Fokus auf die Langstrecke
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Neue Alitalia wettet gegen den Trend

Alitalia Boeing 777-200ER
Alitalia Boeing 777-200ER, ©  Masakatsu Ukon

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ROM - Das neue Alitalia-Management sieht in der Krise Chancen, die seine Vorgänger bei der Neuaufstellung der chronisch defizitären Airline nicht hatten. Gelingt unter den aktuellen Vorzeichen der Umbau von Alitalia zu einer schlanken und lukrativen Langstreckenairline namens ITA?

Die Pandemie sei "die erste wirklich große Chance", Alitalia wettbewerbsfähig zu machen, zitiert die Nachrichtenagentur "Reuters" eine dem CEO Fabio Lazzerini nahestende Quelle. Politiker, Gewerkschafter und Mitarbeiter sind demnach in der aktuellen Gemengelage zu größeren Zugeständnissen bereit.

"Alitalia hat in der Vergangenheit versucht, inländische Punkt-zu-Punkt-Verbindungen zu streichen, aber Lokalpolitiker haben immer wieder verlangt, sie neu aufzulegen", sagte der Inider laut "Reuters".

Die neue Strategie sieht nun vor, Billigfliegern zumindest kurzfristig auf Strecken wie Catania-Turin das Feld zu überlassen und die ITA ausgestattet mit zunächst weniger als 52 Flugzeugen - die derzeit günstig zu haben sind - langfristig als schlanke Langstreckenairline im Markt zu positionieren.

Damit fährt das Management einen dem Trend entgegengesetzten Kurs: Analysten und Airline-Chefs rechnen übereinstimmend damit, dass der Flugverkehr sich auf der Langstrecke wesentlich langsamer erholen wird als auf der Kurzstrecke.

Bande mit Billigfliegern?

Nur, wenn es der ITA trotzdem gelingt, sich dort ihren Platz zu erobern, könnte es sinnvoll sein, Billigfliegern im Inlandsverkehr Slots zu überlassen. Hier könnte eine bereits vor Jahren angedachte Lösung zum Tragen kommen: ITA kooperiert auf der Kurzstrecke mit einem Low Coster - damals war Easyjet im Gespräch - und unterscheidet sich durch sein auf die Langstrecke ausgelegtes Geschäftsmodell derart, dass sie sich nicht in die Quere kommen.

Laut "Reuters" denkt CEO Lazzerini auch über einen neuen Deal mit Air France-KLM oder Lufthansa nach, die beide großes Interesse an Slots in Mailand haben dürften.

Bis 2025 soll der Personalkörper wieder auf gut 9.000 wachsen, die Flotte auf 110 Flugzeuge - fast die Größe der alten Alitalia. Bereits 2023 soll die neue Airline schwarze Zahlen schreiben. Die Mitarbeiter sollen mit neuen Verträgen eingestellt werden. Zwischenzeitlich stand eine Reduktion auf 6.000 Mitarbeiter im Raum.

Der ehemalige Regierungschef Giuseppe Conte zog eine massive staatliche Beteiligung der massenhaften Entlassung von Mitarbeitern vor. Inzwischen hat ihn Mario Draghi an der Staatsspitze abgelöst - und zumindest das ist eine Konstante, die das aktuelle Management mit seinen Vorgängern teilt: Die Frage nämlich, was die jeweilige Regierung mit der Airline vorhat.
© aero.de | Abb.: Alitalia | 17.02.2021 10:53

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Beitrag vom 20.02.2021 - 09:52 Uhr
@contrail

Danke für den Link, ja ich habe mich auch gewundert.

Nur wofür braucht man eine Verbindung zu den LCC wenn man aus dem Geschäft eh draussen ist?
Geht daraus leider nicht hervor.
Als Partner für den P2P Verkehr. Im Angebot hätte man Slots in Linate. Turin-Catania durch geführt von Easy mit Vermarktung über ITA. Dafür gibt es ein paar Slots in LIN auf Strecken die mit ITA nicht kollidieren. Sie wissen immerhin was sie haben und was sie nicht können, aber auch was sie brauchen. Dafür haben sie eine Strategie. Mal schauen.

Das macht Sinn, man bringt die Slots ein und anstatt selbst nen p2p LCC aufzuziehen kooperiert man.
Das Problem dabei is thalt das es dann letztendlich auch Easys Kunde ist.

Rom alleine bringt einen nicht weiter, denn wenn man mit AF-KLM weiter machen will, liegt Rom auf allen relevanten Routen ab vom Schuss.
Das liegt man am Golf auch, das ist immer ein Umweg von 1000Nm. Sonst dürfte ja auch keiner aus D über AMS nach Asien fliegen. Das sollte kein Hindernis sein. Der Markt ist Europa und alle kleinen Orte müssen umsteigen.

