A320neo-Hochlauf
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Airbus-Chef ärgert sich über zaudernde Zulieferer

A321XLR in der Strukturmontage
Erste A321XLR in der Strukturmontage, © Airbus

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TOULOUSE - "Kein Kunde wartet 12 oder 15 Jahre auf seine Flugzeuge": Airbus-Chef Guillaume Faury sieht an deutlich höheren A320neo-Stückzahlen keinen Weg vorbei - und ärgert sich über zögerliche Programmpartner. Spätestens mit der A321XLR wird die A321neo für Airbus das wichtigste Pferd im Stall.

Airbus schraubt die Prognosen hoch. Statt 566 Auslieferungen gibt der Konzern seit dieser Woche 600 Auslieferungen aus Zielwert für 2021 aus. Im Brot-und-Butter-Programm A320neo will Airbus bereits Anfang 2023 mit 64 Flugzeuge pro Monat das Vorkrisennivau übertreffen.

"Unsere Kunden liegen mit ihren PDP (den gestaffelten Anzahlungen vor Auslieferung eines Flugzeugs, Red.) im Zeitplan", sagte Faury am Donnerstag nach Vorstellung der Airbus-Quartalsbilanz in Toulouse. "Das signalisiert uns, dass sie ihre Flugzeuge zum vereinbarten Termin ausgeliefert haben möchten."

Eine Krisenrate von 40 A320neo pro Monat hatte 2020 eine drohende Überproduktion vermieden. Seit Juli hebt Airbus den Takt aber wieder an - im vierten Quartal laufen die Linien bis auf 45 Flugzeuge pro Monat hoch. Einige Zulieferer, insbesondere aus der Triebwerksecke, wollen bei einem Monatslos von 60 Flugzeugen eine harte Haltelinie einziehen. Faury bringt das Zaudern auf die Palme.

"Ich bin wirklich enttäuscht darüber, dass die üblichen Partner die Raten immer noch hinterfragen", machte der Manager seinem Ärger Luft. "Es ist offensichtlich, dass wir deutlich über 60 Flugzeuge pro Monat hinausgehen müssen, um den Auftragsbestand zu bedienen. Ich gehe die Rechenaufgabe gerne mit den Zulieferern durch."

Airbus liegen knapp unter 6.000 Bestellungen für die A320neo vor. "Kein Kunde, der jetzt neu bestellt, wartet 12 oder 15 Jahre auf seine Flugzeuge", sagte der Manager. Airbus hält daher an der Absicht fest, 2024 auf 70 und im Folgejahr auf 75 A320neo pro Monat zu erhöhen.

A321neo treibt Hochlauf

Denn spätestens mit der A321XLR wird das Programm 2023 auch im Langstrecken-Segment Marktanteile räubern. Allein in den USA laufen in den nächsten Jahren Hunderte Boeing 757 und 767 an den Rand ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer, United und American Airlines haben die A321XLR bereits als Nachfolger auserkoren.

Überhaupt avanciert die A321neo für Airbus zum wichtigsten Flugzeug. Der Produktionsanteil des Topmodells im Programm werde "über 50 Prozent steigen", sagte Faury. Schätzungen, nach denen die A321neo-Quote in Zukunft sogar bei 60 Prozent liegen könnte, bezeichnete der Manager als "sicher nicht ganz falsch".
© aero.de | Abb.: Airbus | 30.07.2021 12:11

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Beitrag vom 02.08.2021 - 00:03 Uhr
Laut Leeham News haben die Triebwerkshersteller Sorge, das gebrauchte Flugzeuge früher als bisher üblich verschrottet werden, wenn Airbus das Angebot weiter hochgefährt. Die verdienen nämlich mit ihren Servicepaketen und Ersatzteilverkauf kräftig an Wartung und Sicherheitschecks. Mehr als am Triebwerksverkauf selbst. Klarer Interessenkonflikt.
Beitrag vom 31.07.2021 - 14:58 Uhr
Ich glaub nicht dass es den Triebwerksherstellern die hier anscheinend das Problem sind so schlecht geht, MTU hat immerhin gerade 10% ihres Umsatzes als Gewinn erwirtschaftet.

Vermutlich arbeiten die einfach stark am Limit ihrer Kapazitäten.

Zumindest bei MTU und dem PW1000G scheint das der Fall zu sein.
Beitrag vom 31.07.2021 - 14:24 Uhr
Da Airbus den Rachen nicht voll bekommen kann, gingen sie nun auch in den Aftermarket.

Gibt es dazu öffentliche Quellen?


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