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Südafrika plant Nachfolger für South African Airways

South African Airways Airbus A330-300
South African Airways Airbus A330-300, © Airbus

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JOHANNESBURG - South African Airways ist am Ende, doch Südafrika soll auch künftig nicht ohne nationale Fluggesellschaft sein: Die südafrikanische Regierung plant den Aufbau einer Nachfolge-Airline. Kleiner, nachhaltiger und profitabler als die bisherige South African. Aber auch zukunftsfähig? 

Die Pressemitteilung des südafrikanischen Ministeriums für Staatsbetriebe quillt beinahe über vor Pathos: "Jetzt, da der Covid-19-Sturm um uns herum tobt und der Nebel der wirtschaftlichen Unsicherheit sich senkt, ist ein neuer und mutiger Ansatz erforderlich, wenn die Chance bestehen soll, dass Südafrika auch künftig über lebenswichtige Lufttransportkapazitäten verfügt." 

Deshalb soll nach dem Willen der südafrikanischen Regierung aus den Trümmern der alten South African Airways eine neue Fluglinie erstehen, "die international wettbewerbsfähig, tragfähig, nachhaltig und rentabel" ist.

Es werde "nicht die alte SAA sein, sondern der Beginn einer neuen Reise zu einer neuen umstrukturierten Fluggesellschaft, die ein stolzes Flaggschiff für Südafrika sein wird (...) und die der Welt die Pracht und Schönheit unserer großen Nation vor Augen hält."

"Opfer, Schmerzen und Not"

Um dieses Ziel zu erreichen, sucht Südafrika den Schulterschluss mit privaten Investoren. Allerdings seien sich alle an dem Prozess beteiligten Parteien einig, dass der Staat weiter eine tragende Rolle spielen müsse. Im Idealfall soll es einen Mix aus privaten und staatlichen Anteilseignern geben. 

Außerdem dürfte die neue Fluggesellschaft kleiner werden als die alte South African Airways, der die Regierung Ende April den Geldhahn zudrehte – und dem maroden Flag Carrier damit nach 86 Jahren Flugbetrieb den Todesstoß versetzte. 

Der Übergang in eine neue nationale Airline werde allen Beteiligten "Opfer, Schmerzen und Not" abverlangen, heißt es aus dem Ministerium. Doch am Ende würden sich diese Opfer auszahlen: "Fluggesellschaften auf der ganzen Welt scheitern, aber mit der richtigen Führung, dem richtigen Geschäfts- und Betriebsmodell und entsprechender Finanzierung wird die neue nationale Fluggesellschaft gut positioniert sein, um wieder in den Himmel zu steigen und ihren Beitrag zur südafrikanischen und afrikanischen Wirtschaft zu leisten."

SAA wird geschlossen

Wie der Neustart einer nationalen Airline für Südafrika im Detail aussehen soll, teilte die Regierung abseits ihrer blumigen Pressemeldung bislang nicht mit. Auch einen Zeitplan gibt es bislang nicht. 

Sicher ist nur, dass die alte South African Airways tatsächlich und endgültig geschlossen werden soll. In diesem Zusammenhang will der Staat 2,2 Milliarden Rand (105 Millionen Euro) für Abfindungspakete bereitstellen.

Die Arbeitsverträge aller Angestellten von South African Airways werden aufgehoben. 

Derzeitige Mitarbeiter sollen in der Nachfolge-Airline allerdings bevorzugt eine Stelle erhalten. Der Präsident des National Transport Movement, Mashudu Raphetha, kommentierte: "Es ist ein sehr trauriger Tag für die gesamte Republik, dass South African Airways jetzt schließen wird und wir Zeuge der Entstehung einer neuen Fluggesellschaft werden."
© FLUG REVUE - PZ | Abb.: South African Airways | 05.05.2020 05:13


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