Krise
Älter als 7 Tage

Bund plant Milliardenpaket für Flughäfen

Flughafen Düsseldorf
Flughafen Düsseldorf, © DUS

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BERLIN - Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) strebt angesichts der angespannten Lage von Flughäfen in der Corona-Krise ein milliardenschweres Rettungspaket an. Scheuer sagte am Dienstag vor Journalisten, es gehe um eine Summe von rund einer Milliarde Euro, die kurzfristig bereitstehen sollen.

Es müssten Strukturen erhalten werden: Scheuer sprach wenige Tage vor einem "Luftverkehrsgipfel" am Freitag von dramatischen Zahlen bei Flughäfen, die unter einem massiv gesunkenen Passagieraufkommen leiden. Er sei zu den Nothilfen im Gespräch mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD). Ziel sei es, bis zum Freitag eine Lösung zu finden. "Die Zeit drängt."

Am Freitag ist ein digitaler "Luftverkehrsgipfel" geplant. Neben Scheuer sollen weitere Bundesminister wie Scholz, Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) teilnehmen - daneben EU-Verkehrskommissarin Adina Valean, Länderverkehrsminister sowie Spitzenvertreter der Branche.

Die Luftverkehrswirtschaft sei von der Corona-Krise sehr hart getroffen, sagte Scheuer. Dies betreffe sowohl Fluggesellschaften und Flugzeugbauer als auch Flughafenbetreiber. Für die Lufthansa hatte die Bundesregierung bereits ein milliardenschweres Rettungspaket geschnürt.

Airports im "Überlebenskampf"

Scheuer sagte, alle Flughäfen seien in den tiefroten Zahlen. Er wolle wegen der Hilfen auch mit den Ländern reden. An vielen Flughäfen sind Länder und Kommunen beteiligt.

In Schwierigkeiten seien nicht nur kleine Regionalflughäfen, sondern auch größere, sagte Scheuer. Mit einem Passagieraufkommen von derzeit 10 bis 15 Prozent des Niveaus vor der Krise könne kein Flughafen wirtschaftlich betrieben werden. Scheuer wandte sich gegen eine Schließung kleiner Regionalflughäfen. Es dürfe nicht passieren, dass nur ein paar Flughäfen in Deutschland übrig blieben.

Der Flughafenverband ADV sieht die Airports im "Überlebenskampf". Für die Flughäfen sei es fünf Minuten vor Zwölf, hatte Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel vor kurzem erklärt. Die Aussichten hätten sich wegen verschärfter Quarantäneregelungen und neuer Reisebeschränkungen weiter verschlechtert. Die Flughäfen befänden sich faktisch seit März 2020 im Lockdown.

Die wirtschaftliche Notlage verlange schnelles Handeln. Die Liquidität an fast allen Standorten sei nur noch bis in das zweite Halbjahr 2021 gesichert, so der Verband. Ein erster wichtiger Schritt wäre die Übernahme von sogenannten Vorhaltekosten für die Lockdown-Zeit seit März 2020 in Höhe von 740 Millionen Euro. An den Flughafenstandorten drohe einem Viertel der über 180 000 Arbeitsplätze das Aus.
© dpa | Abb.: Fraport AG | 03.11.2020 15:35


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