Ja aber Rom liegt für einen Hub über die durchaus vorhandene Orginärnachfrage, z.b. in die USA, hinaus einfach schlecht.

Nach Nordamerika in jedem Fall, nach Afrika macht ein "Halt" in Rom keinen Sinn, nach Asien auch nicht, und selbst eine der typischen KLM routen nach SEA AMS - Jakarta tangiert Rom nicht mal im Ansatz.
Westküste USA nach SIN ist im Bereich von 400Nm Unterschied, egal ob man in LON, AMS, ROM oder Golf umsteigt. Also eher nicht entscheidend. Da könnten sie also locker mitspielen.

Ich denke aus grossen EU Märkten lohnt es sich nicht in die USA via Rom zu fliegen. Und auch nicht nach Asien.
Was Sinn machen könnte wäre der Balkan Richtung USA und Südamerika. Budapest, Bukarest, Belgrad, Sofia, Athen, etc. sind alle nicht mit Langstreckenrouten gesegnet und da wäre Rom immerhin nicht "erstmal 1h in die falsche richtung".
Vergessen Sie das mit der falschen Richtung, das spielt keine Rolle. Sonst dürfte ja D-Asien über AMS oder CDG nicht funktionieren. Das sind starke Wettbewerber für die LHG. Wenn es danach geht ist BER nach SIN über ROM kürzer als ZRH, CDG, AMS. Etwa gleich mit FRA oder MUC . Norditalien fliegt ja auch mit LHG nach Asien. Nach Ihrer Logik wäre das ein toter Markt.

Das tragfähige Konzept wäre einfach: abwickeln. Die Arbeitskräfte einer effektiveren Verwendung zuführen oder den Laden halt an die LH oder AF-KLM verkaufen.
Abwickeln ist aber das Gegenteil von Konzept ;-) Wenn es nicht funktioniert, warum sollte das jemand kaufen?

Es ist besser als dem schlechten Geld gutes hinterher zu werfen. Glauben sie den wirklich das es funktioniert?
Verstehe ich nicht. Wenn es nicht funktioniert, warum sollten dann LH und AF ihr gutes Geld dem Schlechten hinterherwerfen? Was wäre der Unterschied?

Glauben die denn an dieses Konzept?
Sieht so aus. Sie werden eine schlanke Kostenbasis haben, fokussieren ihr Netz auf profitable Strecken (die Zahlenbasis dafür haben sie) und suchen mittelfristig einen Partner. Warum soll das nicht klappen? Ob es klappt werden wir sehen. Aber von vorneherein zu sagen "Das ist alles Mist" ist nicht der Weg sich aufzustellen. Das was "Mist" war hat man ausgemistet. Jetzt geht es voran.

Dieser Beitrag wurde am 20.02.2021 09:53 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 20.02.2021 - 07:38 Uhr
@contrail

Danke für den Link, ja ich habe mich auch gewundert.

Nur wofür braucht man eine Verbindung zu den LCC wenn man aus dem Geschäft eh draussen ist?
Geht daraus leider nicht hervor.
Als Partner für den P2P Verkehr. Im Angebot hätte man Slots in Linate. Turin-Catania durch geführt von Easy mit Vermarktung über ITA. Dafür gibt es ein paar Slots in LIN auf Strecken die mit ITA nicht kollidieren. Sie wissen immerhin was sie haben und was sie nicht können, aber auch was sie brauchen. Dafür haben sie eine Strategie. Mal schauen.

Das macht Sinn, man bringt die Slots ein und anstatt selbst nen p2p LCC aufzuziehen kooperiert man.
Das Problem dabei is thalt das es dann letztendlich auch Easys Kunde ist.

Rom alleine bringt einen nicht weiter, denn wenn man mit AF-KLM weiter machen will, liegt Rom auf allen relevanten Routen ab vom Schuss.
Das liegt man am Golf auch, das ist immer ein Umweg von 1000Nm. Sonst dürfte ja auch keiner aus D über AMS nach Asien fliegen. Das sollte kein Hindernis sein. Der Markt ist Europa und alle kleinen Orte müssen umsteigen.

Ja aber Rom liegt für einen Hub über die durchaus vorhandene Orginärnachfrage, z.b. in die USA, hinaus einfach schlecht.

Nach Nordamerika in jedem Fall, nach Afrika macht ein "Halt" in Rom keinen Sinn, nach Asien auch nicht, und selbst eine der typischen KLM routen nach SEA AMS - Jakarta tangiert Rom nicht mal im Ansatz.
Westküste USA nach SIN ist im Bereich von 400Nm Unterschied, egal ob man in LON, AMS, ROM oder Golf umsteigt. Also eher nicht entscheidend. Da könnten sie also locker mitspielen.

