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Ryanair streicht Ukraine aus dem Winterflugplan

Ryanair Boeing 737
Ryanair Boeing 737, © Ryanair

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DUBLIN - Ryanair zieht angekündigte Flüge in die Ukraine vor dem Start im Winter zurück. Der Flughafen Kiew halte sich "nicht an Absprachen" und schütze das Geschäft "hochpreisiger Fluggesellschaften wie Ukraine International Airlines", teilte Ryanair am Montag mit. Ein Plan B für die freien Flugzeuge heißt Deutschland.

Vier neue Linien nach Kiew und sieben Verbindungen nach Lwiw - mit Elan und 500.000 Jahrespassagieren vor Augen ging Ryanair das Projekt Ukraine an. "Es gibt hier viel Potenzial und weniger Verbindungen als möglich wären", schwärmte Ryanair-Betriebsvorstand David O`Brien noch im März.

Mittlerweile ist die anfängliche Euphorie verflogen. "Der Flughafen Kiew hat gezeigt, dass die Ukraine bisher leider kein hinreichend entwickelter oder verlässlicher Standort ist, in den Ryanair wertvolle Flugzeugkapazität investieren kann", kommentierte O`Brien die Rolle rückwärts, blieb Details allerdings schuldig.

Aus Sicht des Managements des Kiewer Flughafens Boryspil waren die Bedingungen von Ryanair unannehmbar, schreiben örtliche Medien am Dienstag. Dem Hauptstadtflughafen hätten umgerechnet 67 Millionen Euro Verluste gedroht. Unter anderem sollte der Gerichtsstand nicht in der Ukraine liegen. Ryanair habe zudem auf 35 Prozent des Umsatzes der Duty-Free-Geschäfte bestanden.

Ryanair bedauere, "dass der Flughafen Lwiw von der Kiewer Entscheidung in Mitleidenschaft gezogen wird", sagte O`Brien. Die Airline werde ihre für die Ukraine vorgesehenen Flugzeuge in "miteinander in Wettbewerb stehende Märkte wie Deutschland, Israel und Polen umleiten".

Ab Oktober wollte Ryanair Kiew fünfmal pro Woche aus London-Stansted und an drei Verkehrstagen aus Stockholm, Manchester und Eindhoven anfliegen. Lwiw sollte zweimal wöchentlich unter anderem mit den deutschen Ryanair-Standorten in Berlin-Schönefeld und Memmingen gekoppelt werden.

Einige Strecken hätten sich mit Angebot des Konkurrenten Wizz Air überlappt.

Transportminister Wladimir Omeljan droht dem Kiewer Flughafenchef Pawel Rjabikin nun mit Entlassung. "Morgen werde ich dem Kabinett den Entlassungsantrag vorlegen", teilte der Minister der Internetseite Ukrajinska Prawda mit.
© aero.de | Abb.: Ryanair | 10.07.2017 20:38

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Beitrag vom 11.07.2017 - 14:38 Uhr
So hart wie die Ukraine sollten auch mal einige deutschen Flughäfen bleiben. Aus meiner Sicht ein selbstverständlicher Schritt den hier die Ukraine gehen muss. Wer nichts zahlt, kann auch nichts erwarten. Aber Ryanair ist ja bekannt das so zu drehen wie sie es gerade brauchen.
Beitrag vom 11.07.2017 - 07:46 Uhr
Das die Ukraine keine Umsätze bringt, das glaube ich schon gar nicht. Immer mehr Deutsche
fliegen in die Ukraine - Besuch Kiew und Lemberg usw.

Und das mit den Gebühren halte ich erst recht für Quatsch, da die Verhandlungen ja
bereits lange vorher stattfanden - bevor der Flugplan mit den Preisen aufgestellt
wurde. Da muss jedenfalls was anderes in der Luft liegen.
Beitrag vom 10.07.2017 - 23:35 Uhr
Mittlerweile ist die anfängliche Euphorie verflogen. "Der Flughafen Kiew hat gezeigt, dass die Ukraine bisher leider kein hinreichend entwickelter oder verlässlicher Standort ist, in den Ryanair wertvolle Flugzeugkapazität investieren kann", kommentierte O`Brien die Rolle rückwärts, blieb Details allerdings schuldig.

Ein Paradebeispiel dafür, wie man viel reden kann, ohne etwas zu sagen. Ja, woran lag es denn letztendlich, dass der böse Flughafen nicht so kooperativ ist wie man dachte? War man vielleicht einfach nicht bereit, Ryanair mit den Gebühren weiter entgegen zu kommen? Oder hat man einfach nach einer Ausrede gesucht, um Flieger nach Deutschland abziehen zu können und die Ukraine war der schwächste Umsatzbringer?


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