Slotregeln
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EU-Airlines drohen Geisterflüge nach Fernost

Lufthansa Airbus A350-900
Lufthansa Airbus A350-900, © Lufthansa

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FRANKFURT - Die EU setzt Nutzungsvorgaben für Slots im Winter zum Teil wieder in Kraft. Der Schritt holt europäische Airlines auch im Ausland ein: Singapur verhängt Gegenmaßnahmen, andere Staaten könnten folgen. Lufthansa drohen teure Leerflüge auf Strecken in asiatische Wirtschaftszentren.

Die EU schaltet Slotregeln wieder scharf: 50 Prozent Nutzungsquote ist im Winter die Untergrenze - sonst droht ein Verlust der Start- und Landefenster im Sommer 2022.

Der Airlineverband IATA geißelte die Regelung bereits im Juli gerade in Hinblick auf Langstrecken als "realitätsfern" - und dürfte Recht behalten. Einreiserestriktionen ersticken weiterhin jede Erholung im Interkontverkehr im Keim.

Zwar sieht die EU-Regelung Ausnahmen für Langstreckenflüge vor, die von der 50-Prozent-Regel befreit werden können - sobald Einreisehindernisse fallen, bleiben Airlines aber nur sechs Wochen, um den Flugplan hochzufahren. Die EU-Kommission kann die Nutzungsregeln im Winter zudem in einem Korridor von 30 bis 70 Prozent nachträglich anpassen.

Das Brüsseler Vorpreschen in der Slot-Frage sorgt international dennoch für Irritationen. Als erster Staat fasst Singapur jetzt konkrete Gegenmaßnahmen.

Wie Du mir, so ich Dir

Singapur werde die EU-Regeln "reziprok" auf EU-Airlines anwenden, sagte der Direktor der Singapore Civil Aviation Authority, Daniel Ng, der Nachrichtenagentur "Reuters". Hongkong und Südkorea prüfen laut Insidern ebenfalls einen Konter gegen die EU. Die Retourekutschen könnten EU-Airlines im Winter zu Leerflügen auf der Langstrecke veranlassen.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr rechnet erst im zweiten Quartal 2022 mit einer weitgehenden Lockerung der Einreisbeschränkungen in Asien. Lufthansa schließt Leerflüge im Winter innerhalb Europas nicht aus. Auf der Langstrecke wären Geisterflüge zum reinen Sloterhalt ein teures Horrorszenario.

Die EU-Kommission hält an der Kurswende in der Slotpolitik hingegen fest. EU-Verkehrskommissarin Adina Valean bezeichnete die 50/50-Regel angesichts der einsetzenden Erholung des Airlineverkehrs als "angemessen". Für den Sommer 2022 will Brüssel eine Rückkehr zur vor der Krise gültigen 80/20-Regel prüfen.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 17.09.2021 10:40

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Beitrag vom 20.09.2021 - 18:02 Uhr
Ohnehin unwichtig, da LH keine so kleinen Flieger hat, man könnte höchstens etwas anmieten.
Beitrag vom 20.09.2021 - 12:18 Uhr
Nee, man kann auch mit einer kleinen Sportmaschine starten.

Sicher, dass das so ist? Zumindest eine Gewichtsklasse wegen Seperation ist da nach meinem gefährlichen Halbwissen schon drin. Und die muss dann für die 80% auch genutzt werden. Dachte ich jedenfalls
Beitrag vom 19.09.2021 - 14:01 Uhr
Ist das hier ein Luftfahrtforum oder die virtuelle Gesprächstherapie der anonymen Populisten?

Da gebe ich Ihnen recht, aber leider setzen Populisten gerade alles daran so ziemlich jede Industrie ausmerzen und Deutschland in vorindustrielles Zeitalter zurückführen zu wollen, mit Ausnahme der Fahrräder, dafür ohne Zugochsen, da diese nicht abgasfrei sind.

Dies lässt so manch mitdenkenden Foristen den mahnenden Finger zur Tastatur greifen.

Das kann man ja gerne machen, aber dann im Politik oder Wirtschafts-Forum. Da kann man auch die verteufeln, die Veränderungen planen.
Hier könnte man ggfs. diskutieren, wie sich die Luftfahrt im Besonderen den kommenden Veränderungen stellt. Obwohl, das wird wohl auch nix. Umgang mit Veränderungen war bisher noch keine Kernkompetenz dieses Forums.


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