es einen geringeren technischen Aufwand. Wie viele Stellen abgebaut werden könnten, sei derzeit nicht absehbar. «Eine seriöse Aussage zur Entwicklung der nächsten 10, 15, 20 Jahre ist nicht möglich», betonte der Sprecher. Es stehe zudem ein «großer Pensionierungsschwung» an.

Am Montag hatte der Lufthansa-Tochterkonzern mitgeteilt, dass er im vergangenen Jahr den Umsatz um 17,6 Prozent auf rund 5,1 Milliarden Euro und den bereinigten Gewinn vor Steuern und Zinsen um 20 Prozent auf 454 Millionen Euro gesteigert habe. Ausdrücklich wurde auf die zunehmende Internationalisierung des Geschäfts verwiesen. Lufthansa Technik beschäftigt weltweit rund 20 300 Mitarbeiter, davon mehr als 10 000 in Deutschland. In Hamburg sind es laut Sprecher rund 7500.
© dpa | 25.03.2016 18:00

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Beitrag vom 02.04.2016 - 19:36 Uhr
@EricM
Jetzt habe ich doch ein paar Zahlen bekommen. Da ich aber nicht weiß ob ich die so posten kann, hier ein kleiner Umweg...

Die Wartungen werden über MannStunden abgerechnet, ergeben sich in der Regel aus den Jobcards laut Herstellervorgaben (wenn nichts dazwischen kommt) Die Leistung ist also direkt vergleichbar.

Wenn eine Stunde Wartung an Triebwerken in Osteuropa 100% sind, sind sie in Asien etwa 80-90% in D 140%, Teilereparatur sogar bis 160%. Jetzt werden die Weichen für die zukünftigen GTFs gestellt, entweder man bietet bei den 100% mit, oder man ist raus. LHT bietet hier natürlich mit, eigene Standorte die diesen Preis matchen gibt es ja. Nur eben (noch) nicht in D. Jetzige Generation Triebwerke gibt es ja noch und der Wechsel ist auch nicht plötzlich, da gibt es Übergänge. Aber wenn die A343 mal weg sind, die A346 auch, dann bleibt nicht mehr viel. A380 ist schon Power by the Hour extern.


Dieser Beitrag wurde am 02.04.2016 19:37 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 31.03.2016 - 21:10 Uhr
Das Ganze mit der geheuchelten Entschuldigung, sie könnte ja gar nicht anders aufgrund des Konkurrenzdrucks, der sich auf die aktuellen Ergebniss aber scheinbar nicht auswirkt.

Ich glaube hier ist Ihr Ansatz falsch. LFT ist ein globales Unternehmen und der Gewinn wurde im gesamten Bereich erwirtschaftet. leider bekommt man keine genaueren Zahlen, aber LFT bedient über 50 verschiedene Airlines weltweit, da wird schon ein ordentlicher Anteil am Gewinn dabei sein. Dies jetzt mir den Kosten in D zusammenzubringen erscheint mir schwierig. Ich hatte ja Zahlen versprochen, habe intern aber nichts bekommen. Alles was ich gefunden habe ist eine IATA Studie zu den MROs und hier lag 2014 der Durchschnitts Stundenlohn aller MROs weltweit bei 42,- US$/brutto. Ich denke das ist ein Stück weg von den Stundenlöhnen bei der Technik in D, besonders nachts und Sonn/Feiertagen.

Sich auf die deutsche Qualität zu berufen um den Preis zu rechtfertigen klingt in meinen Ohren etwas arrogant. Werltweit werden hunderttausend Aggregate gewartet, der LHT D Anteil erscheint mir hier sehr gering. Andere machen auch einen guten Job.

Ich sehe bei aller wirtschaftsliberalen Rhetorik hier schlicht den Willen zur Steigerung des Profits auf Kosten der bisherigen Mitarbeiter. Die LHT ist bei weitem ja nicht die einzige Firma die so geführt wird, deshalb muss man das aber nicht versuchen schönzureden oder als alternativlos zu deklarieren.

Ich glaube aber, genau darauf läuft es hinaus. Mach mit oder du bist weg, mittelfristig gesehen.
Beitrag vom 31.03.2016 - 19:16 Uhr
Jetzt sind die Kollegen von der Technik dran...
CS verschont keinen Konzernteil
Die Methode ist überall die selbe, Angst schüren. Kosten runter sonst Arbeitsplatzverlust.
Eine Spirale mit offenem Ende nach unten.
Zum k..... dieser Typ. Hat seine Seele an die Kapitalseite im AR verkauft um CEO zu werden. Jetzt muss er mit allen Mitteln liefern.
Man kann nur hoffen, daß er scheitert.
LH braucht ein Management mit mehr Ideen als nur Personalkosten zu senken.
Die lustigen Kommentatoren hier im Forum die versuchen, das Ergebnis der LHT zu interpretieren. Im Konzern wird das Geld hin und hergeschoben wie es gerade passt.

Wenn man keine Ahnung hat, lieber Mund halten.

Hallo hamxfw,
finde ich wirklich gut, dass Sie sich an Ihren eigenen Ratschlag halten....:-D


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