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Airbus rechnet mit Auftragseinbruch

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Frankreich legt Programm für Flugzeugfinanzierung auf

PARIS - Die französische Regierung bereitet ein fünf Milliarden Euro schweres Programm vor, das Fluggesellschaften die Finanzierung bei Airbus bestellter Verkehrsflugzeuge erleichtern soll. Ein Sprecher der Regierung in Paris bestätigte einen entsprechenden Bericht der Wirtschaftszeitung "Les Echos". Ziel des Programms sei es, der Stornierung von Aufträgen wegen Finanzierungsproblemen bei Airlines vorzubeugen, berichtete die Zeitung.



Deutschland und die anderen Airbus-Staaten dürften folgen, berichtet das Pariser Blatt (Montag) unter Berufung auf Experten des Wirtschaftsministeriums. Die staatlichen Exportkreditversicherer Coface (Frankreich) und Hermes Euler (Deutschland) wollen ihr Engagement für die Flugzeugkäufer in diesem Jahr verdoppeln.

Die neue französische Refinanzierungsgesellschaft SFEF soll dem Bericht zufolge den Banken sieben Milliarden Euro zur Refinanzierung der Wirtschaft bereitstellen. Davon seien fünf Milliarden für EADS-Kunden reserviert. Die SFEF hat bisher sieben Milliarden US Dollar aufgenommen, um der Wirtschaft aus der Kreditklemme zu helfen.

Die für Flugzeugfinanzierungen eingeplanten Mittel sollen Airbuskunden nach Informationen der "Les Echos" über die Finanzinstitute Calyon, Natixis, BNP Paribas und Societe General als Staatsgarantien bereitgestellt werden. Die Banken gelten als erfahrene Finanzdienstleister der Luftfahrtbranche. In Deutschland könnten die DVB Bank, KfW und HSH Nordbank als Vermittler eingesetzt werden, schreibt "Les Echos". Im Schnitt finanzieren die Banken 40 Prozent eines Flugzeugkaufs.


Das Programm wird nach Einschätzung von Branchenanalysten in den Vereinigten Staaten auf Vorbehalte treffen. Die USA und die Europäische Union werfen sich in laufenden Verfahren vor der Welthandelsorganisation gegenseitig wettbewerbsverzerrende Subventionsleistungen an die Luftfahrtkonzerne EADS und Boeing vor. Wertet Washington die Finanzierungshilfe als Instrument zum Erhalt ansonsten gefährdeter Aufträge, droht weiteres Konfliktpotenzial.

Frankreich begründet die Notwendigkeit des Programms hingegen allein mit einer Verknappung der Angebote für die Finanzierung von Flugzeugen auf den Kapitalmärkten in Folge der internationalen Kreditkrise. Airbus hatte bereits im Dezember die Ausweitung eigener Finanzierunghilfen für Fluggesellschaften angekündigt.

Enders: 2009 mehr Auslieferungen als Bestellungen

Nach Meldungen aus Branchenkreisen soll sich das zur Verfügung gestellte Finanzierungsvolumen 2009 auf zwei Milliarden Euro verdoppeln. Mit einer Aufhellung am Finanzierungsmarkt werde erst in der zweiten Jahreshälfte gerechnet, sagte Airbus Marketingdirektor John Leahy. Auch Boeing will in diesem Jahr wieder Finanzdienstleistungen für seine Kunden bei der Abnahme neuer Flugzeuge anbieten.

Airbus Vorstandschef Thomas Enders erwartet nach einem Bericht der AFP im laufenden Jahr bedingt durch die weltwirtschaftliche Entwicklung aber auch wegen eingeschränkter Finanzierungsoptionen einen Rückgang der Neubestellungen um 50 bis 60 Prozent bei neuen Verkehrsflugzeugen. "Es wird immer schwieriger, unseren Kunden eine Finanzierung ihrer Flugzeuge zu vermitteln", sagte Enders gestern in Riad.

Thomas Enders erklärte für 2009 die Sicherung der Fertigung zum Hauptziel. EADS werde daher einen Teil seiner neun Milliarden Euro Barmittel zur Verkaufsfinanzierung bereitstellen. Derzeit liegt die Kundenfinanzierung mit 1,2 Milliarden Euro erst bei knapp einem Viertel des in der letzten Luftfahrtkrise erreichten Wertes.

Zum ersten Mal seit 2003 könnte in diesem Jahr die Zahl der Auslieferungen die der Neubestellungen übersteigen, warnte Enders. Auch die Nachfrage aus der ansonsten starken Golfregion und Schwellenmärkten habe sich abgekühlt. Airbus stelle sich auf einen lang anhaltenden Abschwung ein. Im vergangenen Jahr erhielt Toulouse noch Aufträge für 777 neue Verkehrsflugzeuge.



© aero.de, dpa | Abb.: Airbus S.A.S. | 26.01.2009 09:26




Leser-Kommentare (1)

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27.01.2009 08:11
Das ist schon lustig, da versauen die Amerikaner der Welt die Wirtschaft mit mehreren Milliarden ungedeckten Dollars und nun wollen die smarten Jungs noch dagegen vorgehen, sobald sich ein Europäer etwas aus der Linie der Amerikaner wagt. Schizophrenie ist das. Oder ist das etwa neu, dass die Federal Reserve Bank per Gestzt ermächtigt ist, Dollars zu drucken, gerade wie es nötig ist. Wir sollten mal vorsichtig sein und den Jungs in Amerika die Gefolgschaft streichen, denn in Europa wird auch Wirtschaft gemacht, auch Airbus trägt dazu bei.
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