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US-Politiker nehmen F-35-Programm in die Mangel

Lockheed Martin F-35
Lockheed Martin F-35, © Lockheed Martin

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WASHINGTON - Die Lockheed Martin F-35 macht nach wie vor Probleme. Bei einer Anhörung im US-Repräsentantenhaus machten Politiker ihrem Ärger über verfehlte Ziele, ausufernde Kosten und mangelnde Fähigkeiten diese Woche Luft - ein sehr unangenehmer Termin für die Vertreter der Gegenseite.

Zu behaupten, John Garamendi sei ungehalten, wäre eine Untertreibung. Nein, John Garamendi ist stinksauer. Auf Lockheed Martin, auf Pratt & Whitney - und auf das Verteidigungsministerium auch. Der Demokrat aus Kalifornien steht im Streitkräfteausschuss des Repräsentantenhauses dem Unterausschuss für Bereitschaft vor.

Und in dieser Rolle ließ er bei einer Anhörung am 22. April kein gutes Haar an den Verantwortlichen des F-35-Programms. Er werde erst einmal "tief durchatmen und versuchen, meine Wut über das, was hier vor sich geht, im Zaum zu halten", läutete er seine Klagerede ein. Doch das gelang ihm nur bedingt.

Das Programm sei über dem Budget, wetterte er los. Mehr noch, mit kalkulierten Unterhaltskosten von rund 1,2 Billionen US-Dollar über die gesamte Laufzeit sei die F-35 das teuerste Programm in der Geschichte des Verteidigungsministeriums. Es halte jedoch versprochene Fähigkeiten nicht ein. Und überhaupt erfülle es nicht einmal ansatzweise die Missionsanforderungen.

"Es scheint, als ob die Lösung der Industrie für viele dieser Probleme darin besteht, den Steuerzahler zu bitten, das Problem mit Geld zu bewerfen", so Garamendi weiter. "Doch das wird nicht passieren. Die einfachen Tage der Vergangenheit sind vorbei. Erwarten Sie nicht mehr Geld!"

Sein Amtksollege Donald Norcross, Vorsitzender im Unterausschuss für Taktische Luft- und Landstreitkräfte, schlug in dieselbe Kerbe: "Wir verfügen nicht über unbegrenzte Ressourcen, während wir dieser schwer fassbaren Erschwinglichkeit des Programms nachjagen." Dem Vorhaben, im Geschäftsjahr 2022 weitere F-35 zu bestellen, erteilten beide Politiker deshalb eine klare Absage.

Zumindest für den Fall, dass die Mängelliste des Programms, die - Stand Januar - immer noch 871 Punkte ausweist, nicht schnell zusammenschmilzt. "Erwarten Sie nicht, dass mehr Flugzeuge gekauft werden, als im Budget des Präsidenten genehmigt wurden", machte Garamendi klar. "Das wird nicht passieren." In Zukunft gebe es "keinen Freifahrtschein mehr", so der einhellige Tenor.

Triebwerk macht Probleme

Besonders verärgert zeigten sich beide Abgeordnete über die Probleme mit den F135-Turbofans von Pratt & Whitney, die laut Berichten 43 Prozent der gesamten F-35-Flotte der USA bis 2030 außer Gefecht zu setzen drohen. Das wären rund 800 Flugzeuge. Die Triebwerke laufen im Einsatz offenbar schneller heiß als gedacht und entwickeln eine höhere Betriebstemperatur, wodurch sie öfter repariert und ausgetauscht werden müssen.

Lockheed Martin F-35
Lockheed Martin F-35, © Lockheed Martin

Bereits jetzt führe ein Reparatur-Rückstau zu verminderter Einsatzfähigkeit der Flotte, heißt es aus dem Ministerium. Auch Software- sowie Hardware-Upgrades seien Monate hinter dem Zeitplan – lägen aber weit über dem vereinbarten Kostenrahmen.

Nur die Hälfte der F-35A einsatzfähig


Die Betriebskosten des Stealth-Fighters, die bereits jetzt auf 36.000 Dollar pro Flugstunde geschätzt werden, dürften damit noch weiter ansteigen. Die beiden Unterausschuss-Vorsitzenden waren sich einig: Der Unterhalt der F-35 sei dauerhaft nicht tragbar, wenn er sich weiter auf einem solch hohen Niveau bewege.

"Wenn das Programm die tatsächlichen und prognostizierten Unterhaltskosten weiterhin nicht signifikant kontrolliert und senkt, müssen wir möglicherweise in andere, erschwinglichere Programme investieren und einen operativen Mangel von möglicherweise über 800 Kampfjets ausgleichen", drohte Nircross.

Im Geschäftsjahr 2020 habe die Rate der voll einsatzfähigen F-35A der US Air Force zudem bei nur 54 Prozent gelegen, heißt es in einem Bericht des US-Rechnungshofes (Government Accountability Office, GAO), der am 22. April veröffentlicht wurde. Als Ziel hatten die Programmverantwortlichen 72 Prozent ausgegeben.
© FLUG REVUE - Patrick Zwerger | Abb.: Lockheed Martin | 01.05.2021 07:09

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Beitrag vom 03.05.2021 - 10:15 Uhr
Ein "Funktionsnachweis durch Simulation" wäre oft durchaus sinnvoll falls es das ist was du forderst.

Nein, das steht in meinem Text nicht ...
Beitrag vom 02.05.2021 - 14:46 Uhr
Damit ist das Ding im Betrieb immer noch viel günstiger als der Eurofighter, der irgendwo zwischen 60-80k€/h liegt.

Hilft ja nichts, wenn das eine kleine Motörchen wegen Überforderung heißläuft ;-)
Beitrag vom 02.05.2021 - 11:09 Uhr
Keine Ahnung was du uns sagen willst.

Ein "Funktionsnachweis durch Simulation" wäre oft durchaus sinnvoll falls es das ist was du forderst.

Für die Serie (bzw. Realität) zu entwickeln war aber schon immer viel schwieriger als Prototypen, daran hat sich auch heute nichts geändert.


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