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Beitrag vom 05.09.2025 - 15:59 Uhr
UserAngros
User (892 Beiträge)
Eigentlich geht es doch vielmehr um das Einlösen bzw. Gutmachen alter Versprechungen bei der betrieblichen Altersversorung.
Die Perspektiven, die man sich einst im PPV selbst teuer eingekauft hatte, wurden den LH Piloten ja schon längst einseitig aufgekündigt. Da braucht man sich keiner Illusion oder blumigen Managersprechs a la "we are in this together" mehr hingeben.
Beitrag vom 05.09.2025 - 17:41 Uhr
UserFRAHAM
User (1270 Beiträge)
Was ich nicht verstehe ... man streikt wegen mehr Lohn. Dann hat man mehr und dann streikt man für die Altersvorsorge ... was passiert als nächstes ... Strek für bessere Hotels am Zielort oder besseres Essen an Bord? Vielleicht verstehe ich es auch falsch, aber ich bin der Meinung - für ein angemessenes Vergütungssystem und Arbeitsbedingungen zu streiken soll erlaubt bleiben. Aber doch nicht für jede Stellschraube extra.

Das Verständnis wird auch sicherlich schwer zu erreichen sein für dieses Ziel, wenn im eigenen Beispiel von 10+3k€ Verdienst die Rede ist und man sich beschwert, dass der Arbeitgeber dann zusätzlich nur 820 statt 1800€ in eine BAV einzahlt. Den Außenstehenden, der gerade 2,5k€ im Monat verdient und der keine BAV hat, kann man dann nur zu gut verstehen.
Beitrag vom 05.09.2025 - 23:36 Uhr
UserHeinzi
User (539 Beiträge)
Während die Musik im Konzern längst wo anders spielt und City Airlines sowie Discover kurz- und mittelfristig massiv wachsen, sind die meisten LH Piloten noch immer nicht im Jahr 2025 angekommen. Ich gönne jedem Kollegen ein tolles Gehalt, eine gute (und wichtige) Übergangslösung und drum herum schönen Benefits, aber irgendwo muss man auch aufpassen, dass man mit seinen Maximalforderungen nicht zu Größenwahnsinnig wird. In der Bevölkerung, so höre ich zumindest in meinem Umfeld, haben die LH Piloten auf jeden Fall schon längst das nötige Verständnis verloren.>

Ich denke, die Piloten haben genug in der Buxe, um dieses Verständnis nicht zu brauchen. Da gibt es Arbeits- und Tarifverträge und die gelten, auch und gerade abseits der gesellschaftlichen Meinung.

>Und auch akute Beispiele aus dem Freundes -und Bekanntenkreis, bei dem so mancher LH Pilot schon weit vor 60 in Rente geht und bis zur gesetzlichen Rente noch ordentlich abkassiert, lassen so manchen den Kopf schütteln.>

Als die Piloten, von denen Sie sprechen, ihre Arbeitsverträge unterschrieben haben, stand da sogar ein Endalter von 55 Jahren drin. Wenn jetzt einer mit 60 Jahren geht, geht er in eine Übergangsversorgung und nicht in eine staatliche Rente. Nur um das mal klar zu stellen. Das was dann bis zur gesetzlichen Rente gezahlt wird ist Teil seiner Tarifverträge. Bezahlen tun dies die Kunden der LH und die sind die einzigen, die sich darüber, wenn überhaupt, beschweren sollten. Alle anderen geht es irgendwie nichts an. Letztlich erkaufen sie sich diesen Luxus auch mit massiven Abstrichen in der staatlichen Rente von etwa 30%.

>Hier geht es nicht mehr um Absicherung im Alter, hier geht es um Machtspiele innerhalb des Konzerns und dem festhalten an alten Strukturen, die in einer sich wandelnden Gesellschaft und Situation nicht mehr zeitgemäß ist.>

Hier geht es um die Absicherung der wichtigsten Bestandteile deren Lebensstandards und das ist mehr als legitim. Darauf muss man nicht verzichten, nur weil sich die Gesellschaft wandelt, zumal es in Verträgen fixiert wurde. Man hatte sich zwischen Geld und Karriere entschieden, und zwar für Geld. Durch die Auslagerungen an die Töchter hat man auf die Karrieren verzichtet und jetzt hat seitens des Unternehmens gezahlt zu werden. Egal, wie die Gesellschaft das findet.

