Streiks und Verspätungen
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Ryanair und IAG klagen in Brüssel über Flugsicherung

DFS-Tower in Frankfurt
DFS-Tower in Frankfurt, © Fraport AG

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BRÜSSEL - Ryanair und IAG klagen bei der Europäischen Kommission gegen die französische Regierung. Weil Fluglotsen wiederholt gegen die Arbeitsmarktreform Emmanuel Macrons streiken, können Airlines den französischen Luftraum nur eingeschränkt nutzen. Einige Flüge entfallen.

Die Streiks der französischen Flugsischerung haben seit 2017 um 300 Prozent zugenommen. Laut IAG-Chef Willie Walsh stellen sie momentan die "größte Herausforderung" für die Airline-Industrie dar.

"Sie zerstören die europäische Luftfahrt und haben eine enorme Auswirkung auf die Kunden", zitiert ihn das Portal "City A.M.", "das ist eine wirklich ärgerliche Störung, die alle Airlines betrifft, die aber vor allem eine negative Auswirkung auf Tourismus und Wirtschaft hat."

Ryanair-Chef Michael O'Leary sieht beim Thema Flugsicherung eine europaweites Problem und macht in diesem Zusammenhang einen weiteren Grund für hunderte Flugausfälle aus: Personalmangel. Unter dem leidet ihm zufolge auch die Deutsche Flugsicherung.

"Die Lage ist besonders an den Wochenenenden extrem angespannt, wenn die britische und die deutsche Flugsicherung sich hinter ungünstigen Wetterverhältnissen und Euphemismen wie "Kapazitätseinschränkungen" verstecken, wo sie in Wahrheit einfach nicht genug Personal für die anberaumten Flüge zur Verfügung haben", zitiert "City A.M." O'Leary.

Walsh und O'Leary sehen nun die Regierungen und die EU-Kommission in der Pflicht, um weitere Flugausfälle in der Feriensaison zu verhindern.

Besonders akut ist das Thema für Ryanair am Flughafen Frankfurt. Dort steht die Airline seit Monaten in der Kritik und unter Beobachtung des hessischen Verkehrsministeriums, weil ihre Flugzeuge mit zunehmender Häufigkeit nach 23 Uhr landen.

Streikdrohung aus den eigenen Reihen

Laut Ryanair sind auch dafür neben ungünstigen Wetterbedingungen Engpässe und Streiks bei der Flugsicherung verantwortlich. Bereits im Dezember 2017 musste die Airline allerdings vor dem Verkehrsministerium darlegen, dass die Verspätungen nicht an einem straff geplanten Flugplan liegen und billigend in Kauf genommen werden.

"Ryanair hat das Ministerium informiert und bereits einige Änderungen im Flugplan vorgenommen. So wurden kürzlich zwei Flüge aus London-Stansted und Catania vorverlegt" teilt Ryanair-Sprecher Robin Kiely in einer Stellungnahme gegenüber aero.de mit, "wenn möglich und vorbehaltlich der Verfügbarkeit von Flughafen-Slots werden wir die Flüge nach Frankfurt mit noch mehr Abstand zu dem Nachtflugverbot planen, um die möglichen Auswirkungen von solchen Verspätungen weiterhin zu minimieren."

Ryanair steht in der aktuellen Gemengelage ein heißer Sommer bevor. Auch Streikandrohungen in den eigenen Reihen sind nach wie vor nicht vom Tisch. Zuletzt sind die Verhandlungen mit der Pilotengewerkschaft Cockpit ins Stocken geraten. Auch Kabinenpersonal in Portugal und Spanien gibt sich bereit zum Arbeitskampf.
© aero.de (boa) | Abb.: Deutsche Flugsicherung | 26.06.2018 11:43


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