Ich denke aus grossen EU Märkten lohnt es sich nicht in die USA via Rom zu fliegen. Und auch nicht nach Asien.
Was Sinn machen könnte wäre der Balkan Richtung USA und Südamerika. Budapest, Bukarest, Belgrad, Sofia, Athen, etc. sind alle nicht mit Langstreckenrouten gesegnet und da wäre Rom immerhin nicht "erstmal 1h in die falsche richtung".

Das Rom alleine auch grossen Interkont Verkehr hergibt glaube ich weniger. Richtung Nordamerika evtl. aber da ist der Wettbewerb durch die US Airlines und die 3 grossen Europäer eh am kochen.
Keiner bringt einen eigenen Interkontverkehr her, weder AMS noch ROM oder FRA/MUC. Selbst LON und PAR hätten nur ein paar wenige Destinationen. Alle brauchen Feed. Itlien hat große VFR Gruppen in USA Ostküste und Argentinien. Das ist nicht alles so schwarz wie Sie es sehen.

Die Orginärnachfrage sehe ich, und da sehe ich nicht schwarz. Ich sehe schwarz für das feedern und alles darüber hinaus.
Denn sie haben enormen Wettbewerb und aktuell Krise, die Frage Yields gegen Kosten.

Das man mit dem Plan bis 2025 einen 10% gewinn für die Regierung erwirtschaften will, sagt viel aus.
Über den Plan.
Das ist nämlich abstrus.

Easyjet, ryan und Wizz werden es in Italien auskämpfen.
Deswegen hält man sich da raus.
Die LH wird mit Air Dolomiti sicher versuchen den Verkehr aus Norditalien via MUC und FRA zu leiten.
Ja, klar, so wie alle anderen auch. Das Problem der AZ war nicht die Auslastung. Es waren Ertrag vs, Kosten. Wenn man die Löcher stopft und sich auf Ertragsstrecken konzentriert, dann sieht es anders aus.

Das klingt immer so einfach, aber lässt sich oft nicht so trennen.
Flieger etc. müssen ausgelastet werden, und das schafft selbst ein Hub wie Paris oder London nur über umsteiger. Die sehe ich in Rom einfach nicht, und die Orginäre Nachfrage zieht man z.b. aus Mailand etc. halt schnell auch richtung Golf (Asien) oder Zentraleuropa (USA) - da fliegt man mit dem Zubringer halt wenigstens schonmal in die richtige Richtung.

Das tragfähige Konzept wäre einfach: abwickeln. Die Arbeitskräfte einer effektiveren Verwendung zuführen oder den Laden halt an die LH oder AF-KLM verkaufen.
Abwickeln ist aber das Gegenteil von Konzept ;-) Wenn es nicht funktioniert, warum sollte das jemand kaufen?

Es ist besser als dem schlechten Geld gutes hinterher zu werfen. Glauben sie den wirklich das es funktioniert?

Es ist gerade von Rom aus wesentlich besser an einen anderen Hub in Europa oder an den Golf zu fliegen.VOn Rom nach Dubai sind es keine 4500km. Das kann jeder A320 fliegen.
Warum ist das gerade von Rom aus besser? Es kauft aber keiner nach Sinn, sonst müssten ja alle in HEL, LON oder MAD umsteigen, je nach Richtung. Der Golf wäre komplett raus. Also muss es noch was anderes geben, was die Kaufentscheidung beeinflusst. Ein Faktor ist der Preis, da stellt man sich neu auf. Abwarten.
Für mich macht das keinen Sinn, zumal ich mich frage mit welcher Flotte.
Das ideale Gerät wäre B789, aber leider haben sie halt nur A332 und B772. Beides Muster die gegen ihre modernen Konkurrenten auf verlorenem Posten stehhen.
Sowohl B787 als auch A359 sind dort einfach soviel besser.
Aber auch erst mal soviel teurer. Das Muster muss zur Strecke und zum Feed passen und ein A350 oder B777 muss erstmal gefüllt werden. Mein Tipp, für den Start die A332 und später A339/A350 wenn man etabliert ist. Bauchgefühl ;-) KS Airbus/EMB.

Ich denke auch, der A332 muss es erstmal tun, die B772 gehen raus.
Und dann schafft man sich A339 oder B789 an, falls man soweit kommt.

Das geht doch niemals bis 25 gut, da werden vorher schon die Mittel knapp.
Ja, das ist extrem sportlich. Aber jetzt muss es erst mal losgehen.

Ich denke das bessere Konzept wäre gewesen das was die LH oder AF-KLM haben wollen zu verkaufen. Und den Rest abzuwickeln.
Ein Ende mit Schrecken, anstatt Schrecken ohne Ende.
So ist die Grundlage gelegt für eine fortlaufende Subvention, denn man kann sich jetzt schon gut vorstellen was man macht wenn 2024 das Geld knapp wird.

Glauben die denn an dieses Konzept?
Beitrag vom 19.02.2021 - 22:45 Uhr
Definitiv nicht, aber das kann sich jeder selber zusammenrechnen, wenn er möchte.


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