Beitrag vom 25.09.2025 - 17:08 Uhr
" "Wenn Verbindungen unrentabel werden, sind wir gezwungen, Strecken zu reduzieren und die Flugzeuge woanders einzusetzen""
Potentielle Kunden sind entweder nicht bereit die LH vorschwebenden Preise zu zahlen oder es gibt schlicht und einfach keinen Bedarf.
Das, Herr Ritter, nennt sich Marktwirtschaft.
Gehört zur Marktwirtschaft auch, dass bei einem Budiness Class Flug von München nach Frankfurt (Zubringer!) One Way (!) schon rund 95€ an Steuern und Gebühren anfallen?
Das ist marktwirtschaftlich in Ordnung, denn die unternehmerischen Entscheidungen bleiben frei. Das Spiel der Kräfte zwischen Angebot und Nachfrage wird nicht eingeschränkt.
Soweit OK, wenn alle Marktteilnehmer die gleichen Voraussetzungen/Abgaben haben, kann ein Markt funktionieren.
Nur wenn es der eine macht, dann ist es Marktwirtschaft, bei dem anderen Erpressung. Das gilt selbst, wenn es der Selbe mit dem gleichen Produkt macht. Suchen Sie sich was aus.
Hier scheinen Sie Ursache und Wirkung zu vertauschen.
Die Frage war ja, ob eine konkrete Abgabe von X € auch "marktwirtschaftlich" sei. Also ja, hat damit eher nichts zu tun, aber spricht auch nicht dagegen.
Zur Frage der "Erpressung" von FR und LH : Das öffentliche Ankündigen von Streckenstreichungen soll ja offenbar Druck auf die Politik ausüben. In beiden Fällen, LH und FR.
Insofern ist beides eine versuchte Beeinflussung bzw. ein "Erpressungsversuch", wenn man das so nennen will. Da geben sich Herr Ritter und MOL jetzt relativ wenig.
Eine konkrete Streichung von Strecken ist wiederum in beiden Fällen "Marktwirtschaft", da beide Unternehmen eigenständig die Entscheidung treffen, die Passagiere der Konkurrenz zu überlassen.
Scheint ich hätte das präzisieren müssen, dachte das wäre klar. Hier werden, zum Teil von den selben Personen, die Androhung von Streckenstreichungen unterschiedlich bewertet. Einmal ist es "Jammer nicht rum, nennt sich Marktwirtschaft" und einmal gilt das als Erpressung.
Erpressung ist es übrigens nie, weder im Wortsinne noch juristisch.
Auch ist die Erhebung von Abgaben kein Eingriff in die Marktwirtschaft, da die Unternehmen in ihrer Freiheit, sich in einem Markt zu engagieren oder Bedingungen zu verhandeln, nicht eingeschränkt sind.
Das sich die Managements der beiden beide Unternehmen in ihren Zielen und Absichten da gleich sind ist klar, mich wunderte nur die unterschiedliche Betrachtung.
Beitrag vom 25.09.2025 - 17:11 Uhr
Von daher wäre bei einer Aussage "Innerdeutsche Zubringer rentieren sich nicht mehr" erstmal sehr stark zu hinterfragen unter welchen kalkulatorischen Voraussetzungen diese Aussage getroffen wurde.
Ich denke, das wird das Wirtschafts- oder Finanzministerium auch schon so verlangen, sollten die sich damit beschäftigen. Es wird keinen Grund geben, das in aero.de zu tun.
OK, dann darf aber auch niemand (im aero.de Forum) verlangen, dass man die Story von den "unrentablen Zubringern" doch bitte glauben und auf Rückfragen verzichten möge.
Hat das denn jemand gemacht? Hier schreibt doch jeder, was er denkt?
Nur weil der Herr Ritter hier in aero.de keinen für Sie akzeptablen Nachweis liefert, sind dessen Aussagen ja nicht automatisch falsch.
Nur von Ihnen würde ich erwarten, dass Sie den Zusammenhang zwischen der Erhebung von Gebühren und daraus resultierender Nachfrageschwäche akzeptieren, schließlich war das ja lange Zeit hier im Forum Ihre Forderung an die Politik.
Beitrag vom 25.09.2025 - 17:22 Uhr
Die Regierung Merz hatte der Branche Entlastungen zugesagt.
Hat sie nicht.
Im Koalitionsvertrag wurde vereinbart, das zu tun, falls es Mehreinnahmen geben sollte, die das ausgleichen (also unter Finanzierungsvorbehalt, wie bei so vielen anderen Punkte auch).