>Entschuldigt meine zugespitzte Meinung, aber als Kollege im Konzern habe auch ich langsam kein Verständnis mehr für so manche Forderung der VC.>

Mit fast allen Meinungen ist es, wie mit Geschmack. Die kann man haben. Grundsätzlich emfinde ich Gewerkschaften auch nur als notwendige Übel. Seien Sie sich aber eines sicher. Die derzeitige Führungsriege des LH Konzerns eignet sich nicht zum Kuscheln. Sie können noch so nett, kooperativ, loyal, genügsam und was auch immer sein. Die Spirale dreht sich nur noch nach unten, wenn Sie nur einmal harmoniebedürftig sind und glauben, dann wird schon alles gut. Auch und gerade für Sie bei den Töchtern.
PS: Bitte haltet die Diskussion sachlich und freundlich ;-)
Beitrag vom 05.09.2025 - 23:48 Uhr
UserHeinzi
User (539 Beiträge)
Was ich nicht verstehe ... man streikt wegen mehr Lohn. Dann hat man mehr und dann streikt man für die Altersvorsorge ... was passiert als nächstes ... Strek für bessere Hotels am Zielort oder besseres Essen an Bord? Vielleicht verstehe ich es auch falsch, aber ich bin der Meinung - für ein angemessenes Vergütungssystem und Arbeitsbedingungen zu streiken soll erlaubt bleiben. Aber doch nicht für jede Stellschraube extra.


Bei der Lufthansa sind Vertragsangelegenheiten in verschiedenen Tarifverträgen geregelt und alle diese sind rechtsverbindlich, kündbar und auch bestreikbar. So ist Tarifrecht. Und bei der Hotelfrage brauchen Sie keine Sorge haben, da gibt es meiner Kenntnis nach nix derartiges.

Das Verständnis wird auch sicherlich schwer zu erreichen sein für dieses Ziel, wenn im eigenen Beispiel von 10+3k€ Verdienst die Rede ist und man sich beschwert, dass der Arbeitgeber dann zusätzlich nur 820 statt 1800€ in eine BAV einzahlt. Den Außenstehenden, der gerade 2,5k€ im Monat verdient und der keine BAV hat, kann man dann nur zu gut verstehen.>

Ich glaube auch nicht, dass man das Verständnis braucht. Es sind halt nicht alle gleich. Damit müssen viele Menschen halt einfach leben. Man sollte auch nicht immer nur über hohen Verdienst reden, sondern auch von hohen Steuerzahlungen und Sozialabgaben darauf, die einer ganzen Menge derer zugute kommen, die weniger haben. Alleine von seinen Steuerzahlungen finanziert ein Pilot der Lufthansa in der Endstufe dank des Generationenvertrages mal locker zwei bis drei Durschnittsrentner.
Beitrag vom 06.09.2025 - 02:15 Uhr
UserFlyheavyjet
User (32 Beiträge)
@Heinzi:
Chapau! Klasse analysiert. Vielen Dank für diesen differenzierten Beitrag.
Beitrag vom 06.09.2025 - 02:38 Uhr
UserCptKirk
Kapitän zur See
User (292 Beiträge)
"Bei einem Grundgehalt von 10.000 Euro und 3.000 Euro Zulagen (...) zahlt der Arbeitgeber aktuell rund 820 Euro in die bAV"
Mehr braucht man dazu eigentlich nicht zu sagen. Das sind auf 12 Monate knapp 166k Gehalt. Das mehr als 3-fache Mediangehalt. Bei 98k fangen die 10% Top-Gehälter an. Laut dem Rechner vom IW Köln ist man da im Top 1%.
Da darf man sich nicht wundern, wenn dafür wenig Verständnis da ist. Das ist ein Einkommen, da kann man auch gut noch selbst etwas für die Altersvorsorge zur Seite legen.

