Airport an der Kapazitätsgrenze
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Flughafen München: Langsam wird es eng

Flughafen München Satellit am Terminal 2
Flughafen München Satellit am Terminal 2, © FMG

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MÜNCHEN - Nach Rekordzahlen im ersten Halbjahr steuert der Flughafen München nach Einschätzung von Flughafen-Chef Michael Kerkloh zunehmend auf Engpässe zu.

Schon jetzt sei es für Fluggesellschaften, die in München Maschinen für den Europaverkehr stationieren möchten, fast unmöglich, noch genug freie Zeitfenster für Starts und Landungen zu finden, sagte Kerkloh am Donnerstag und forderte eine dritte Startbahn.

"Es ist inzwischen absehbar, dass wir in zwei oder spätestens drei Jahren unsere Kapazitätsgrenzen erreichen und dann kein nennenswertes Verkehrswachstum mehr möglich sein wird."

Die Aufsichtsgremien des Flughafens wollten in Kürze darüber beraten, wie es beim Flughafenausbau weitergeht, sagte Kerkloh. Die Staatsregierung und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hätten deutlich gemacht, wie wichtig der Erweiterungsschritt sei. Zudem werde das Vorhaben von mehr als 220 Unternehmen und Wirtschaftsverbänden unterstützt.

Gesellschafter des Flughafens sind der Freistaat als Mehrheitseigentümer, die Stadt München und der Bund. Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) fühlt sich weiter an einen Münchner Bürgerentscheid aus dem Jahr 2012 gebunden, bei dem eine Mehrheit gegen die Startbahn votiert hatte. Reiter und Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) wollen anhand neuer Zahlen aber prüfen, ob sie die Münchner erneut an die Urnen rufen.

Im ersten Halbjahr stieg die Zahl der Starts und Landungen am Münchner Flughafen um weitere vier Prozent auf annähernd 200.000. Mehr als 21 Millionen Fluggäste nutzten den Airport - das entspricht dem gesamten Passagieraufkommen des Jahres 1999, wie Kerkloh sagte.

Für das Gesamtjahr rechnet er mit vier Prozent mehr Starts und Landungen und etwa fünf Prozent mehr Fluggästen.

Eurowings macht sich in München breit


Zu dem Wachstum tragen auch die Billigflieger bei - hier hat München noch deutlich Nachholbedarf. Die Lufthansa-Tochter Eurowings hat soeben vier Flugzeuge in München stationiert und fliegt damit 30 europäische Städte an. Weitere zwei Flugzeuge für den Europaverkehr sollen im kommenden Jahr hinzukommen, sagte Kerkloh.

Für diesen Freitag hat Eurowings zu einer Pressekonferenz eingeladen, bei der es weitere Neuigkeiten zu München geben werde. Dem Vernehmen nach will Eurowings 2018 in München auch Langstrecken starten lassen.
© dpa-AFX, aero.de | 06.07.2017 15:29

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Beitrag vom 10.07.2017 - 17:24 Uhr
Das Wetter sollte man auch nicht vergesssen. LHR hat naturgemäß kaum Schnee/Frost und damit einen wesentlichen Betriebsvorteil.

Das halte ich für ein Gerücht. LHR mag kaum Schnee haben, dafür aber genug Nebel.
Mir fehlen da gerade die Statistiken, aber gefühlt fallen LHR-Flüge ziemlich oft aus während das für MUC eigentlich eher selten ist.

MUC hat halt mehr reserven, aber an Nebel mangelt es im Erdinger Moos sicher nicht.


Das Problem in MUC ist Morgens und v.a. Mittags wenn die Langstrecke rausgeht.
Das macht weiteres Wachstum schwer, weil man natürlich Slots haben will die vond er UHrzeit her nachgefragt werden.

MUC ist mehr oder weniger den ganzen Tag zu, nicht nur zu ein paar Stoßzeiten. Vgl Flughafenkoordinator.

Flughafenkoordinator.
MUC ist eben nicht den ganzen Tag zu. Es gibt genug Slots.
Halt nur nicht zu den Stoßzeiten.

Quelle: Fluglotse in MUC & Mitarbeiter FMG.
Ist wohl politisch nicht so gebiast.

Ein weitere MUC spezifisches Problem ist das lange Taxi.
Mit einem weiteren Ausbau könnte man da hoffentlich besserung schaffen.

Kompakter als München wird man einen Flughafen kaum gebaut kriegen. Gerade Heathrow als Vergleich benötigt doch viel mehr Taxizeiten.
Und wie man mit einem Bau einer dritten Bahn die Taxizeiten verkürzen soll, ist mir auch ein Rätsel. Da käme dann ja noch das Crossing dazu der heutigen Nordbahn dazu.

Vlt. kriegt man es operativ besser geregelt?
Taxi in MUC kommt mir immer recht lang vor, das mag aber Subjektives empfinden sein.
Beitrag vom 10.07.2017 - 12:09 Uhr
Um es simpel zu sagen:
Eine weitere Bahn nimmt Druck aus dem Kessel und erhöht die Sicherheit. Es wird immer noch viel Traffic sein, gerade weil man ja weiter wachsen wird. Aber man läuft nicht ständig im roten Bereich. Es wird für alle entspannter, ATC und v.a. Piloten. Kleinere "Fehler" werden leichter zu beheben sein, ohne dass man direkt einen G/A machen muss, weil z.B. der Anflug 5kts zu schnell war und der Abflug 3 Sekunden zu spät T/O macht.

Die operationellen Limits sind schon sehr ausgereizt. Ich gehe mal davon aus, das alle führenden Airlines heute bei minimum 1000ft AGL established sein müssen, d.h. Flaps/Gear in LDG Config, Speed auf V-Target und passendes Powersetting. Das ist bei 180kts to 4 NM echt ein Problem in LHR. Machst Du das nicht, und fliegst nur 10 kts langsamer um dann in einer Meile von 170 kts auf 130-140 kts "abzubremsen" um deine Limits noch einhalten zu können, dann bekommst du nen Anschiss von ATC (slebst erlebt als PNF). Das wirft seine ganze präzise am Limit geführte Staffelung durcheinander (wie im Stau: der Erste bremst, bekommt aber nichts mit von dem sich hinter ihm entwickelnden Stau).
Das gleiche bei der Landung. Verpasst Du einen "Ausgang", wird das fast im G/A der anfliegenden Maschine enden. Sselbst erlebt als PFN, war der gleiche Flug wie beim Anschiss von ATC. Der Cpt hatte da ein anderes Verständnis als ATC, und wollte "sein Ding" durchziehen, Argument: "Wir sitzen hier und müssen fliegen, nicht ATC".
Das Ende war, dass uns nach dem Abrollen der Tower an GND verwiesen hat und der uns zuammengefaltet hat, dazu noch mal ca. min 10 Minuten direkte Strafe aufgebrummt: Warten auf dem Parallel-Taxiway, im Bereich A/J, so dass wir keinen stören, aber alle um uns rum kommen.
Das war aber bereits vor 6,5 Jahren. Die Situation wird sich aber sicher nicht verbesstert haben seit dem.
Beitrag vom 10.07.2017 - 11:36 Uhr
Vielen Dank! Das bedeutet, zurück zur Ausgangsfrage, alles superoptimiert und bitte bloß nix außer der Reihe, dann kollabiert es.

Bleibt die Frage, wäre dies ein erstrebenswerter Zustand oder fährt man insgesamt, alles Pro/Contras berücksichtigt, mit einer weiteren Bahn besser?


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