110 Millionen Passagiere
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Lufthansa bleibt 2016 erstmals hinter Ryanair

FRANKFURT - Die Lufthansa ist 2016 trotz Zuwächsen im Passagiergeschäft erstmals hinter Ryanair zurückgefallen. Zusammen mit Eurowings, Swiss und Austrian Airlines beförderte die Lufthansa im abgelaufenen Jahr 109,67 Millionen Fluggäste und damit 1,8 Prozent mehr als 2015.

Die irische Ryanair konnte die Zahl der Fluggäste dank eines kräftig ausgeweiteten Flugangebots jedoch um 15 Prozent auf 117 Millionen Passagiere steigern.


Passagiere und Auslastung des Lufthansa-Konzerns ©  aero.de
Gemessen an der Zahl der Fluggäste musste Lufthansa ihre Stellung als Europas größte Fluggesellschaft an Ryanair abtreten. Allerdings sind die Lufthansa-Kunden im Schnitt auf längeren Strecken unterwegs, da der Kranich m Gegensatz zu Europas größtem Billigflieger ein weltweites Streckennetz betreibt.

Die direkten Netz-Konkurrenten IAG und Air France-KLM beförderten 2016 100,7 beziehungsweise 93,4 Millionen Fluggäste.


Passagiere und Auslastung bei Swiss ©  aero.de
Bei der Auslastung ihrer Flugzeuge verbuchte die Lufthansa im abgelaufenen Jahr einen Rückgang um 1,4 Prozentpunkte auf 79,1 Prozent. Zu schaffen machten der Lufthansa 2016 weiter gesunkene Ticketpreise und der sechstägige Pilotenstreik Ende November.

Swiss und Austrian legen zu

Lufthansa Passage ging 2016 fast unverändert mit 62,4 Millionen Passagieren ins Ziel und verbuchte bei einer durchschnittlichen Auslastung von 79,1 Prozent einen Rückgang um 1,1 Punkte. Swiss beförderte 18,0 Millionen Fluggäste, ein Plus von 2,5 Prozent, mit einer um 2,6 Punkte auf 80,2 Prozent gesunkenen Auslastung.


Passagiere und Auslastung bei Austrian Airlines ©  aero.de
Austrian steigerte sich 2016 um 5,1 Prozent auf 11,4 Millionen Passagiere, konnte allerdings ebenfalls nicht alle zusätzlichen Sitze absetzen. Die Auslastung fiel mit 76,1 Prozent 1,9 Punkte schlechter aus als 2015. Austrian übernahm 2016 einige Flüge von Lufthansa.

Im Dezember konnten Austrian und insbesondere Swiss deutlich zulegen.

Streikkosten: 4.450 Flüge und 100 Millionen Euro

Der Ausstand der Cockpit-Besatzungen fügte Lufthansa nach bisherigen Angaben einen Schaden von rund 100 Millionen Euro zu. Rund 4.450 Flüge mit 525.000 betroffenen Passagieren blieben dadurch am Boden.

Im neuen Jahr will die Lufthansa-Führung um Vorstandschef Carsten Spohr das Flugangebot nach jüngsten Plänen um drei Prozent ausbauen. Dazu soll auch ein Deal mit der vor der Zerschlagung stehenden zweitgrößten deutschen Fluglinie Air Berlin beitragen.

Das Unternehmen will 38 Airbus-Mittelstreckenjets samt Piloten und Flugbegleitern an den Lufthansa-Konzern vermieten, davon 33 an dessen Tochter Eurowings. Diese will sich in diesem Zuge von 20 älteren Maschinen trennen. Weiteres Wachstum kommt mit der jüngst besiegelten Übernahme der belgischen Brussels Airlines, die ebenfalls bei Eurowings angedockt wird und bis 2018 integriert werden soll.

Im abgelaufenen Jahr hat die Lufthansa voraussichtlich einen um Sonderfaktoren bereinigten operativen Gewinn (bereinigtes Ebit) von rund 1,8 Milliarden Euro erzielt. Die Prognose hatte der Vorstand erst am Freitag bekräftigt. Die Belastung durch den Pilotenstreik vom November ist dabei aber herausgerechnet.

Sichtflug ins Jahr 2017

Eine Gewinnprognose für 2017 wagte das Management noch nicht. Allerdings rechnet der Vorstand mit weiter sinkenden Ticketpreisen. Zudem muss das Unternehmen für Kerosin voraussichtlich wieder tiefer in die Tasche greifen. Nachdem die Treibstoffkosten 2016 nach vorläufigen Zahlen von 5,8 auf 4,9 Milliarden Euro gesunken waren, dürften sie 2017 auf 5,3 Milliarden Euro klettern.
© aero.de, dpa-AFX | Abb.: Lufthansa | 10.01.2017 13:40

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Beitrag vom 11.01.2017 - 21:20 Uhr
Wachstum bei der LH?
Da wird doch gleich mal ne Gehaltserhöhung für die Piloten fällig. Und wenn nicht: Luft zum Streiken is ja noch!
Beitrag vom 10.01.2017 - 16:08 Uhr

Da gebe ich ihnen recht, nicht nur die aufgeblähte Verwaltung ist sicher teuer, aber man muss sich weiters noch ansehen, wieviele von den ca 125.000 Mitarbeitern direkt mit der Passagierbeförderung zu tun haben. Wohl weitaus weniger als 50 % also mindestens 65.000 Mitarbeiter sitzen nicht in einem Flugzeug sondern arbeiten AM BODEN in anderen Bereichen.
Bei der Ryanair sitzen ca 80 % aller Mitarbeiter in einem Flugzeug und haben direkt mit dem zu tun, für was eine Airline da ist - : Zum Passagierbefördern mit einem Flugzeug ;-)

Sie verwechseln fortwährend LH Konzern mit der Airline. Laut GB 1-9 2016 LH Passageairline 35000 Mitarbeiter, etwa 27000 Kabine/Cockpit. Können Sie aber nicht vergleichen, FR fliegt mit Minimumcrew, LH auf Langstrecke darüber. FR hat am Boden auch kein eigenes Personal, alles Fremdhandling, LH aber schon teilweise eigenes.
Beitrag vom 10.01.2017 - 16:01 Uhr
Interessante Zahlen von Lufthansa Passage für 2016:
PAXE nur 0,1% plus , Ladefaktor -1,1% bei gestiegener Anzahl der Flüge um 1,7% un insgesamt deutlich rückläufigen Preisen.
Da Eurowings/Germanwings auch zur Lufthansa Passage zählen insgesamt also kein Zuwachs an PAXEN aber man brauchte mehr Flüge.

EW wird ab 2016 separat ausgewiesen.

Rechnet man Eurowings/Germanwings raus hat Lufthansa Classic wahrscheinlich sogar ein deutliches Minus produziert.
Wo will LH Classic eingentlich noch wachsen, oder hat Herr Spohr dieses Ziel ganz aufgegeben und konzentriert sich vollständig auf die Töchter?
In Frankfurt fliegt fast ausschließlich Lufthansa Classic, werden verlustbringende Flüge dort weiter reduziert? Oder soll FR die verlustbringenden Zubringer der LH ablösen?


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