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Streckengebühren sollen 2010 um 2,7 Prozent steigen

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Lufthansa Airbus A340-600, © Deutsche Lufthansa AG
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BERLIN - Nach deutlichen Anhebungen der Flugsicherungsentgelte in Irland und Österreich werden die Gebühren 2010 auch in Deutschland steigen. "Für Deutschland werden die An- und Abfluggebühren voraussichtlich um 5,9 Prozent und die Streckengebühren um 2,7 Prozent in 2010 angehoben", erklärte der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften BDF am Dienstag in einer Stellungnahme gegenüber aero.de.

Die Gebühren steigen unter dem Eindruck der Wirtschaftskrise allerdings weniger stark als zunächst beabsichtigt. "Ursprünglich waren 14,0 Prozent beziehungsweise 8,5 Prozent Erhöhung geplant", ergänzte BDF-Sprecherin Sabine Teller. "Damit zeigt sich einmal mehr, wie überholt das Vollkostendeckungsprinzip als ökonomisches Steuerungsinstrument ist."

Die anstehende Anhebung der Streckengebühren in Irland und Österreich um 17,0 respektive 13,0 Prozent hatte zuletzt auf europäischer Ebene heftige Kritik hervorgerufen.

Der Verband der Europäischen Fluggesellschaften AEA verweist auf eine Empfehlung des EU Verkehrskommissars Antonio Tajani, nach der die Regierungen der Mitgliedsstaaten in der Krise eine Anhebung der Gebühren für Flughafennutzung und Flugsicherung nicht genehmigen sollten, um Fluggesellschaften 2010 nicht zusätzlich zu belasten.

"Viele haben auf diese Empfehlung sehr positiv reagiert", sagte AEA-Präsident Ulrich Schulte-Strathaus. "Andere verstecken ihre Ineffizienz hingegen weiter unter dem Vorwand der Kostenkonsolidierung".

Austro Control hatte die Anhebung der Flugsicherungsentgelte als Folge des Prinzips der Vollkostendeckung verteidigt. In einer Rezession müssten die Fixkosten auf weniger Verkehr umgelegt werden, so dass sich die Gebühren zwangsläufig erhöhten. Österreich will allerdings die Einführung alternativer Umlagesysteme prüfen, um eine zusätzliche Belastung von Fluggesellschaften in Krisenzeit zukünftig zu vermeiden.

Dringender Reformbedarf

"Wir wissen, dass wir bei der Flugsicherung Qualität und Sicherheit voranzustellen haben", sagte Teller. "Wir müssen aber auch in der Lage sein, diese Standards zu wettbewerbsfähigen Kosten zu produzieren und vor allem muss es bei Qualitätsmängeln auch Gebührensenkungen geben können. Nicht zuletzt die Krise hat belegt, dass wir bei der Flugsicherung dringenden Reformbedarf bei der Gebührenfestlegung haben."

Die endgültigen An- und Abflug- und Streckengebühren werden laut Bundesverkehrsministerium im Dezember offiziell bekannt gegeben.


© aero.de | Abb.: Fraport AG | 24.11.2009 08:40




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