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Halst Portugal einem TAP-Investor Azores Airlines mit auf?

Azores Airlines Airbus A321LR
Azores Airlines Airbus A321LR, © Airbus

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LISSABON - Parallel zur Teilprivatisierung von TAP Air Portugal stellt Portugal noch eine andere Airline ins Schaufenster: Azores Airlines wird für einen Verkauf an einen Investor entschuldet. Im Hintergrund macht die EU-Kommission macht Druck. Muss am Ende ein TAP-Investor Azores Airlines mitkaufen?

Je zwei Airbus A320ceo, A320neo und A321neo - und drei A321LR: Azores Airlines vernetzt die Azoren mit neun Flugzeugen.

Immerhin 1,6 Millionen Passagiere beförderte Azores Airlines 2025, machte unter dem Strich aber 53,9 Millionen Euro Miese.

"Das Hauptproblem von Azores Airlines ist fehlende Größe", sagte Azores-Airlines-Chef Tiago Santos gerade der Nachrichtenagentur "Bloomberg". Noch sind die Verluste ein Problem des Staats - unter dem Dach der SATA Group gehört Azores Airlines seit 1980 Regionalregierung der Azoren.

Für Portugal sind Azores Airlines und der Azoren-Verkehr nicht erst seit der Pandemie ein Zuschussgeschäft. Die Inselgruppe liegt rund 1.500 Kilometer westlich von Portugal im Atlantik. Der Staat subventioniert Flugverbindungen auf die Azoren mit rund 100 Millionen Euro pro Jahr.

Für SATA Air Acores, so der offizielle Name der Airline, hatte die EU-Kommission 2002 hohe Zuschüsse bewilligt: 453 Millionen Euro Restrukturierungshilfen durften in Form staatlicher Kredite und Bürgschaften fließen - ein Dauerzustand soll das nicht werden, Brüssel drängt auf eine mehrheitliche Privatisierung der Airline.

Zwei Privatisierungsversuche verliefen in den letzten Jahren - bei überschaubarem Marktinteresse an Azores Airlines - im Sand. Portugal blies eine Runde 2023 ab, nachdem Gutachten den möglichen Wert von Azores Airlines auf lediglich 14 bis 20 Millionen Euro taxiert hatten.

Nun unternimmt der Staat einen weiteren Anlauf: 75 Prozent von Azores Airlines sollen verkauft werden, laut Santos endet die Bieterfrist 21. September 2026.

Viel Zeit bleibt dann nicht mehr. Die EU-Kommission hatte eine Frist zur Privatisierung von mindestens 51 Prozent von Azores Airlines zu Jahresbeginn nur bis 31. Dezember 2026 verlängert.

"Die Kommission drängt massiv auf eine Privatisierung von Azores Airlines und hat sogar Geldstrafen verhängt, obwohl bei der Regionalregierung keine akzeptablen Kaufangebote eingingen", beschwerte sich der portugiesische EU-Abgeordnete Joao Oliveiro im März 2026 bei der Brüsseler Behörde.

SATA will die Airline jetzt abspalten und 160 Millionen Euro Schulden in Anteile wandeln, skizzierte Air-Azores-Chef Santos gegenüber "Bloomberg" die Exit-Strategie des staatlichen Eignerkonzerns: Azores Airlines soll einem Investor als "lastenfreies Asset" übergeben werden. Ob das am Ende ausreicht - unklar.

Für TAP Air Portugal hat Portugal hingegen gleich zwei finanzstarke Interessen an der Angel: Lufthansa und Air France-KLM machen eine aktuell laufende Bieterrunde für 44,9 Prozent TAP-Anteil unter sich aus.

Verkauf an TAP Air Portugal

Die zeitliche Nähe der Verfahren befeuert Spekulationen um einen Plan B für Azores Airlines - falls sich kein passender Interessent für Azores Airlines findet, "könnte Portugal die Themen Azores Airlines und TAP Air Portugal noch zusammenziehen", sagte ein Kenner der Materie aero.de am Montag.

Der EU-Abgeordnete Oliveira hatte schon im März 2026 auf ein Szenario hingewiesen, in dem Azores Airlines "aufgelöst und an TAP verkauft" werden könnte.
© aero.de | Abb.: Airbus | 28.07.2026 06:12

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Beitrag vom 28.07.2026 - 11:37 Uhr
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