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Piloten bieten Gehaltsverzicht gegen Jobsicherheit

Lufthansa Airbus A340-600
Lufthansa Airbus A340-600, © Lufthansa

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FRANKFURT - Bloß keine Insolvenz: Lufthansa-Piloten bieten der Konzernspitze an, bis Juni 2022 auf einen beachtlichen Teil ihres Gehaltes zu verzichten. Im Gegenzug fordern sie das Management auf, auf ein angedrohtes Schutzschirmverfahren zu verzichten - und Arbeitsplätze langfristig zu sichern.

Das Angebot beinhalte für die mehr als 5.000 aktiven Piloten im Konzerntarifvertrag ein um bis zu 45 Prozent abgesenktes Gehalt und habe ein Gesamtvolumen von 350 Millionen Euro, teilte die VC mit. Es stelle einen maßgeblichen Beitrag zur Überlebensfähigkeit des Unternehmens dar.

Enthalten sei auch eine weitere, kurzzeitig wirksame Absenkung des Kurzarbeitergeldes. Aktuell seien die Cockpitkosten mit Einverständnis der Gewerkschaft bereits um mehr als 50 Prozent abgesenkt.

Voraussetzung ist laut der Mitteilung vom Donnerstag der Verzicht auf die Insolvenz in Eigenverwaltung, die das Unternehmen wegen der Corona-Krise als Alternative zu einem Staatseinstieg prüft. Ein derartiges Schutzschirmverfahren erfülle die Anforderungen nicht, die Krise sozialpartnerschaftlich zu überwinden, teilte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit mit.

Im Falle einer Insolvenz in Eigenverwaltung stünden Betriebsrenten und Übergangsvergütungen zur Disposition, weil der Konzern versuchen könnte, die Pensionsverpflichtungen loszuwerden. Auch könnten leichter Tarifverträge gekündigt und Beschäftigte entlassen werden.

Lufthansa hat für den gesamten Konzern bislang von einem Personalüberhang von rund 10.000 Beschäftigten gesprochen, gleichzeitig aber das Ziel ausgegeben, möglichst viele Beschäftigte im Unternehmen halten zu wollen.

"Wir hoffen, dass wir gemeinsam mit dem Lufthansa-Management das Unternehmen zu alter Stärke zurückführen können. Wichtig ist, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben und ein Kündigungsschutz vereinbart wird", sagte VC-Präsident Markus Wahl.

Bereits 1992 hatten die Lufthansa-Piloten durch Zugeständnisse in Höhe von zirka 30 Prozent geholfen, das Unternehmen vor dem "Aus" zu retten.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Lufthansa | 30.04.2020 14:49

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Beitrag vom 06.05.2020 - 22:31 Uhr
Ein tropfen auf den heissen Stein, wenn doch angeblich die Gehaelter garnicht so sehr ins Gewicht fallen bei den laufenden Kosten der LH-Group?!
Bleibt abzuwarten, was da noch alles kommt!
Langfristige Teilzeit denke ich wird hier unumgaenglich sein oder doch Entlassungen im grossen Stil.
Beitrag vom 04.05.2020 - 20:52 Uhr
Die Franzosen legen gerade einen Schritt vor.
 https://www.businessinsider.de/wirtschaft/in-frankreich-wird-gerade-lufthansas-groesster-albtraum-wahr/?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=in-frankreich-wird-gerade-lufthansas-groesster-albtraum-wahr&utm_source=taboola&utm_medium=exchange&utm_campaign=bild&tblci=GiC22Vg2Oe0tisLrpt-KDNj8lYyQ9zxFkfcKkmH9_aOsoiDb1UY
Ich bin mal gespannt ob CS solche Konditionen annehmen würde.
Beitrag vom 04.05.2020 - 20:14 Uhr
Aber wie wir gerade lesen dürfen, warten die Investoren noch nicht einmal, bis die Rettung steht, sondern stellen bereits jetzt schon wieder erste Forderungen (s. Artikel "Investoren gegen zu großen Staatseinfluss bei Lufthansa"). Als ginge es nicht um lächerliche zwei von zwanzig AR-Sitzen, sondern um den Austausch des VV. Immer getreu dem Motto: Frechheit siegt!

Dann doch besser Insolvenz, damit die endlich kapieren, dass das so nicht funktioniert. Dann überlegen die es sich das nächste Mal, wo sie ihr Geld anlegen.

Genau. Anschließend Neustart als GmbH & Co. KG mit € 10 Mrd. Starthilfe, paritätischer Mitbestimmung und Führungskräften, die empathisch und Vorbild sind. Es könnte so einfach sein.

Die Idee gefällt mir. Dann ist die eiskalte Ausbeutung der geschundenen LH-Mitarbeiter zugunsten der gierigen Aktionäre endlich Geschichte.

Ich finde die Idee auch super. Vor allem die paritätische Mitbestimmung. Und ich bin für Flüge auf die Malediven mit einer Woche Layover.


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