Ansonsten - wenn die 1-2% Rendite stimmen - scheint man sich da für extrem Risikoarme Anlagen entschieden zu haben, da war ja zuletzt das Tagesgeld oft höher. Vielleicht sollte man da lieber mal drüber verhandeln, ob man nicht bereit ist, etwas mehr Risiko einzugehen.
Beitrag vom 06.09.2025 - 04:00 Uhr
UserGaidi
User (77 Beiträge)
Das ist wie eine Gerichtsverhandlung, man setzt auf bestimmte Werte und Sieg und bekommt am Ende dann etwas, was man manchmal nicht vorhersah. Oder wie Verhandlungen im Autohaus, oder, oder, oder.

Aber was die LH Piloten evtl. nicht auf dem Schirm haben sind Schicksale wie die von Ansett oder Eastern. Beide too big to fail, so dachte man. Und dann innerhalb kürzester Zeit weg, zerrieben bzw. eingestampft von den Anteilseignern, weil sie die Profitabilität woanders sahen. Ersatz war da für die Anteilseigner.

Hier wird auch schon kräftig am Ersatz gearbeitet, City Airline und Discover, etc. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis dieser Ersatz groß genug aufgebaut ist, um im Falle eines Falles zu übernehmen.

Die Kunden wird es nur kurz kümmern, nach spätestens einem Jahr würde aus deren Sicht Gras darüber gewachsen sein. Leidtragende wären die Angestellten.

Aber ich will hier nicht Doomsday ankündigen, aber passieren könnte es ohne weiteres.

Auf der anderen Seite können dann die Angestellten auch Maximalforderungen stellen. Dann landen sie evtl. etwas weicher. Betrifft nicht nur Piloten.
Beitrag vom 06.09.2025 - 08:05 Uhr
UserFRAHAM
User (1270 Beiträge)
Man sollte auch nicht immer nur über hohen Verdienst reden, sondern auch von hohen Steuerzahlungen und Sozialabgaben darauf, die einer ganzen Menge derer zugute kommen, die weniger haben. Alleine von seinen Steuerzahlungen finanziert ein Pilot der Lufthansa in der Endstufe dank des Generationenvertrages mal locker zwei bis drei Durschnittsrentner.

Eine Monatseinkunft von 13k€ ist das obere 1% in unserem Land. Dann muss man auch festhalten, dass es bei der Einzahlung in die Rentenkasse eine Beitragsbemessungssgrenze (derzeit meine ich von 7,5k€ im Westen) gibt. D.h. ob man 7,6k€ oder 500k€ im Monat an Einkünften hat, zahlt man keinen Cent mehr in die Rentenkasse ein. Zulagen können steuerfrei sein. Ich kenne nicht die genaue Zusammensetzung der Zulagen eines Piloten und wie sich diese berechnen. Ich vermute hier einen Durchschnitt aus pauschalen Zulagen und für Arbeitszeiten Nachts und am Wochenende/Feiertagen. Der letztere Anteil ist zu einem gar nicht mal so geringem Teil steuer- und auch sozialversicherungs-befreit.

Also so zu tun, als ob man jetzt vor einem Piloten auf die Knie fallen müsse für ihre hervorragende Leistungen für das Rentensystem, das ist auch etwas merkwürdig.

Selbst wenn man berücksichtigt, dass am Ende vielleicht "nur noch" ein Netto von 50% des Brutto übrig geblieben ist, ist das immer noch eine sehr stattliche Vergütung, die es ohne Probleme zulassen würde, sich eine ebenso komfortable private Rentenzusatzversicherung aufzubauen. Dann muss man festhalten, dass es sich um freiwillige Leistungen eines Arbeitgebers (BAV sind keine Pflicht und werden noch lange nicht in jedem Unternehmen angeboten) handelt. Jeder Arbeitnehmer hat wohl (bin kein Experte) das Anrecht auf eine Umwandlung seines Entgelts. Wenn der Arbeitnehmer Entgelt umwandelt, muss der Arbeitgeber einen Zuschuss von 15 % des umgewandelten Entgelts zahlen – sofern er durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge spart. Bei einer aktuellen Zuzahlung von 820€ wäre dann mindestens eine Umwandlung von über 5400€ vorauszusetzen, um in eine theoretische Pflicht zu kommen. Da sind wir also weit weg von den hier durch LH freiwillig gezahlten Beiträgen. Zudem hat der Arbeitgeber bei Einkünften über der Beitragsbemessungsgrenze keine Zuzahlungspflicht mehr, denn er hat dann auch keine Ersparnis mehr.

