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Airbus droht Airlines mit Klagen

AirAsia India Airbus A320
AirAsia India Airbus A320, © Airbus

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HAMBURG - Airbus setzt in der Luftfahrtkrise erste Airlines in Verzug. Der Hersteller droht säumigen Kunden mit Klagen, wenn Auslieferungen endgültig platzen.

An den Airbus-Werken füllen sich seit März die Stellflächen mit nicht abgeholten Flugzeugen. Inzwischen hinkt Airbus dem Mai-Zwischenstand von 313 Auslieferungen aus dem Vorjahr um 153 Flugzeuge hinterher. Im vergangenen Monat konnte Airbus nur 24 Maschinen der Serien A220, A320 und A350 übergeben.

Covid 19 strapaziert die Kundenbeziehungen. Einige Airlines hätten zum Höhepunkt der Krise nicht einmal mehr das Telefon abgehoben, klage Airbus-Chef Guillaume Faury in einem Interview mit "Politico".

Airbus hat nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters "Dutzende" Kunden daher in Verzug gesetzt - und schließt in letzter Konsequenz auch Klagen nicht aus.

"Wir versuchen immer, einen anderen Weg zu finden, als vor Gericht zu gehen", sagte Faury. Wenn Fluggesellschaften aber "nichts Besseres als nichts anbieten" oder sich einer Lösung verweigern, bliebe Airbus "keine andere Wahl".

Eine öffentliche Warnung ist in der von Diskretion geprägten Welt der Hersteller-Airline-Beziehungen äußerst selten. Verzugsschreiben oder Klagen könnten zudem Finanzierungen gefährden. Der Markteinbruch setzt Airbus allerdings selbst unter enormen Druck, nicht zu viel unverkauftes Inventar aufzubauen.

Eine Produktionskürzung um ein Drittel ist bereits beschlossen. Vom Brot-und-Butter-Modell A320neo wird Airbus vorerst nur noch 40 Stück pro Monat bauen - eine weitere Senkung der Rate ist laut Insidern nicht ausgeschlossen.

Der Hersteller lässt zudem sechs brandneue A320neo und A321neo versteigern, AirAsia hatte die Lieferung ausgeschlagen.
© aero.de | 06.06.2020 18:22

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Beitrag vom 09.06.2020 - 15:55 Uhr
Den Artikel haben sie aber schon komplett gelesen, oder?

Es geht nicht darum jeden Kunden auf Abnahme zu verklagen, sondern um mit den Kunden einen alternativen Abnahmeplan zu gestalten. Nur wenn sich Kunden jedem Gespräch verweigern, Airbus also zum bestehendem Übergabevertrag produziert haben muss, dann auch auf Vertragserfüllung zu pochen/klagen.
Viele Airlines bsp LH, Easyjet usw. haben Verschiebungen usw verhandelt, diese werden sicher nicht verklagt werden. Allerdings muss Airbus auch eine gewisses Mindestmaß an Planungssicherheit haben, schließlich müssen sie eine ganze Produktionskette steuern.

Sie können auch nicht etwas bestellen und dann ohne Rückmeldung die Abnahme verweigern.

Und nichts anderes sagt auch der Artikel. Mit dem was sie daraus zu meckern haben, hat diese vollkommen normale Geschäftsführung nix zu tun.
Beitrag vom 09.06.2020 - 14:43 Uhr
Gute Idee, den Kunden, der eh schon finanziell angeschlagen ist, verklagen damit er noch schwächer wird. Tolle Art langfristige Geschäftsbeziehungen zu gestalten. Leider herrscht immer noch "money first" aus der vor-Covid-Zeit vor. Aber das wird sich ändern, wenn Airbus merkt, dass von einem Huhn ohne Federn nichts zu holen ist.


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