Fluglotse Michael Kolodziej
Älter als 7 Tage  

"In Sondersituationen musst du schnell handeln"

DFS Tower Frankfurt
DFS Tower Frankfurt, © DFS

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FRANKFURT - Ein Job in der Flugsicherung ist auch in der Luftfahrtkrise eine sichere Sache: trotz des geringen Flugaufkommens müssen Tower und Center voll einsatzbereit sein. Fluglotse Michael Kolodziej erzählt in der neuen Folge von  planeTALK - dem Luftfahrt-Podcast von PilotsEYE.tv -, worauf es dabei ankommt.

"In vielen Fällen geht es wie in anderen Bereichen darum, Dinge
abzuarbeiten", sagte Kolodziej im Gespräch mit planeTALK. "Wenn aber eine Sondersituation eintritt, musst du in der Lage sein, in wenigen Sekunden eine Lösung zu suchen. Du musst überlegt und schnell handeln."

Eine Schlüsselkompetenz ist in diesem Zusammenhang die Fähigkeit, sich Gehörtes überdurchschnittlich gut zu merken. Und: "In stressigen Situation zu agieren - die Ruhe zu bewahren und zu handeln."

Michael Kolodziej arbeitet im Tower in Frankfurt. Etwa zehn Kilometer vor der Piste übernimmt er dort die Verantwortung für die reibungslose Landung der Flugzeuge von seinen Kollegen im Center.

planeTALK Folge 15, © PilotsEYE.tv - alle Podcastfolgen unter https://video.planetalk.tv

Im Normalfall denken die Lotsen laut Kolodziej den Abläufen immer einen Schritt voraus. Denn "Wenn du hinter den Traffic geräts, kriegst du ein Problem". Hinter den Traffic - so nennen es Fluglotsen, wenn sie wegen eines Moments der Unaufmerksamkeit den Anschluss verlieren. "Dann fängst du an, schneller und undeutlicher zu sprechen. Das kann auch einem gestandenen Lotsen passieren."

In solchen Fällen haben die Lotsen die Möglichkeit, sich Unterstützung von einem Kollegen zu holen und sich, wenn die Situation gemeistert ist, erst einmal an eine andere Position zu setzen.

Mit 106 Starts und Landungen je Stunde zu normalen Zeiten ist der Frankfurter Flughafen hoch frequentiert. Eine große Verantwortung, die volle Konzentration erfordert. Dies bis zum normalen Rentenalter durchzuhalten, ist nicht möglich. Bis vor kurzem galt das Alter von 55 Jahren als Zielmarke der Fluglotsenkarriere. Inzwischen arbeiten manche in dem Job, bis sie 57 Jahre alt sind.

Damit die Lotsen sich ihre Leistungsfähigkeit bis dahin bewahren, schickt die Deutsche Flugsicherung ihre Lotsen alle drei Jahre auf Reha - eine "Präventionsmaßnahme", wie Kolodziej sagt. Dort steht dann, anders als im beruflichen Schichtbetrieb, ein geregelter Tagesablauf, Sport, Wandern und Regeneration auf dem Programm.

"Der Arbeitgeber erwartet sich davon, dass der Arbeitnehmer danach wieder eine bessere Leistung bringt", sagt er. "Und das funktioniert auch."

Deutlich mehr Bewerbungen in der Krise

In der Krise vermeldete die DFS einen echten Run Ausbildungsprogramm, allein bis Oktober 2020 gingen bei 5.600 Bewerbungen auf die rund 146 Plätze ein. Zur Vorbereitung auf den Eignungstest empfehlen wir das Buch "SkyTest Fluglotsen-Assessment 2021" und die Trainingssoftware von SkyTest (ein Produkt der Aviation Media & IT GmbH, die auch aero.de betreibt).

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© aero.de | Abb.: DFS | 24.01.2021 08:17


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