Und es ist schon irgendwie nicht vermittelbar zu den Top 1% Verdienern zu gehören (gem. einer Studie vom DIW) und dann noch für eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers zu streiken. Ich würde als Streikender dann nicht mehr den Kollegen in die Augen schauen wollen, die dafür gesorgt haben, dass ...
... die Maschine gewartet wurde,
... die Maschine gereinigt wurde,
... die Fluggäste und ihr Gepäck auf Waffen und Sprengstoff untersucht wurden,
... die Fluggastbrücken oder Busse (inkl. Crewbus) auf dem Vorfeld bewegt wurden,
... kein Schnee und Eis auf Landebahnen oder dem Flugzeug liegen (im übrigen Saisonarbeiter, die ein halbes Jahr lang keinen Job haben und nicht wissen ob sie nächstes Jahr wieder angestellt werden),
... man im Falle eines Unfalls gerettet wird,
... in der Kabine in erster Kundenfront die ganzen schlechten Launen abgefangen wird oder z. B.
... die Beladung der Maschine ausgewogen ist.
Ich habe vermutlich noch viele andere vergessen. Denn die meisten derer, von denen das Personal vorne links und rechts gut gelaunt tagtäglich begrüßt wird und die wesentlich zum Gelingen eines erfolgreichen Fluges mitarbeiten, verdienen nicht mal das, was die Piloten in diesem Beispiel an Zulage erhalten. Und es braucht mehr Zuschüsse in das Rentensystem für diese Mitarbeiter, als der Pilot zahlt.

Wirklich schade zu sehen, dass die Bodenhaftung bei dieser Berufsgruppe nicht nur bei der Ausführung des Jobs verloren geht.

(Bearbeitet zum besseren Verständnis und Korrektur von Schreibfehlern)

Dieser Beitrag wurde am 06.09.2025 09:05 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 06.09.2025 - 09:08 Uhr
UserDidimax
User (370 Beiträge)
Während die Musik im Konzern längst wo anders spielt und City Airlines sowie Discover kurz- und mittelfristig massiv wachsen, sind die meisten LH Piloten noch immer nicht im Jahr 2025 angekommen. Ich gönne jedem Kollegen ein tolles Gehalt, eine gute (und wichtige) Übergangslösung und drum herum schönen Benefits, aber irgendwo muss man auch aufpassen, dass man mit seinen Maximalforderungen nicht zu Größenwahnsinnig wird. In der Bevölkerung, so höre ich zumindest in meinem Umfeld, haben die LH Piloten auf jeden Fall schon längst das nötige Verständnis verloren. Und auch akute Beispiele aus dem Freundes -und Bekanntenkreis, bei dem so mancher LH Pilot schon weit vor 60 in Rente geht und bis zur gesetzlichen Rente noch ordentlich abkassiert, lassen so manchen den Kopf schütteln. Hier geht es nicht mehr um Absicherung im Alter, hier geht es um Machtspiele innerhalb des Konzerns und dem festhalten an alten Strukturen, die in einer sich wandelnden Gesellschaft und Situation nicht mehr zeitgemäß ist. Entschuldigt meine zugespitzte Meinung, aber als Kollege im Konzern habe auch ich langsam kein Verständnis mehr für so manche Forderung der VC.
PS: Bitte haltet die Diskussion sachlich und freundlich ;-)

