Flug XR1050
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Passagiere kollabieren an Bord von Urlaubsflug

Corendon Boeing 737-800
Corendon Boeing 737-800, © Flughafen Nürnberg

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KÖLN - Die Boeing 737-800 hat knapp Reiseflughöhe erklommen als eine erste Passagerin kollabiert. Minuten später sacken weitere Insassen des Urlaubsflugs von Köln/Bonn nach Rhodos in ihren Sitzen zusammen. Crew und ein Arzt eilen zur Hilfe. Warum hat Corendon Airlines den Flug nicht abgebrochen?

Flughafen Köln/Bonn, 1. Oktober 2021: Corendon Airlines Flug 1050 startet nach Rhodos. Die in Malta registrierte Boeing 737-800 9H-TJE des türkischen Ferienfliegers ist mit 180 Passagieren nahezu vollbesetzt.

Noch in deutschem Luftraum spielen sich an Bord dramatische Szenen ab, wie Mitreisende dem Flugsicherheitsportal "Aviation Herald" später schildern werden.

Zunächst kippt eine junge Frau aus der Bordtoilette - Mitreisende eilen zur Hilfe. Minuten später erleiden weitere Passagiere Ohnmachts- und Krampfanfälle. Ein Arzt und eine Krankenschwester, die sich unter den Fluggästen befinden, leisten zusammen mit der Kabinencrew erste Hilfe.

Die Lage an Bord ist unübersichtlich - Corendon Airlines spricht später gegenüber dem "Aviation Herald" von "nur vier Passagieren", die sich "unwohl fühlten". Zeugen berichten hingegen von mindestens fünf Passagieren, die in der Luft von Flugbegleitern, Arzt, Krankenschwester und Mitreisenden versorgt werden mussten - und von "Panik" an Bord.

Die medizinische Situation in der Kabine ist zeitweise offenbar ernst - als der Arzt nach einem Defibrillator an Bord fragt, muss die Besatzung verneinen. Einzele Passagiere liegen inzwischen auf dem Kabinenboden. Die Kabinencrew dringt laut Zeugen, die sich beim "Aviation Herald" gemeldet haben, auf einen Flugabbruch. Doch der Flug wird fortgesetzt.

"Ein Arzt und eine Krankenschwester befanden sich an Bord und leisteten den Passagieren, denen es nicht gut ging, umgehend medizinische Hilfe, konnten aber keine ernsthaften Symptome feststellen", nahm Corendon Airlines gegenüber dem "Aviation Herald" zu dem Vorfall Stellung. "Der Arzt hat der Crew nicht empfohlen, das Flugzeug umzuleiten."

Untersuchung in Malta

30 Minuten später ist der Spuk vorbei - der Zustand aller betroffener Passagiere stabilisiert sich zusehens. Nach der Landung auf Rhodos begeben sich laut Zeugen dennoch mehrere Insassen in medzinische Betreung. Der Vorfall wird jetzt von der maltesischen Flugunfallbehörde untersucht.
© aero.de | 04.11.2021 09:09

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Beitrag vom 05.11.2021 - 10:54 Uhr
Es geht nicht um Defi an Bord, oder nicht.
Es geht nicht um ein Langstreckenflugzeug, welches zuerst einmal hätte Fuel dumpen müssen.
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit geht es auch nicht um "Packs wieder auf 100%" - das gibt es bei einer B737 nämlich garnicht... höchstens vielleicht, weil die Kiste bereits mit 1 ENG Bleed System oder 1 A/ Pack INOP dipatched wurde.

Wie @fliegerschmunz richtig sagte: mit einem Kurzstrecken-Flugzeug landet man einfach, auch overweight (was vielleicht nicht mal der Fall war), und übergibt die Passagiere geschultem medizinischem Personal. Das Equipment an Bord reicht nicht für 5 medizinische Notfälle gleichzeitig aus...

Airmanship: kurz über 0 (Null).
Beitrag vom 05.11.2021 - 10:40 Uhr
Das hatten wir am Anfang auf A340 auch.

Dass gleich mehrere Passagiere bewusstlos auf dem Kabinenboden lagen und der Flug trotzdem fortgesetzt wurde? Oder verstehe ich den Post falsch?
Im Prinzip ist es so gemeint.

Ok, danke für die Antwort. Das hätte ich jetzt so nicht erwartet.
Beitrag vom 05.11.2021 - 08:11 Uhr
Völlig egal was ich finde. Ich war nicht dabei, kenne die Situation vor Ort nicht, kenne die Entscheidungsgründe nicht und kann sie somit nicht bewerten.

Dieser Beitrag wurde am 05.11.2021 08:12 Uhr bearbeitet.


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