Regionalairline
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Flybe rollt mit neuem Investor im Cockpit zum Neustart

Flybe Bombardier Q400
Flybe Bombardier Q400, © Bombardier

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LONDON - Der Investor Thyme Opco formt aus Vermögenswerten der insolventen Flybe eine neue Regionalairline. Als "Flybe Limited" wird die Airline noch im Sommer 2021 "viele frühere Strecken" der Vorgängerin wieder aufleben lassen, bekräftigten Thyme Opco und der Verwalter EY am Mittwoch Pläne zum Neustart.

Die Krise versetze der ohnehin angezählten Flybe den Todesstoß - die Airline steht seit März 2020 unter Gläubigerschutz und hat den Flugbetrieb eingestellt.

Doch die Chancen auf einen Neustart in Exeter stehen gut. Der Investor Thmye Opco hat die Reste von Flybe aufgekauft und will der Airline im Sommer 2021 neues Leben einhauchen.

"Vorbehaltlich weiterer Erfolge bei Impfungen und einer weiteren Lockerung der Reisebeschränkungen planen wir, in diesem Sommer eine neue und deutlich verbesserte Flybe auf vielen unserer früheren Strecken einzuführen", bestätigte ein Sprecher der Nachfolgegesellschaft "Flybe Limited" laufende Vorbereitungen auf eine Wiederaufnahme des Flugbetriebs.

Hinter Thyme Opco steckt der Finanzinvestor Cyrus Capital, der 2019 - im Gespann mit Virgin Atlantic und der Stobart Group - bereits einen später gescheiterten Anlauf auf eine Flybe-Übernahme unternommen hatte.

Ärger mit der Aufsicht

Der Insolvenzverwalter EY hat bei Flybe verwertbare Vermögenswerte - darunter Start- und Landefenster am Flughafen London-Heathrow - im Wert von rund 160 Millionen Euro sichergestellt. "Der erfolgreiche Verkauf ist eine wirklich gute Nachricht für alle Regionen, die Flybe zuvor angeflogen hat", sagte EY-Partner Simon Edel.

Der neue Eigner nennt noch keine Details zur geplanten Personal- und Flottenstärke - "Flybe Limited" wird aber eine oder zwei Nummern kleiner anfangen als Flybe, die vor dem Kollaps rund 60 Regionaljets, 2.400 Mitarbeiter und bis zu acht Millionen Passagiere pro Jahr zählte.

Laut Medienberichten hängt der Neustart von der Verlängerung der Betriebserlaubnis durch die britische Luftfahrtaufsicht CAA ab. Die Behörde hatte im März angekündigt, Flybe AOC und Streckenrechte zu entziehen. In diesem Fall würde Flybe verbliebene Slots verlieren - Thyme Opco hat bereits Widerstand ankündigt.

Der finanzstarke Investor aus Mayfair holte dafür den früheren British-Airways-Manager Anthony Kevin Hatton ins Boot. Hatton war Anfang der 1990er Jahre in den "Dirty-Tricks"-Skandal verwickelt - eine kleine Arbeitsgruppe innerhalb von British Airways hatte mit zweifelhaften Methoden versucht, den aufstrebenden Konkurrenten Virgin Atlantic zu schwächen.

Turboprop von Austrian Airlines

"Flybe beabsichtigt, gegen den Entzug der Betriebsgenehmigung in Berufung zu gehen", teilte EY im März mit. Solange bleibe das AOC "uneingeschränkt" gültig. Unter dem Zeugnis hat Thyme Opco bereits ein erstes Flugzeug registriert: die Bombardier Dash 8-400 OE-LGA aus der Flotte von Austrian Airlines tauchte im Januar als G-CLXC im britischen Register wieder auf.

Flybe war 1979 unter dem Namen Jersey European Airways gegründet und 2002 in Flybe umbenannt worden. Die Airline stellte an vielen britischen Flughäfen den größten Fluganbieter, etwa in Anglesey, Aberdeen, Manchester, Southampton und Belfast.
© aero.de | Abb.: Flybe, Heathrow Airport | 15.04.2021 10:15

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Beitrag vom 15.04.2021 - 12:12 Uhr
"Hinter Thyme Opco steckt der Finanzinvestor Cyrus Capital, der 2019 - im Gespann mit Virgin Atlantic und der Stobart Group - bereits einen später gescheiterten Anlauf auf eine Flybe-Übernahme unternommen hatte."
Die Insolvenz hat sich dann wohl ausgezahlt.


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