Chinesischer Flugzeugbauer
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Comac erwägt Einstieg bei Bombardier

Bombardier CS300
Bombardier CS300, © CSeries

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FRANKFURT - Der angeschlagene Flugzeughersteller Bombardier kann bei seiner Suche nach Partnern laut einem Pressebericht auf den chinesischen Jet-Hersteller COMAC hoffen. Der "Financial Times" (Freitagausgabe) zufolge arbeitet COMAC mit mindestens einer Bank an einem Bündnis.

Ein Joint Venture könnte auf eine Beteiligung an Bombardiers Flugzeugsparte oder direkt am neuen Mittelstreckenjet, der CSeries, hinauslaufen. "Alles ist auf dem Tisch", sagte ein Insider dem Blatt.

COMAC hatte Anfang Mai sein erstes großes Passagierflugzeug C919 in die Luft geschickt.

Ein Bündnis mit den Kanadiern könnte dem staatlichen Konzern helfen, schneller zum ernsthaften Konkurrenten für Boeing und Airbus aufzusteigen und für Bombardier könnte sich der gewaltige chinesische Absatzmarkt öffnen.

Dem Bericht zufolge haben COMAC und Bombardier bereits über längere Zeit entsprechende Gespräche geführt. Die Chinesen ließen eine Nachfrage der Zeitung allerdings unbeantwortet, und die Kanadier lehnten jede Stellungnahme ab.

Bombardier steckt seit einiger Zeit in finanziellen Schwierigkeiten. Das hochverschuldete Unternehmen hat sich mit der CSeries übernommen. Die Entwicklung des Jets, der mit den kleinsten Modellen von Airbus und Boeing konkurriert, dauerte länger und wurde erheblich teurer als geplant.

Gleich zweimal musste Bombardier deswegen staatliche Unterstützung in Anspruch nehmen. Dabei spaltete Bombardier das CSeries-Programm in ein eigenes Unternehmen ab, an dem seit Juni 2016 die Provinzregierung von Quebec beteiligt ist. Sie schoss eine Milliarde US-Dollar nach.

Die COMAC C919 spielt mit 158 bis 174 Sitzen in der A320-Liga und dürfte nach aktuellem Stand gegen 2020 bei Erstbetreiber China Eastern Airlines fliegen. Bombardier liefert die CS100 und CS300 seit 2016 aus, die Lufthansa-Tochter Swiss ist erster und bisher größter Betreiber.
© aero.de, dpa-AFX | Abb.: COMAC | 19.05.2017 07:55

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Beitrag vom 19.05.2017 - 09:36 Uhr
Das Ganze hört sich sehr bekannt an. Zu Zeiten von Dornier gab es ein ähnliches Interesse der Chinesen an Dornier bzw. Embraer. Letztlich wurde aber nichts daraus. Auf Seiten der Chinesen hatte man abenteuerliche Vorstellung bezüglich einer Partizipation im Rahmen von Offset-Programmen, Missachtung von Patentrechten. Auch nach der Insolvenz der späteren Fairchild Dornier Gruppe entpuppten sich die Chinesischen Investoren als Luftnummern. Auch entbehrt es nicht einer gewissen Komik, dass Bombardier damals kompletten Zugang zu den Entwicklungsunterlagen der 728Jet Familie hatte.

Aber vielleicht wird diesmal ja alles gut, und COMAC hat ein echtes Interesse über die Entwicklung Ihres eigenen Projekts hinaus. Das wäre dann mal ein Beweis dafür, dass man beim Deal nicht unbedingt mehr rausholt als man selbst gibt. Es ist Bombardier zu wünschen, denn ein dritter Konkurrent im Markt für Zivilflugzeuge oberhalb der Regionalgrenze täte dem Wettbewerb gut.

Fragt sich dann nur wie lange es noch dauert bis Embraer von Mitsubishi oder Sukhoi angesprochen wird oder gar von den Chinesen, falls der Deal mit Bombardier am Ende nichts wird.


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