Ukraine-Krieg
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Wie Lufthansa mit den explodierenden Kerosinpreisen umgeht

Betankung
Betankung, © Lufthansa

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FRANKFURT - Der Ukraine-Krieg sorgt für einen Preisschock beim Treibstoff - Airlines sind mit steigenden Tankrechnungen konfrontiert. Umwege um den gesperrten russischen Luftraum erhöhen zeitgleich den Verbrauch. Lufthansa hat zwar vorgesorgt - rechnet im Jahresverlauf aber mit teureren Tickets.

Die Kerosinpreise schießen durch die Decke. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine ließ den Spotpreis innerhalb von zwei Wochen um mehr als ein Drittel auf über 1.200 US-Dollar pro Tonne hochschnellen. Nach Daten des Weltairlineverbands IATA ist Kerosin aktuell mehr als doppelt so teuer wie im März 2021.

Terminkontrakte können die unmittelbaren Auswirkungen dämpfen. Längst nicht jede Airline geht aber solche Preiswetten ein, Wizz Air verzichtet etwa konsequent auf das sogenannte Fuel Hedging. Lufthansa hat hingegen Vorsorge getroffen - generell sichert der Konzern Kerosinpreise für 24 Monate ganz oder teilweise ab.

"Unsere Kraftstoffpreissicherung schützt uns für 2022", sagte Lufthansa-Finanzvorstand Remco Steenbergen. "Für das aktuelle Quartal liegt unsere Hedging-Quote bei 74 Prozent, für das Gesamtjahr 2022 haben wir aktuell 63 Prozent unseres Bedarfs bei einem Break-Even-Preis von 74 US-Dollar pro Barrel gesichert, als deutlich unter dem aktuellen Preisniveau."

Auf Asienlinien wird der Effekt steigender Spritpreise gleichwohl durch Umwege verstärkt, die russische Luftraumsperren Lufthansa aufzwingen. Auf der Linie nach Tokio ist der Kranich derzeit rund 2,5 Stunden länger unterwegs als vor dem Ukraine-Krieg - und verbrennt entsprechend mehr Kerosin.

Mit Blick auf 2023 hat Lufthansa immerhin schon 20 Prozent des errechneten Kerosinbedarfs gesichert. Nicht beeinflussbare Kosten für Sprit, Flugsicherungen und Flughafengebühren bündelt der Konzern in einem "International Surcharge", über den Lufthansa einen Teil der Steigerungen auf den Ticketpreis umlegen kann.

"Preisanpassungen wahrscheinlich"

"Aufgrund insbesondere der derzeitigen Entwicklung des Rohölpreises sind weitere Preisanpassungen beim Flugpreis dieses Jahr wahrscheinlich", sagte ein Lufthansa-Sprecher aero.de am Freitag. Beliebig kann Lufthansa jedoch nicht an der Preisschraube drehen. "Für Fluggäste ist der Endpreis maßgebend. Die Preisgestaltung orientiert sich am Wettbewerb".

Auf den Strecken nach Fernost sind bei aktuellen Routings Golfairlines wie Emirates und Qatar Airways im Vorteil. Die Preispolitik dieser Konkurrenten dürfte Lufthansa in den kommenden Wochen und Monaten besonders interessieren. "Die Lufthansa Group Airlines werden das Markt- und Wettbewerbsverhalten weiterhin beobachten und bei Bedarf entsprechende Anpassungen vornehmen", sagte der Sprecher.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 11.03.2022 12:33


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