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Flugbegleiter-Streik bei Lufthansa geht in den zweiten Tag

Flugbegleiterin der Lufthansa
Flugbegleiterin der Lufthansa, © Deutsche Lufthansa AG

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FRANKFURT - Am zweiten Tag der Flugbegleiter-Streiks bei Lufthansa haben Passagiere wieder zahlreiche Ausfälle hinnehmen müssen. Hunderte Flüge wurden am Freitag annulliert - vor allem an den beiden Drehkreuzen der Airline in Frankfurt und München.

Am Morgen seien 415 von 1.362 Flügen abgesagt worden, sagte ein Sprecher des Frankfurter Flughafens. In den Terminals an Deutschlands größtem Airport blieb es zunächst ruhig. Die Kunden seien früh informiert gewesen, viele hätten umgebucht.

In München fallen am Freitag laut Lufthansa mehr als 200 Flüge aus. Schalter und Terminals waren nach Angaben einer Flughafen-Sprecherin am Morgen leer. Es gebe "keine langen Schlangen".

Nach dem Sonderflugplan der Lufthansa sollen wegen der Streiks der Flugbegleitergewerkschaft Ufo am Freitag rund 600 Flüge ausfallen. Am Donnerstag hatte die Fluggesellschaft schon 700 Flüge gestrichen. Insgesamt rechnete Lufthansa mit 180 000 betroffenen Passagieren.

Mit der Ankündigung neuer Ausstände sei am Freitag nicht zu rechnen, sagte Ufo-Sprecher Nicoley Baublies. Man warte nun Gespräche mit Lufthansa über eine Schlichtung des Tarifkonflikts ab, die am Wochenende stattfinden sollen. Die Ufo hat am Mittag zu einem Protestzug am Frankfurter Flughafen aufgerufen, um ihre Forderungen zu unterstreichen.

Auch nach dem geplanten Ende der Streiks werden für Samstag noch Flugabsagen erwartet, weil Maschinen und Crews nicht an den richtigen Einsatzorten sind. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport rechnet mit Andrang, da viele Passagiere umgebucht haben. Es seien mehr Fluggäste als üblich zu erwarten, sagte ein Sprecher. Passagiere sollten zweieinhalb Stunden vor Abflug am Flughafen sein.

Das Kabinenpersonal Ufo hat seit Donnerstag die Arbeit niedergelegt, um Lufthansa in Gespräche über höhere Spesen und Zulagen sowie weitere Verbesserungen zu zwingen. Ufo und Lufthansa vereinbarten für das Wochenende Sondierungsgespräche, um in eine Schlichtung zu kommen. Zu den Beratungen wurde Stillschweigen vereinbart.

Lufthansa hat seit Monaten dem Ufo-Vorstand die Vertretungsberechtigung abgesprochen und jegliche Verhandlungen abgelehnt. Man hoffe nun auf eine Annäherung, hatte Baublies erklärt. "Wenn's nicht klappt, müssen wir am Montag verkünden, dass es weitere Streiks gibt", sagte er am Donnerstag.

Ufo fordert im Tarifkonflikt für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie den besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. Für vier weitere Flugbetriebe des Konzerns wurden jeweils separate Forderungen aufgestellt und Urabstimmungen abgehalten.

Lufthansa hatte schon eine Lohnerhöhung um 2,0 Prozent freiwillig umgesetzt. In dem gesamten Konflikt geht es aber hauptsächlich um die Frage, ob Ufo überhaupt noch Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann.
© dpa | Abb.: Lufthansa, Symbolbild | 08.11.2019 05:43


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