Alternativplan
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Arbeiten am mexikanischen Mega-Airport NAIM ruhen

MEXIKO-STADT - Mexiko wird keinen neuen Mega-Flughafen bekommen - die Arbeiten an dem gigantischen Projekt NAIM ruhen. Stattdessen setzt der neue Präsident López Obrador auf die Ausweitung und Modernisierung dreier bereits existenter Flughäfen, um die Konnektivität des Landes zu sichern.

Die Luftfahrtstrategien des ehemaligen mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto und seines Nachfolgers Manuel López Obrador, kurz AMLO genannt, könnten unterschiedlicher nicht sein. Als eine seiner ersten Amtshandlungen schrieb AMLO den nagelneuen Präsidenten-Dreamliner seines Vorgängers zum Verkauf aus.

Aeropuerto Internacional de Santa Lucia
Aeropuerto Internacional de Santa Lucia, © lopezobrador.org


Dann stellte er die Arbeiten am Neuen Flughafen Mexiko-Stadt (NAIM) ein - das Prestige-Projekt Peña Nietos. Der NAIM hätte 120 Millionen Passagiere abfertigen und einer der größten Flughäfen der Welt werden sollen.

Doch im Oktober 2018 haben sich die Mexikaner per Volksentscheid gegen den Flughafen entschieden. Trotz des Referendums ließ Nieto die Arbeiten bis zum Amtsantritt seines Nachfolgers am 01. Dezember 2018 weiterlaufen.

Der schlägt alternativ die Verbesserung und Erweiterung dreier bereits existenter Flughäfen vor: der Flughafen Mexiko-Stadt soll modernisiert, die Verkehrsanbindung zum bisherigen Militärflughafen Santa Lucia, der zirka 40 Kilometer entfernt liegt, verbessert werden.

Santa Lucia soll zwei neue Start- und Landebahnen bekommen - laut Modellbildern des Flughafens soll er sogar sehr große Flugzeuge wie den Airbus A380 abfertigen können. AMLO widerspricht der Darstellung von Kritikern dieses Plans, dass ein paralleler Betrieb der beiden Flughäfen nicht möglich ist.

Als dritten Pfeiler zur Verbesserung der Infrastruktur für den Luftverkehr sieht der Plan die Modernisierung und Erweiterung des Flughafens von Toluca vor. Er liegt knapp 70 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.

Aeropuerto Internacional de Santa Lucia
Aeropuerto Internacional de Santa Lucia, © lopezobrador.org


Unterschiedlichen Quellen zufolge waren die Arbeiten am NAIM zu zwischen zwanzig und dreißig Prozent fortgeschritten. Den darin involvierten Unternehmen bietet AMLO an, Arbeiten im für den NAIM vereinbarten Umfang am Flughafen Santa Lucia durchzuführen.

Zugleich stellt er ihnen die Chance auf Teilhabe an den Arbeiten eines weiteren Infrastrukturprojekts in Aussicht: dem "Tren Maya", eine Bahnlinie, die auf insgesamt 1.500 Kilometern zahlreiche Sehenswürdigkeiten des Landes verbinden soll.

AMLO: Einsparungen trotz Entschädigungszahlungen

Alternativ will die mexikanische Regierung den Unternehmen eine Entschädigung für das vorgezogene Ende der Arbeiten bezahlen. Umweltschützer und Anwohner begrüßen das Ende des NAIM: ihnen zufolge speißt Mexiko-Stadt zirka 70 Prozent ihres Wasserbedarfs aus dem Gebiet, auf dem der NAIM gebaut werden sollte.

Trotz der möglichen Entschädigungszahlungen soll der Alternativplan AMLOS nach eigener Darstellung etwa 4,5 Milliarden Euro günstiger sein als der NAIM. Bereits in drei Jahren soll er umgesetzt sein. Der Flughafen Mexiko-Stadt hat sein Passagieraufkommen in den letzten zehn Jahren auf zuletzt 47,7 Millionen Passagiere nahezu verdoppelt.
© aero.de (boa) | Abb.: lopezobrador.org | 23.01.2019 08:08


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