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Norwegian-Chef: "noch zu früh" für einen Verkauf

Björn Kjos
Björn Kjos, © Norwegian

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BRÜSSEL - Nach der IAG meldet Lufthansa Interesse an Norwegian an. Doch die zwei Branchenriesen sind nicht die einzigen, die ein Auge auf den norwegischen Billigflieger geworfen haben. Eine ganze Reihe "anderer gut geführter Airlines" will ebenfalls mit Norwegian ins Geschäft kommen - sagt Airlinechef Björn Kjos.

"Es steht eine weitere Konsolidierungswelle an. Das heißt, dass wir auch mit Norwegian in Kontakt stehen", erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Der Kurs der Norwegian-Aktien legte daraufhin am Montag zweistellig zu.

Zuvor wies Kjos zwei IAG-Offerten - die jüngste soll sich in einer Größenordnung von 1,5 Milliarden Euro bewegt haben - zwar zurück, lehnt eine Übernahme aber nicht länger kategorisch ab. "Wenn die anderen Aktionäre verkaufen wollen, werde ich das nicht unterbinden", sagte der Manager in einem Interview in Brüssel.

An Kjos führt allerdings kein Weg vorbei - gemeinsam mit einem Partner kontrolliert er gut 26 Prozent von Norwegian. "Ich bin der Ansicht, dass es noch zu früh (für einen Verkauf, Red.) ist", schränkte der Manager ein. Norwegian habe die Früchte ihrer Arbeit "noch nicht geerntet".

Kjos und Norwegian mischen die europäische Luftfahrtszene mit billigen Langstreckenflügen auf - ein Segment, das auch IAG und Lufthansa mit ihren Tochterfirmen Level und Eurowings beackern. IAG-Chef Willie Walsh kaufte an der Börse bereits 4,6 Prozent der Norwegian-Aktien zusammen, schloss eine feindliche Übernahme aber aus.

Experte: Attraktives Übernahmeziel

Über Norwegian
Typ Linienfluggesellschaft
Basis Oslo Gardermoen
Maschinen 64
Destinationen 122
Routen 274
© Daten bereitgestellt von ch-aviation
"Norwegian hat durchaus erfolgreiche Verbindungen in Märkten aufgebaut, in denen sich andere schwertun. Gemeinsam mit Easyjet als Zubringer haben sie Lowcost-Langstrecken aufgebaut, die auch für Geschäftsleute interessant sind", sagte Gerd Pontius von der Airline-Beratungsgesellschaft Prologis.

Milliardenschwere Verbindlichkeiten mindern die Attraktivität von Norwegian als Übernahmeziel nach Ansicht des Experten kaum: "Natürlich hat sich die Norwegian an vielen Stellen verhoben. Sie ist aber im Gegensatz zu anderen Übernahmekandidaten wie der Alitalia noch im hohen Maße flexibel und gestaltbar."

Lufthansa versucht seit Monaten, einen Deal mit Alitalia einzufädeln. Doch bisher verzögert der italienische Staat einen Verkauf der insolventen Airline.
© Bloomberg News, dpa-AFX, aero.de | Abb.: Norwegian | 20.06.2018 08:23

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Beitrag vom 21.06.2018 - 13:16 Uhr
Im LH Konzern beginnt es doch schon wieder an der einen oder anderen Ecke zu haken (Performance von AUA, Swiss und Brussels).

Also dazu hätte ich auch gerne noch ein paar Infos. Swiss performt aktuell am besten im LH-Konzern. Womit sie allerdings recht haben ist, dass aktuell schwierig ist geeignetes (schweizerisches) Flugpersonal zu finden.

Vielleicht noch ein Detail. Wenn jemand 10 Jahre behauptet, dass man sich auf den nächsten Wirtschaftsabschwung vorbereiten soll und er dann irgendwann tatsächlich auch eintritt, so ist diese Prognose genauso falsch. Das die Wirtschaft sich in Wellen bewegt ist nun wirklich keine neue Erkenntnis. Sie müssten zu Ihrer Aussage

Der Gesamtmarkt geht einer massiven Krise entgegen.

auch noch einen Zeitraum angeben. Das wäre mal etwas mutiger.

Dieser Beitrag wurde am 21.06.2018 13:16 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 21.06.2018 - 10:24 Uhr
@Avokus,

solang Kjös die Gesellschaft als Investment betrachte, hat er noch ein Interesse am Wert des Unternehmens. Dann darf aber kein Gläubiger aufmucken!


Die Pleite von AB hat gezeigt, dass eine Insolvenz für die Konkurrenz gar nicht so schlecht ist...Wie sehen die jeweiligen Insolvenzrechte aus?
Beitrag vom 20.06.2018 - 12:24 Uhr
@Avokus:

Wie kommen Sie darauf, dass es z.b. bei SWISS zu 'haken' beginnt? Interne Prognosen rechnen aufgrund Sondereffekten (insbesondere Streik Air France) mit einem Ergebnis deutlich über den Prognosen (Entwickung Ölpreis ausgeklammert, aber das trifft alle).


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