Ruinierter Erstflug
Älter als 7 Tage

Qatar Airways ist stocksauer auf Delta und Atlanta

ATLANTA - So hatte sich Qatar Airways ihren Einzug in Atlanta nicht vorgestellt - als der bis auf den letzten Sitz gefüllte Airbus A380 landete, war das einzige A380-Gate am Hartsfield-Jackson Airport von einer A320 des Erzrivalen Delta blockiert. Qatar-Airways-Chef Akbar Al-Baker tobt noch immer.

Den Erstflug von Qatar Airways nach Atlanta mit diesem Manöver zu ruinieren sei "niederträchtig" von Delta, zürnte Al-Baker. Alle Passagiere mussten die A380 schließlich über Treppen verlassen, auch die weitere Abfertigung des Flugs am Hartsfield-Jackson Airport habe zu wünschen übrig gelassen.

Qatar Airways Airbus A380
Qatar Airways Airbus A380, © Airbus S.A.S.

Aus Delta und Qatar Airways werden keine Freunde mehr. Delta stemmt sich mit ihrem gesamten politischen Einfluss gegen eine weitere Ausbreitung der großen Golfairlines in den Vereinigten Staaten.

Nur zu gerne heizt Al-Baker die öffentlich ausgetragene Fehde immer wieder an. Die Linie von Doha an das Delta-Drehkreuz Hartsfield-Jackson werde ein wenig "Salz in die Wunde" reiben, hatte Al-Baker die Standortwahl erklärt.

Zum Auftakt schickte Al-Baker sein Flaggschiff A380 nach Atlanta - später fliegt Qatar Airways die Strecke mit mit einer Boeing 777-200LR, die mit 259 Sitzen nur halb so groß ausfällt wie der bei Qatar Airways für 517 Gäste ausgestattete Superjumbo.

Zahlen von Qatar Airways legen nahe, dass es auf der Linie Atlanta - Doha im Start-Ziel-Verkehr eine tägliche Nachfrage von etwa 16 Passagieren gibt. Der Rest wird in Doha umsteigen und weiterreisen.

Flughafen: A380-Einsatz zu spät angemeldet

Statt eines großen Empfangs wusste der Flughafen Atlanta vergangene Woche erstmal nicht wohin mit der A380 und teilte Qatar Airways schließlich eine Parkposition weit abseits der Gates zu. Busse brachten die Passagiere ins Terminal.

"Das war eine absolute Verletzung unseres Air-Services Agreements", tobte Al-Baker. Delta-Chef Ed Bastian ignoriere den "harten Wettbewerbsdruck" der Golfairlines und verhalte sich "selbstgefällig".

Doch weder Hartsfield-Jackson noch Delta sind sich einer Schuld bewusst. "Delta hat sich Qatar Airways beim Parken ihres Flugzeugs in keiner Weise in den Weg gestellt", sagte Delta-Sprecherin Kate Modolo.

Qatar Airways habe den Wechsel von 777 auf A380 erst Ende April angemeldet, nahm der Flughafen Stellung. "Angesichts der sehr kurzen Vorlaufzeit" hätte eine Abfertigung am Gate den Flugbetrieb "erheblich gestört" und sich auf "vier bis fünf" andere Flüge ausgewirkt.

Reservierungen des A380-Gates müssen laut Hartsfield-Jackson 60 Tage im Voraus vorgenommen werden.

Qatar Airways feierte ihren anstehenden Einzug in Atlanta im Mai mit einer rauschenden Party im berühmten Fox Theatre, bei der Jennifer Lopez auftrat. Delta fand das gar nicht gut und stellte ihre jahrzehntelange Unterstützung für das Theater ihrer Heimatstadt kurzerhand ein.
© aero.de, Bloomberg | Abb.: Airbus | 04.06.2016 13:43

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Beitrag vom 07.06.2016 - 22:58 Uhr
@Viri schrieb
Nö, aber Al Baker ist ja selbst dafür bekannt, den ein oder anderen Hieb auszuteilen. Und von Boeing wie Airbus hört man deshalb keine Peinlichkeiten, weil vor allem QR ein schwieriger Kunde ist und allein deshalb schon nicht sehr beliebt sein dürfte. Für die ist man weniger bereit, einen anderen Kunden zu vergrätzen..
Eine LH hat den ersten A320neo genommen wie er war. QR hat ihn abgelehnt und wurde verspottet. Dennoch hat Airbus und P&W im Nachhinein zugeben müssen, das Al Baker recht hatte. Genau so beim A380. Wenn LH ein Flugzeug so abnimmt wie er ist, ist es ihr Problem. Wenn aber ein anderer Kunde etwas kritischer ist, ist es “austeilen“...

Dass sich Qatar schon immer als schwieriger Kunde erwiesen hat, ist Fakt. Das hat nicht ausschließlich was mit dem GTF zu tun.


Wenn es eine Retourkutsche sein sollte, hätte sich Al Baker zuvor mit ATL anlegen müssen. Hat er das überhaupt?

Wenn ich so einen Kommentar von mir gebe:

Nur zu gerne heizt Al-Baker die öffentlich ausgetragene Fehde immer wieder an. Die Linie von Doha an das Delta-Drehkreuz Hartsfield-Jackson werde ein wenig "Salz in die Wunde" reiben, hatte Al-Baker die Standortwahl erklärt.

dann muss ich mit einer Antwort rechnen. Und wenn man weiß, dass ATL die Homebase von DL ist, muss man kein Genie sein um zu wissen was da läuft.

Dieser Beitrag wurde am 07.06.2016 22:59 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 07.06.2016 - 18:25 Uhr
Das hat nichts mit Abneigung zu tun. Wenn einer aber austeilt, dann muss er auch einstecken können.
Das scheint aber, unter anderem, bei QR ein Problem zu sein.
Beitrag vom 07.06.2016 - 16:52 Uhr
@David_B schrieb
Es ist nicht ungewöhnlich, dass Triebwerke getrennt bestellt werden...
Details zu der Stornierungsklausel sind mir keine bekannt.
Wenn dir Details der Stornierungsklauseln unbekannt sind, frage ich mich warum du dich dann so weit aus dem Fenster lehnst?


@David_B schrieb
Welch Glück, dass er dich als seinen ersten Verteidiger hat. Das wird ihm viel bedeuten.
Ich gebe mich geschlagen...
Zum Schluss gewinnt eh der der mit der Zeit geht. Da kann man noch so viel Abneigung und Häme haben und es eh nicht ändern das der unbeliebte am Ende laut lacht.

Dieser Beitrag wurde am 07.06.2016 16:53 Uhr bearbeitet.


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