Ihre Forderung nach einer sachlich und freundlichen Diskussion unterstütze ich voll und ganz, allerdings sollten auch Sie dann nicht unwahre Behauptungen aufstellen!
Ich weiß nicht, in welchem Umfeld Sie verkehren, aber Tatsache ist, dass kein einziger LH Pilot vor 60 in Rente geht! Laut schon sehr lange bestehenden Tarifverträgen zahlen Piloten und auch der Arbeitgeber in einen Fond ein, durch den man ab dem 55. Lebensjahr in die Übergangsverorgung gehen kann, bis man das gesetzliche Rentenalter erreicht hat.
Im übrigen nutzen das viele kaum noch aus, denn die meisten fliegen trotzdem noch einige Jahre weiter!
Auch ich frage mich oft, ob die Forderungen der VC nicht überzogen sind, und habe eher selten Verständnis für Streiks, die die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens in Frage stellt und in Folge dessen eben immer mehr Tochtergesellschaften gegründet werden, deren Besatzungen nicht davon profitieren können.
Beitrag vom 06.09.2025 - 10:04 Uhr
UserF11
einfach nur Pax...
User (1478 Beiträge)
@FRAHAM: Danke für die genaue Analyse!
Beitrag vom 06.09.2025 - 12:03 Uhr
Usercontrail55
User (6108 Beiträge)
Man muss hier auch klar die Verhältnismäßigkeit betrachten. Natürlich hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf die Einhaltung bestehender Verträge – das ist gar keine Frage. Aber wenn sich eine Branche, ein Markt und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so stark verändern, wie es aktuell im Luftverkehr der Fall ist, dann kann man nicht stur an alten Strukturen und Forderungen festhalten.
Nun ja, das kann man schon. Sind ja alles erwachsene Menschen, die Entscheidungen treffen und Verträge sind schließlich Verträge. Allerdings, wenn man sich diese Freiheit nimmt, dann muss man auch mit den Konsequenzen klarkommen. Die Freiheit war, man hat eine kündbare PPV verhandelt, die gekündigt wurde. Wenn man da die Konsequenzen nicht abgesichert hat, dann hat man schlecht verhandelt. Jetzt versucht man davon etwas zu retten.
Gewerkschaften wie die VC tun häufig so, als wäre die Lufthansa ein Selbstbedienungsladen, in dem nur die Interessen der Piloten zählen. Dabei ist das Unternehmen ein Konzern mit zehntausenden Mitarbeitern in unterschiedlichsten Bereichen – vom Check-in über die Technik bis zur Kabine. Diese Menschen tragen die gleichen Unsicherheiten, verzichten oft auf Gehaltserhöhungen oder akzeptieren flexible Arbeitszeitmodelle, ohne dass ihre Gewerkschaften jedes Jahr mit Streiks drohen. FRAHAM hat das bereits gut analysiert: wenn man sich die reinen Zahlen anschaut, wird einem schwindelig.

Auch muss man ehrlich sagen: Die Zeiten, in denen sich Piloten die "goldene Übergangsversorgung" bis 65 sichern konnten, sind vorbei. Heute kämpft der Konzern ums Überleben im internationalen Wettbewerb. Billigairlines, steigende Kosten und regulatorische Auflagen setzen die Lufthansa-Gruppe massiv unter Druck. Wer hier meint, mit Maximalforderungen aus den 90ern auftreten zu können, gefährdet am Ende Arbeitsplätze – auch die eigenen.

Dass Piloten bis heute teils Sonderregelungen bei Übergangsversorgungen, Urlaubsansprüchen oder Einsatzplänen genießen, ist ein Privileg, das in dieser Form kaum noch tragbar ist. Viele andere Arbeitnehmer im Konzern – oder in Deutschland allgemein – können nur den Kopf schütteln, wenn sie sehen, auf welchem Niveau hier noch verhandelt wird.

Natürlich sind Verträge einzuhalten, aber Verträge kann man auch anpassen, wenn die Realität sich ändert. Der Lufthansa-Konzern hat in den letzten Jahren enorme Umstrukturierungen durchgeführt, um überhaupt konkurrenzfähig zu bleiben. Wer in diesem Umfeld immer noch auf Maximalforderungen pocht, handelt nicht im Sinne des Unternehmens, sondern nur im Eigeninteresse. Und das ist langfristig auch für die Piloten selbst gefährlich.
Auch das ist eine selbst gewählte Entscheidung. Warum machen sie es? Weil sie wollen und weil sie es können. Das Risiko, dass der AG sich da wehrt, weil er es auch kann, und dagegen hält muss man nun tragen. Das Problem dabei ist, wenn man da nicht allein im Boot sitzt. Mit jedem A320, der von Mainline zur City wechselt, wechseln auch die Arbeitsplätze derer, die in diesem Streit nicht betroffen sind. Obwohl sie sich flexibel zeigen.
Das ist scheinbar nur noch nicht jedem so klar, sonst müsste es doch eine Gegenbewegung geben. Schließlich holen die Anderen die Kohlen aus dem Feuer, wenn es um die Abwicklung der Streikfolgen geht.