Nein, davon steht da nichts. Kann das auf dem Handy nicht kopiere. Im KV Text Zeilen um 850ff
Man müsste die Frage also so stellen:
Wer ist dafür, dass zB die Einkommenssteuer oder die Mehrwertsteuer für Alle angehoben werden, damit die Lufthansa mehr verdient (oder wie hier "angedroht", weniger Strecken streicht)?
Meldet sich jemand dafür freiwillig?
Beitrag vom 25.09.2025 - 17:47 Uhr
Die Regierung Merz hatte der Branche Entlastungen zugesagt.
Hat sie nicht.
Im Koalitionsvertrag wurde vereinbart, das zu tun, falls es Mehreinnahmen geben sollte, die das ausgleichen (also unter Finanzierungsvorbehalt, wie bei so vielen anderen Punkte auch).
Nein, davon steht da nichts. Kann das auf dem Handy nicht kopiere. Im KV Text Zeilen um 850ff
Yep, und in Zeile 1627, unter "Grundsätze der Haushaltspolitik" folgt dann:
Alle Maßnahmen des Koalitionsvertrages stehen unter Finanzierungsvorbehalt.
https://www.koalitionsvertrag2025.de/sites/www.koalitionsvertrag2025.de/files/koav_2025.pdf
D.h. jede Maßnahme muss durch Ausgabensenkungen oder Mehreinnahmen wie beschrieben gegenfinanziert werden.
Man müsste die Frage also so stellen:
Wer ist dafür, dass zB die Einkommenssteuer oder die Mehrwertsteuer für Alle angehoben werden, damit die Lufthansa mehr verdient (oder wie hier "angedroht", weniger Strecken streicht)?
Meldet sich jemand dafür freiwillig?
Diese Frage bleibt also weiter relevant.
Dieser Beitrag wurde am 25.09.2025 17:48 Uhr bearbeitet. Beitrag vom 25.09.2025 - 18:04 Uhr
Von daher wäre bei einer Aussage "Innerdeutsche Zubringer rentieren sich nicht mehr" erstmal sehr stark zu hinterfragen unter welchen kalkulatorischen Voraussetzungen diese Aussage getroffen wurde.
Ich denke, das wird das Wirtschafts- oder Finanzministerium auch schon so verlangen, sollten die sich damit beschäftigen. Es wird keinen Grund geben, das in aero.de zu tun.
OK, dann darf aber auch niemand (im aero.de Forum) verlangen, dass man die Story von den "unrentablen Zubringern" doch bitte glauben und auf Rückfragen verzichten möge.
Hat das denn jemand gemacht? Hier schreibt doch jeder, was er denkt?
Ich hatte Ihren Post so verstanden :)
Nur weil der Herr Ritter hier in aero.de keinen für Sie akzeptablen Nachweis liefert,
er liefert streng genommen gar keinen Nachweis, sondern lediglich eine Behauptung.
sind dessen Aussagen ja nicht automatisch falsch.
Nein, aber halt auch nicht nachvollziehbar.
Nur von Ihnen würde ich erwarten, dass Sie den Zusammenhang zwischen der Erhebung von Gebühren und daraus resultierender Nachfrageschwäche akzeptieren, schließlich war das ja lange Zeit hier im Forum Ihre Forderung an die Politik.
90% der "Gebühren und Abgaben" über die der Herr Ritter sich so pauschal beschwert, sind bei innerdeutschen Flügen Flughafengebühren, DFS Gebühren, Gepäck-Handling, Sicherheit, Stellplatz, etc.
Ich denke daher, die Diskussion sollte sich nicht ausschließlich auf die 15,53€ Ticketsteuer verkürzen.
90% des Problems des Herrn Ritter sind Arbeitskosten (Lohn- und Lohnnebenkosten) in Deutschland.
Das ist ein gesamtwirtschaftliches Problem und keine spezielle Erfindung, mit der "die Politik" der Lufthansa das Leben schwer macht, wie das von der LH immer wieder dargestellt wird.
An der Stelle kurz zu Erklärung, warum mir diese Art des Lobbyismus so gegen den Strich geht:
Diese auch von der LH angewandte "die Politik macht uns kaputt"-Lobby-Masche trägt sehr stark mit zum Politik-Verdruss bei, den man in einigen Bevölkerungsschichten beobachten kann.
Oder was denken Sie, wie das auf Bürger wirkt, die diese tendenziösen bis Falschaussagen jeden Tag in Nachrichten und Feeds lesen/hören?
Herr Ritter füttert mit dieser Art des Lobbyismus bewusst BILD, NIUS und Konsorten, und wie man auch auf aero.de in manchen Kommentaren lesen kann, offenbar nicht ohne Wirkung auf manche Zeitgenossen.
@contrail55: Womit wir wieder beim Thema Erpressung wären, die definitiv nicht nur von der LH in dieser Form ausgeübt wird.
