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Flughafen Hamburg erleidet ersten Verlust seit 25 Jahren

Helmut-Schmidt-Schriftzug am Hamburger Flughafen
Helmut-Schmidt-Schriftzug am Hamburger Flughafen, © Hamburg Airport

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HAMBURG - Nach dem coronabedingt schlimmsten Geschäftsjahr der Nachkriegsgeschichte rechnet der Hamburger Flughafen auch in diesem Jahr mit massiven Verlusten. Erst 2023 sieht der Airport wieder Chancen auf eine "schwarze Null" - viele Investitionsvorhaben sind vorerst gestoppt.

Unabhängig von möglichen Bundeshilfen geht er für 2021 von einem Defizit von rund 90 Millionen Euro aus, wie Flughafenchef Michael Eggenschwiler am Montag sagte. "Wir bleiben aber auf Kurs, dass wir 2023 wieder an die schwarze Null herankommen wollen."

Im vergangenen Jahr hatten die Pandemie und die damit verbundenen Reise-Einschränkungen Deutschlands ältesten Flughafen erstmals seit mindestens 25 Jahren ins Minus gestürzt. Nach einem Gewinn von 32,2 Millionen Euro im Jahr 2019 verbuchte der Airport ein Minus von 113 Millionen Euro.

Die Zahl der Passagiere brach um fast drei Viertel von 17,3 Millionen auf 4,56 Millionen ein. "Das sind Passagierzahlen wie wir sie 1984 zuletzt hatten", sagte Eggenschwiler. Der schlimmste Monat sei der April gewesen. Am Karsamstag (11. April) "hatten wir den Tag der absolut tiefsten Passagierzahlen". Gerade einmal 177 Menschen hätten an dem Tag ein Flugzeug genutzt. Üblicherweise wird der Helmut-Schmidt-Flughafen über Ostern von täglich 50.000 Passagieren bevölkert.

Bei den Starts und Landungen gab es einen Einbruch von 155.200 auf 66.300. Am stärksten betroffen war den Angaben zufolge der Linien- und Touristikverkehr, der einen Rückgang um 63 Prozent auf rund 52.100 Flüge verkraften musste. Einzig bei der Luftfracht habe es geringere Einbrüche gegeben. "Das waren natürlich auch medizinische Versorgungsflüge", sagte Eggenschwiler.

Alle Hoffnungen des Flughafens lägen nun auf dem Sommergeschäft - wobei die erwartete Passagierzahl für 2021 wegen des miserablen ersten Quartals sowie des erneut bescheidenen Ostergeschäfts bereits um eine Million auf 7,5 Millionen gesenkt worden sei. Bis Ende März seien gerade einmal 275.000 Passagiere gezählt worden. "Das sind rund 8,5 Prozent dessen, was wir 2019 vergleichbar hatten."

"Ich hoffe, dass wir im Sommer wieder werden reisen können", sagte der Flughafenchef. Corona-Tests für die Passagiere statt Quarantäne seien dazu das richtige Mittel. Noch in dieser Woche werde der Flughafen die Test-Kapazitäten ausweiten. Er hoffe auch, dass der auf europäischer Ebene diskutierte digitale Impfpass kommen werde. "Das ist genau die richtige Richtung."

Das Corona-Desaster wirkte sich auch auf die Zahl der Beschäftigten aus. Der Flughafen wolle zwar auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten, müsse aber bis 2023 rund 200 Stellen abbauen, sagte Eggenschwiler. 2020 sei die Zahl der Beschäftigten bereits um 120 auf 1992 gesunken. Von ihnen seien 85 Prozent in Kurzarbeit. Im Schnitt absolvierten sie noch 31 Prozent ihrer vertraglich vereinbarten Arbeitszeit. "Einzelne sind seit einem Jahr zu fast 100 Prozent in Kurzarbeit."

Wegen der Verluste hat der Flughafen Investitionen heruntergefahren. Statt geplanter knapp 116 Millionen seien nur 52,7 Millionen Euro in die Hand genommen worden, unter anderem für die Fertigstellung des Vorfelds 1 sowie für die Gepäckbeförderungsanlage und die Sicherheitskontrolle. Gestoppt worden sei unter anderem der Bau von neuen Parkpositionen und Passagierzugängen.

Wenigstens eine erfreuliche Sache gibt es aus Sicht des Flughafens aber: Trotz aller Widernisse wolle der Airport sein 2009 gestartetes Umweltprogramm vollständig erfüllen und spätestens ab Ende des Jahres CO2-neutral wirtschaften. Eggenschwiler sagte, er sei stolz, "dass wir fast 100 Prozent unserer Fahrzeugflotte schon auf alternative Kraftstoffe umgestellt haben".
© dpa-AFX | 29.03.2021 11:55


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