Dieser Beitrag wurde am 06.09.2025 12:04 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 06.09.2025 - 13:59 Uhr
UserA320Fam
User (2235 Beiträge)
Das Problem dabei ist, wenn man da nicht allein im Boot sitzt. Mit jedem A320, der von Mainline zur City wechselt, wechseln auch die Arbeitsplätze derer, die in diesem Streit nicht betroffen sind. Obwohl sie sich flexibel zeigen.
Das ist scheinbar nur noch nicht jedem so klar,
Tatsächlich frage ich schon seit geraumer Zeit meine Führungskräfte, wer betreut die City Airlines Flugzeuge wenn die vom LHA AOC verschwinden. Ich arbeite bei LHA, muss ich mich sorgen ... konkrete Antworten gibt's keine ...
sonst müsste es doch eine Gegenbewegung geben. Schließlich holen die Anderen die Kohlen aus dem Feuer, wenn es um die Abwicklung der Streikfolgen geht.
Beitrag vom 06.09.2025 - 14:24 Uhr
UserHeinzi
User (539 Beiträge)
"Bei einem Grundgehalt von 10.000 Euro und 3.000 Euro Zulagen (...) zahlt der Arbeitgeber aktuell rund 820 Euro in die bAV"
Mehr braucht man dazu eigentlich nicht zu sagen. Das sind auf 12 Monate knapp 166k Gehalt. Das mehr als 3-fache Mediangehalt. Bei 98k fangen die 10% Top-Gehälter an. Laut dem Rechner vom IW Köln ist man da im Top 1%.>

Derzeit gibt es etwa 42 mio Arbeitnehmer in Deutschland, also 420000 die offensichtlich nach Ihrer Statistik in diese Gruppe fallen. Darunter nicht wenige Führungskräfte der Lufthansa, Hauptabteilungsleiter, Geschäftsführer, Unternehmensberater und ich weiss nicht wer. Diese meist AT Beschäftigt und tauchen bei deren Verhandlungen nicht in der Presse auf. Die dürfen aber mehr fordern und bekommen, weil sie nicht streiken? Oder müssen die auch alle verichten, weil es den unteren Lohngruppen derer Unternehmen nicht zu vermitteln ist, dass sie so viel Geld bekommen? Seien Sie versichert, auch der VC wäre es lieber, eine Tarifverhandlung würde wie letztens bei der Condor verlaufen. Der Vorstand bietet ohne Not schon vor auslaufen des Vertrages etwas an, man verhandelt noch ein wenig und macht geräuschlos einen Abschluss. Bei LH wird verhandelt, die Teams beider Seiten findet eine gangbare Lösung und der Chef nimmt alles vom Tisch.

Da darf man sich nicht wundern, wenn dafür wenig Verständnis da ist. Das ist ein Einkommen, da kann man auch gut noch selbst etwas für die Altersvorsorge zur Seite legen.


Da haben Sie etwas falsch verstanden. Ich glaube nicht, dass man Verständnis möchte und braucht. Zur Seite legen werden die schon noch genug, das Rentendasein kann lange dauern und dem was Staat und Betriebsrente so bringen lässt sich deren Lebensstandard nicht halten.

Ansonsten - wenn die 1-2% Rendite stimmen - scheint man sich da für extrem Risikoarme Anlagen entschieden zu haben, da war ja zuletzt das Tagesgeld oft höher. Vielleicht sollte man da lieber mal drüber verhandeln, ob man nicht bereit ist, etwas mehr Risiko einzugehen.>

Die Risiken sind gestaffelt. In jungen Jahren hoch, in rentennahen Jahren abfallend bis sehr gering. Das Problem ist, dass die HBSC, die diese Anlegen managed nur einmal im Frühjahr die Anlagen zu einem Stichtag bewertet und umschichtet. Dadurch können Chancen am Markt nicht genutzt werden und die Rendite ging massiv in den Keller. LH weigert sich aber anscheinend selbst daran etwas zu ändern.
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