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Die flache Kurve aus der Krise

Airbus A330neo und A350
Airbus A330neo und A350, © Airbus

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HAMBURG - Airbus und Boeing steckt die schwere Luftfahrtkrise wohl noch länger in den Knochen: A320neo und 737 MAX werden nach einer wenig mutmachenden Analystenprognose nicht vor 2025 wieder Vorkrisen-Stückzahlen erreichen. Bei den Langstreckenjets A350 und 787 sieht die Lage noch finsterer aus.

863 Flugzeuge - Airbus wird seinen Lieferrekord von 2019 so schnell nicht wieder einstellen. Das zu Jahresbeginn ausgerufene Ziel von 880 Auslieferungen für 2020 ist längst Makulatur, Airbus peilt intern 530 Auslieferungen an.

Nach einer Analyse von "Bernstein Research" werden die Airbus-Stückzahlen 2021 nur moderat auf 556 Flugzeuge steigen.

Die Produktion der A320 läuft derzeit nur auf zwei Drittel der Vorkrisen-Rate von 60 Flugzeugen. Immerhin: Airbus lotet laut Insidern aus, ob sich die Produktion 2021 von 40 wieder in Richtung 47 A320 pro Monat anheben lässt.

Laut "Bernstein Research" wird Airbus erst 2025 mit 60 A220 und 645 A320neo die 2019 aufgestellte Gipfelhöhe von 690 Auslieferungen im Single-Aisle-Segment wieder erklimmen.

Im Langstreckenprogramm A350 wird Airbus 2021 demnach an der Krisenrate von 4,5 Monatseinheiten festhalten und die Produktion in den Folgejahren nur langsam wieder hochfahren - 2022 erwarten die Analysten 68 A350 und selbst 2025 dürfte die Linie mit 88 Flugzeugen noch deutlich unter dem 2019er Wert von 112 A350 liegen.

737 MAX und 777-9 geben Boeing Rückenwind

Der Corona-Kater zwingt auch Boeing Kurskorrekturen auf. Der Konkurrent wird die zeitweise auf 14 Flugzeuge hochgetaktete 787-Linie ab 2021 auf fünf Stück pro Monat zurückfahren. Frühestens im Jahr 2024 werden 787-8, -9 und -10 mit 96 erwarteten Auslieferungen wieder an dreistelligen Stückzahlen kratzen.

Nachholeffekte bei der 737 MAX und einsetzende Auslieferungen der 777-9 geben Boeing laut Bernstein kurzfristig Rückenwind.

Die Analysten sehen die 737 MAX nächstes Jahr mit 433 Flugzeugen auf Augenhöhe zur A320neo und trauen dem Krisenjet 2022 sogar 603 Auslieferungen zu. Ab 2023 dürfte Airbus im wichtigsten Segment wieder die Nase vorn haben. Die Auslieferungen der 777-9 wird Boeing laut Bernstein 2023 von 18 auf 36 Jahreseinheiten verdoppeln.

Die Fernlichtprognose der Analysten für 2025 sieht Airbus programmübergreifend bei 821 und Boeing bei 817 Auslieferungen - vor 2025 sollten beide Hersteller die 800er-Marke nicht wieder knacken.
© aero.de | Abb.: Airbus | 19.12.2020 08:09


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