Flugausfälle
Älter als 7 Tage

Vorstoß für automatische Entschädigung von Reisenden

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Anzeigetafel, © Sita

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DÜSSELDORF / BERLIN - Die Forderungen nach automatischen Entschädigungen von Reisenden bei Zugverspätungen oder Flugausfällen werden lauter. "Wir halten automatische Vertragsentschädigungen für sinnvoll", sagte der rechtspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Fechner, dem "Handelsblatt".

"Dabei könnte mit den einfach gelagerten Fällen begonnen werden, etwa wenn Tickets online gebucht wurden und dem Anbieter so schon alle für die Entschädigung nötigen Daten vorliegen", so Fechner.

Auch Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller sieht Handlungsbedarf. "Die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, dass die Flugunternehmen verbraucherfreundlich, zeitnah und online-basiert entschädigen", sagte der Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv) dem Blatt.

Die automatisierte Ticketerstattung müsse durchgängig funktionieren. Bundesverbraucherministerin Christine Lambrecht (SPD) müsse - wie im Koalitionsvertrag angekündigt - die Einführung einer automatisierten Entschädigung im Rahmen von sogenannten smart contracts einführen.

CDU, CSU und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag 2018 darauf verständig, Verbrauchern "die Rechtsdurchsetzung durch Digitalisierung, insbesondere bei smart contracts" zu erleichtern: "Deshalb werden wir die Entwicklung der automatischen Vertragsentschädigung fördern und rechtssicher gestalten."

Die Justizministerkonferenz der Länder will sich laut "Handelsblatt" Ende November mit einem Vorstoß aus Hamburg beschäftigen, ein automatisiertes Entschädigungsverfahren verpflichtend vorzuschreiben. "Reisende fühlen sich betrogen, wenn sie nach einem Flugausfall oder einer Zugverspätung ihrer Entschädigung hinterherrennen müssen", sagte Hamburgs Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne).

Die Unions-Bundestagsfraktion unterstützt den Angaben zufolge den Vorstoß. "Gerade im Flugverkehr konnte man in den letzten Monaten den Eindruck gewinnen, dass Erstattungen gezielt und systematisch verzögert wurden, obwohl die Ansprüche der Reisenden offensichtlich berechtigt waren", sagte der rechtspolitische Sprecher der Fraktion, Jan-Marco Luczak dem Blatt.
© dpa-AFX | 24.10.2020 20:56

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Beitrag vom 26.10.2020 - 15:27 Uhr
Sehe ich auch so. Wir hatten im Sommer einen Flug mit der Lufthansa und die haben sich den ***** aufgerissen uns pünktlich ans Ziel zu bringen. Ohne diese Entschädigungszahlungen hätte man uns mit Sicherheit die kalte Schulter gezeigt und wir wären in MUC gestrandet. Soll gerne eingepreist werden, aber wenn ich ein Jahr im vorraus einen Flug buche will ich ihn auch antreten. Man muss nur noch das Thema klären, dass die Airline 14 Tage vorher einseitig den Vertrag umschreiben/kündigen darf.
Beitrag vom 25.10.2020 - 01:17 Uhr
Eurowings hat in der letzten Sommersaison vor Corona mehr Reserveflugzeuge eingesetzt, mehr Puffer in den Flugplan eingebaut und Anstrengungen unternommen um den Wartungszustand der Maschinen zu verbessern. Grund laut Geschäftsführung: die Entschädigungszahlungen wurden zu teuer. Ähnliches Verhalten bei der Konkurrenz.
Ziel des Gesetzes ist einen Anreiz für Pünktlichkeit zu schaffen. Hörts sich für mich danach an, das dies funktioniert hat.
Billiganbieter stornieren gerne kurzfristig Flüge. Es nützt dem Kunden gar nix wenn Ryanair 49 Euro auszahlt, der Preis für ein Ersatzticket bei der Konkurrenz kurz vor Abflug dann aber 600 Euro beträgt. Das dies jetzt zumindest die letzten 14 Tage vor Abflug für die Fluglinie teuer wird ist gewollt. Nur so stellt sich eine Verhaltensänderung ein.
Ach ja und für wetterbedingte Verspätungen gibt es keine Entschädigungen.

Dieser Beitrag wurde am 25.10.2020 01:28 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 25.10.2020 - 00:34 Uhr
Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Entschädigungen und der Schaden überhaupt nicht im Einklang. Was mal als sinnvolle und nachvollziehbare "Denied Boarding Compensation" begonnen hat, ist mittlerweile zu einer sehr populistischen Geschichte ausgesetzt. Technische Schäden können auch bei penibelster Wartung nicht immer vermieden werden. Schnee und Eis gehören eben nicht zu den beherrschbaren Umständen des Lebens. Und eine Entschädigung die den bezahlten Flugpreis um ein mehrfaches übersteigt, ist einfach absurd. Ich kenne den Luftverkehr übrigens aus beiden Seiten.


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