Dieser Beitrag wurde am 25.09.2025 18:15 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 25.09.2025 - 18:31 Uhr
" "Wenn Verbindungen unrentabel werden, sind wir gezwungen, Strecken zu reduzieren und die Flugzeuge woanders einzusetzen""
Potentielle Kunden sind entweder nicht bereit die LH vorschwebenden Preise zu zahlen oder es gibt schlicht und einfach keinen Bedarf.
Das, Herr Ritter, nennt sich Marktwirtschaft.
Gehört zur Marktwirtschaft auch, dass bei einem Budiness Class Flug von München nach Frankfurt (Zubringer!) One Way (!) schon rund 95€ an Steuern und Gebühren anfallen?
Das ist marktwirtschaftlich in Ordnung, denn die unternehmerischen Entscheidungen bleiben frei. Das Spiel der Kräfte zwischen Angebot und Nachfrage wird nicht eingeschränkt.
Soweit OK, wenn alle Marktteilnehmer die gleichen Voraussetzungen/Abgaben haben, kann ein Markt funktionieren.
Nur wenn es der eine macht, dann ist es Marktwirtschaft, bei dem anderen Erpressung. Das gilt selbst, wenn es der Selbe mit dem gleichen Produkt macht. Suchen Sie sich was aus.
Hier scheinen Sie Ursache und Wirkung zu vertauschen.
Die Frage war ja, ob eine konkrete Abgabe von X € auch "marktwirtschaftlich" sei. Also ja, hat damit eher nichts zu tun, aber spricht auch nicht dagegen.
Zur Frage der "Erpressung" von FR und LH : Das öffentliche Ankündigen von Streckenstreichungen soll ja offenbar Druck auf die Politik ausüben. In beiden Fällen, LH und FR.
Insofern ist beides eine versuchte Beeinflussung bzw. ein "Erpressungsversuch", wenn man das so nennen will. Da geben sich Herr Ritter und MOL jetzt relativ wenig.
Eine konkrete Streichung von Strecken ist wiederum in beiden Fällen "Marktwirtschaft", da beide Unternehmen eigenständig die Entscheidung treffen, die Passagiere der Konkurrenz zu überlassen.
Scheint ich hätte das präzisieren müssen, dachte das wäre klar. Hier werden, zum Teil von den selben Personen, die Androhung von Streckenstreichungen unterschiedlich bewertet. Einmal ist es "Jammer nicht rum, nennt sich Marktwirtschaft" und einmal gilt das als Erpressung.
Falls ich die 'selbe Person' sein sollte, hätte ich das präzisieren müssen ;).
Erpressung ist es übrigens nie, weder im Wortsinne noch juristisch.
Ich denke man kann diesen Druck, mit unbewiesenen Behauptungen via Medien auf die Politik, um für sein Geschäft Vorteile zu erzielen, zumindest als den Versuch einer Erpressung nennen.
Auch ist die Erhebung von Abgaben kein Eingriff in die Marktwirtschaft, da die Unternehmen in ihrer Freiheit, sich in einem Markt zu engagieren oder Bedingungen zu verhandeln, nicht eingeschränkt sind.
Ja eben, das ist 'Marktwirtschaft' - die Unternehmen können sich, zu den Bedingungen, im Markt engagieren oder nicht.
Das sich die Managements der beiden beide Unternehmen in ihren Zielen und Absichten da gleich sind ist klar, mich wunderte nur die unterschiedliche Betrachtung.
Welche denn?
Beitrag vom 25.09.2025 - 18:46 Uhr
Die Regierung Merz hatte der Branche Entlastungen zugesagt.
Hat sie nicht.
Im Koalitionsvertrag wurde vereinbart, das zu tun, falls es Mehreinnahmen geben sollte, die das ausgleichen (also unter Finanzierungsvorbehalt, wie bei so vielen anderen Punkte auch).
Nein, davon steht da nichts. Kann das auf dem Handy nicht kopiere. Im KV Text Zeilen
Yep, und in Zeile 1627, unter "Grundsätze der Haushaltspolitik" folgt dann:
Alle Maßnahmen des Koalitionsvertrages stehen unter Finanzierungsvorbehalt.
Ja, sorry, gerade erst im Kleingedruckten gefunden
Beitrag vom 25.09.2025 - 18:51 Uhr
Scheint ich hätte das präzisieren müssen, dachte das wäre klar. Hier werden, zum Teil von den selben Personen, die Androhung von Streckenstreichungen unterschiedlich bewertet. Einmal ist es "Jammer nicht rum, nennt sich Marktwirtschaft" und einmal gilt das als Erpressung.
