Nach Triebwerksschaden
Älter als 7 Tage  

Antonow An-124 schießt über die Landebahn

Volga
Volga-Dnepr transportiert 787-Flügel, © Volga-Dnepr
NOWOSIBIRSK - Eine An-124 der Fracht-Airline Volga-Dnepr startet in Nowosibirsk in Richtung Wien, erleidet abereinen Triebwerkschaden. Bei der Landung überschießt der Frachter die Landebahn.

Volga-Dnepr-Flug VI4066 war nur von kurzer Dauer. Er endete nicht wie geplant in Wien, sondern dort, wo er gestartet war: Auf dem Flughafen Tolmachewo in Nowosibirsk. Dort liegt die ganz in Weiß lackierte Antonow An-124 mit der Kennung RA-82042 nun jenseits der Runway bäuchlings im Schnee, das Fahrwerk weggeknickt, gestrandet wie ein großer, weißer Wal.

Offensichtlich hat das Flugzeug die Piste überschossen und kam erst einige Meter später auf freiem Feld zum Stillstand. Aufnahmen des havarierten Flugzeugs zeigen jedoch nicht nur Schäden, die von der missglückten Landung herrühren. Das Triebwerk innen links hängt halb zerfetzt unter dem Flügel, unter der Flügelwurzel klaffen Löcher im Rumpf. Was ist geschehen?

Das linke Triebwerk der An-124 ist regelrecht zerfetzt, © @JacdecNew


Gegenüber der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti gibt ein Beamter der Luftfahrtbehörde Rosaviatsia Antwort: Das Flugzeug sei zunächst plangemäß in Richtung Wien gestartet, wenig später habe die Flight Crew der RA-82042 jedoch "den Ausfall des zweiten Triebwerks" gemeldet. Daraufhin hätten sich die Piloten zur Rückkehr nach Nowosibirsk entschieden.

Wie unschwer zu übersehen ist, missglückte die anschließende Landung gründlich: "Das Flugzeug wurde am Motor, am Rumpf und am Fahrwerk beschädigt", so der Rosaviatsia-Vertreter, der auch gute Nachrichten zu vermelden hatte: Keines der 14 Besatzungsmitglieder an Bord sei bei dem Unfall verletzt worden.

Allerdings habe die Runway von Tolmachewo Schaden erlitten, daher bleibe der Airport bis 14:30 Uhr Ortszeit geschlossen. In der Zwischenzeit bereite man die zweite Landebahn für den Betrieb vor.

Uncontained engine failure

Was genau den Schaden am Triebwerk verursacht hat, wird nun, wie der Rest des Vorfalls, Gegenstand einer Untersuchung sein. Die deutlich sichtbaren Schäden an Triebwerk, Rumpf und Tragfläche jedoch deuten darauf hin, dass es zu einem sogenannten "uncontained engine failure" kam – einem Triebwerksversagen mit Trümmeraustritt.

Das Flugunfallportal Aviation Herald erwähnt in einem Bericht über den Vorfall außerdem, dass in der Luft sowohl das Transpondersignal als auch die Funkverbindung des Flugzeugs zum Tower abgebrochen seien. Ersteres wird durch die Daten der Tracking-App Flightradar24 bestätigt, deren Aufzeichnung von Flug VI4066 rund zwei Minuten nach dem Start in 1825 Fuß Höhe abbricht.

Die RA-82042 ist eine von zwölf An-124 des Frachtspezialisten Volga-Dnepr und die einzige Maschine des Unternehmens, die statt der normalen Volga-Dnepr-Lackierung einen komplett weißen Anstrich trägt. Das Flugzeug ist 31 Jahre alt, wird wie seine Schwestermaschinen von vier Lotarjow D-18T-Turbofans angetrieben und war in den vergangenen Wochen häufig unterwegs.

Am Tag vor dem Zwischenfall war die RA-82042 aus Seoul nach Nowosibirsk gekommen. Beim heute geplanten Flug nach Wien handelte es sich laut Aviation Herald um einen Positionierungsflug ohne Fracht. In Deutschland war die Maschine zuletzt Ende Oktober zu sehen, als es den Flughafen München besuchte.
© FLUGREVUE - Patrick Zwerger | 13.11.2020 12:56

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Beitrag vom 16.11.2020 - 09:14 Uhr
"...Wie unschwer zu übersehen ist, missglückte die anschließende Landung gründlich"

Ist das so?

Wenn ich mir die Schäden vom zerfetzten Triebwerk so anschaue dann sollte man eher von einer Geglückten Notlandung sprechen.
Immerhin sind alle Wohlauf!

Ist auch noch die Frage ob Triebwerk 1 überhaupt gelaufen ist weil es evtl. Teile vom Nachbartriebwerk eingesaugt hat........

Dieser Beitrag wurde am 16.11.2020 09:16 Uhr bearbeitet.


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