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Condor will 2021 in Eigenregie durchstarten

Condor Boeing 757-300
Condor Boeing 757-300, © Condor

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FRANKFURT - Ralf Teckentrup hat Condor sicher durch Thomas-Cook-Insolvenz und Corona-Krise navigiert. In wenigen Wochen will der Airlinechef den Schutzschirm abwerfen - und Condor wie ein "normales Unternehmen" führen. Für 2021 hat sich Condor mit A320 ehemaliger Partnerairlines eingedeckt.

Ein Schutzschirmverfahren hat Condor aus dem Sog der Thomas-Cook-Insolvenz befreit. Die kurzfristige Absage des Investors PGL bei Ausbruch der Krise hat das Verfahren zwar verlängert - am 22. Oktober sollen die Gläubiger Condor aber aus den Zwängen des Schutzschirms entlassen.

"Nach dem Ende des Schutzschirmverfahrens werden wir wieder ein normales und vor allem gesundes Unternehmen sein", sagte Teckentrup dem "Handelsblatt" Ende September.

Zuletzt konnte Condor bei 25 bis 30 Prozent des normalen Angebots immerhin kostendeckend fliegen. Im Winter werde Condor "nur eine Kapazität von 10 bis 15 Prozent erreichen", aber nicht in wirtschaftliche Schieflage geraten. "Das Thema Liquidität bereitet mir keine schlaflosen Nächte", sagte der Manager.

Nach dem Ausfall von PGL ist der Staat mit Kreditgarantien über 550 Millionen Euro eingesprungen - 256 Millionen Euro musste Condor zur Ablösung im Zuge der Thomas-Cook-Pleite gewährter Staatshilfen aufwenden. Der aktuelle KfW-Kredit verschafft Condor mit zehnjähriger Laufzeit mehr Planungssicherheit.

Neun A320 wandern zu Condor

"Es gibt keinen Zeitdruck bei der Suche nach einem Investor", sagte Teckentrup dem "Handelsblatt". Vor 2022 rechnet in Frankfurt niemand mit einem neuen Gesellschafter. Solange wird Condor bei einem Treuhänder geparkt - und gewinnt Zeit für den Neustart.

Nach monatelanger Zwangspause testet die Airline ab 31. Oktober mit Varadero eine erste Langstrecke - von Frankfurt und der neuen Interkontbasis Düsseldorf starten je dreimal pro Woche Boeing 767 in Richtung Kuba, wie Condor am Dienstag bestätigte.

An Bord und am Boden greifen zum Schutz von Crew und Passagieren umfangreiche Hygienekonzepte.

Schrittweise will Condor den Flugplan wieder ausbauen. Für den Sommer 2021 rechnet Teckentrup mit rund 70 Prozent des Normalangebots.

Dazu passt, dass Condor die Flotte trotz Krise nicht wesentlich verkleinert hat. In den letzten Monaten hat die Airline neun Airbus A320 ihrer liquidierten Wet-Lease-Partner Thomas Cook Balearics und Thomas Cook Aviation ins eigene Flottenregister übernommen.

"Wir haben Flugzeuge unserer ehemaligen Schwesterairlines in unser AOC überführt", sagte eine Sprecherin aero.de. "Das ist kein Wachstum, sondern eine Verschiebung - es sind gleich viele Flugzeuge, die Condor-Flüge fliegen, wie im letzten Jahr." Mit der D-ABOR und der D-ABOP hat Condor zeitgleich nur zwei Boeing 757 ausrangiert.
© aero.de | Abb.: Condor | 06.10.2020 10:16

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Beitrag vom 09.10.2020 - 17:31 Uhr
Sieht gut aus, mit diversen Reiseveranstaltern hat CONDOR schon Vertraege geschlossen, hier war wohl (wieder einmal) die EUROWINGS zu langsam?
Wie kommen Sie denn darauf? Mit einer Destination? EW hat immerhin schon zwei. Das sieht weder gut aus (für keinen) noch war da irgend jemand schneller oder langsamer. Man tastet sich aktuell vorsichtig voran.
Beitrag vom 09.10.2020 - 17:02 Uhr
Sieht gut aus, mit diversen Reiseveranstaltern hat CONDOR schon Vertraege geschlossen, hier war wohl (wieder einmal) die EUROWINGS zu langsam?
Beitrag vom 06.10.2020 - 14:25 Uhr
Na ja, die erwarten auch nur 10-15% für den Winter, woher die 70% im Sommer kommen sollen ist mir auch schleierhaft.
Der Unterschied ist wohl, dass die MA verstanden haben, dass sie sich auch am Risiko beteiligen müssen und haben weitreichende Zugeständnisse gemacht, ohne auf Garantien zu beharren.

Da haben Sie aber scheinbar was nicht mitgekriegt?  https://www.aero.de/news-36349/Condor-Keine-Kuendigungen-in-der-Krise.html
Danke für den Link, das habe ich in der Tat verpasst. Da steht aber auch, zB. Zustimmung zu KA ohne die Forderung nach Aufstockung. Davon sind wir noch weit entfernt.
Verdi vereinbarte für die Beschäftigten am Boden, in der Technik und für die von ihr vertretenen Flugbegleiter unter anderem einen Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2026. Im Gegenzug habe man Zugeständnisse bei Abfindungen bei freiwilligem Ausscheiden gemacht.

Condor zeigt, wie es gehen kann. Aber der Druck scheint bei LH noch nicht groß genug zu sein.
Jup, volle Zustimmung. Aber jetzt, wo die angestrebten Personalzahlen in den Gesprächen auf den Tisch kommen, wird da schon noch Bewegung reinkommen.

Dieser Beitrag wurde am 06.10.2020 14:27 Uhr bearbeitet.


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