OK, da fehlt mir vielleicht das konkrete Beispiel, aber die Aussagen waren idR:
Aussage A: Forist an Airline: Jammer nicht rum, das ist Marktwirtschaft
Aussage B: Forist als Statement: Die Airline versucht die Politik zu "erpressen".
A und B sind mMn beide sowohl auf LH als auch auf FR anwendbar, sie haben aber unterschiedliche Adressaten.
Beitrag vom 26.09.2025 - 05:41 Uhr
Scheint ich hätte das präzisieren müssen, dachte das wäre klar. Hier werden, zum Teil von den selben Personen, die Androhung von Streckenstreichungen unterschiedlich bewertet. Einmal ist es "Jammer nicht rum, nennt sich Marktwirtschaft" und einmal gilt das als Erpressung.
OK, da fehlt mir vielleicht das konkrete Beispiel, aber die Aussagen waren idR:
Aussage A: Forist an Airline: Jammer nicht rum, das ist Marktwirtschaft
Aussage B: Forist als Statement: Die Airline versucht die Politik zu "erpressen".
A und B sind mMn beide sowohl auf LH als auch auf FR anwendbar, sie haben aber unterschiedliche Adressaten.
Das meine ich, beide verhalten sich hier gleich. Nur bei dem einen wird es so verpackt, bei dem anderen so. Vielleicht geht es ja nur darum, das jeweilige Feindbild zu pflegen ;-)
Eigentlich verhält sich MOL nur marktwirtschaftlich, das passt aber nicht ins Bild. Daher mein Hinweis an @carlosprimero, er kann sich, je nach Gusto, aussuchen wie er das sehen will.
Beispiel: Sie gehen zum Händler um ein Produkt zu kaufen. Das ist ihnen aber zu teuer und sie verhandeln Preisnachlass. Wenn ihr Wunschpreis nicht erreicht wird kaufen sie nicht. Ist das Erpressung oder marktwirtschaftliches (ver)Handeln? Das findet doch täglich bei jedem von uns statt, indem wir Kaufentscheidungen treffen. Nur das das Verhandeln hier teilweise öffentlich stattfindet.
Beitrag vom 26.09.2025 - 07:51 Uhr
Scheint ich hätte das präzisieren müssen, dachte das wäre klar. Hier werden, zum Teil von den selben Personen, die Androhung von Streckenstreichungen unterschiedlich bewertet. Einmal ist es "Jammer nicht rum, nennt sich Marktwirtschaft" und einmal gilt das als Erpressung.
OK, da fehlt mir vielleicht das konkrete Beispiel, aber die Aussagen waren idR:
Aussage A: Forist an Airline: Jammer nicht rum, das ist Marktwirtschaft
Aussage B: Forist als Statement: Die Airline versucht die Politik zu "erpressen".
A und B sind mMn beide sowohl auf LH als auch auf FR anwendbar, sie haben aber unterschiedliche Adressaten.
Das meine ich, beide verhalten sich hier gleich. Nur bei dem einen wird es so verpackt, bei dem anderen so. Vielleicht geht es ja nur darum, das jeweilige Feindbild zu pflegen ;-)
Eigentlich verhält sich MOL nur marktwirtschaftlich, das passt aber nicht ins Bild. Daher mein Hinweis an @carlosprimero, er kann sich, je nach Gusto, aussuchen wie er das sehen will.
Beispiel: Sie gehen zum Händler um ein Produkt zu kaufen. Das ist ihnen aber zu teuer und sie verhandeln Preisnachlass. Wenn ihr Wunschpreis nicht erreicht wird kaufen sie nicht. Ist das Erpressung oder marktwirtschaftliches (ver)Handeln? Das findet doch täglich bei jedem von uns statt, indem wir Kaufentscheidungen treffen. Nur das das Verhandeln hier teilweise öffentlich stattfindet.
Nur läuft das was hier als "Erpressung" bezeichnet wird, ja zwischen Airline und Politik ab, statt zwischen Kunde und Airline.
Ein Preiserhöhung der Airline ist daher keine Erpressung. Es gibt Konkurrenz und einen Markt. Ich kann als Kunde eine Kaufentscheidung treffen oder nicht. Da bin ich ganz bei Ihnen.
Eine Beeinflussung der Politik, in dem man beim Wähler schlechte Stimmung macht, die Extremisten nutzt in dem man mit einem hohen Marketing-Budget dem Wähler die Botschaft vermittelt, die Politik bzw die aktuelle Regierung sei Schuld daran, dass er zB schlecht von Stuttgart, Leipzig/Halle oder Dresden verreisen kann, das geht hingegen durchaus in Richtung Erpressung.
Das hat mit normalen, kommerziellen Verhandlungen ja nichts zu tun.
Also ja, LH stellt sich in Bezug auf Erpressung der Politik hier auf eine Stufe mit Ryanair.