Kaum Geld für Personal
Älter als 7 Tage

Allianz sieht für Airlines und Passagiere schwarz

Streik
Abflugtafel, © Verdi

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HAMBURG - Passagiere müssen sich in Europa nach Analyse des Kreditversicherers Allianz Trade auf anhaltend harte Zeiten einstellen. Einer am Dienstag vorgestellten Studie zufolge steigen in diesem Jahr die Ticketpreise zwar kräftig. Die Fluggesellschaften hätten dennoch keinen finanziellen Spielraum, ihre Personalmisere zu beheben.

Die im Moment so häufigen Flugstreichungen könnten so zum Normalzustand werden. Mittelfristig rechnen die Finanzexperten im Europaverkehr zudem mit Vorteilen für die umweltfreundlichere Eisenbahn.

Die Fluggesellschaften haben in Folge der seit Jahresbeginn stark gestiegenen Kerosinpreise (plus 89 Prozent) die Ticketpreise bereits deutlich nach oben gesetzt, wie die Studie ergab. "Die Fluggesellschaften versuchen, die Verluste von zwei Jahren Corona-Pandemie wettzumachen", erklärte der Allianz-Trade-Chef für den deutschsprachigen Raum, Milo Bogaerts. Man rechne für das Gesamtjahr mit einem durchschnittlichen Preisanstieg von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Zusammen mit dem höheren Passagieraufkommen sollten sich die Umsätze der Gesellschaften im Vergleich zum coronageprägten Vorjahr so mehr als verdoppeln, aber bei weitem nicht ausreichen, um die Verluste seit 2020 auszugleichen. Die Rückkehr in die Gewinnzone sei bei den meisten Gesellschaften erst 2023 zu erwarten.

Im Gegensatz zu den verbrauchsabhängigen Kerosinkosten sind die Personalkosten bei den Unternehmen fix. Angesichts der Treibstoffpreise hätten die Fluggesellschaften derzeit wenig Anreize, ihr in der Krise kräftig abgebautes Personal wieder aufzustocken. Die Folgen liegen für Allianz Trade auf der Hand: "Flugstreichungen nehmen zu und trüben die Urlaubsfreude von Reisenden noch etwas länger."

Mittelfristig werde die Branche bei Europaverbindungen mehr Konkurrenz durch die umweltfreundlichere Bahn erhalten, erwarten die Autoren. Während die Entwicklung CO2-neutraler Flugantriebe noch lange dauern werde, fehle den hochverschuldeten Fluggesellschaften auch Geld, um in der Zwischenzeit neue, sparsamere Maschinen zu kaufen.

Die politische Vorgabe, zunehmend nachhaltige Kraftstoffe beizumischen, werde die Treibstoffkosten weiter in die Höhe treiben und die Gewinnmargen drücken.
© dpa-AFX | Abb.: Verdi | 12.07.2022 06:45

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Beitrag vom 15.07.2022 - 09:38 Uhr
Nein, völlig richtig, das passt so nicht zusammen.
Der Artikel ist in der Tat etwas bunt aus der Studie zusammengebastelt. Der Originaltext ist da konkreter. Das "versuchen" ist da ein "müssen". Durch den Preisanstieg kann man teilweise die höheren Treibstoffkosten ausgleichen. Aber es bleiben durch die hohe Verschuldung stetig steigende Kapitalkosten. Ohne die Verschuldung zu senken, wird man nicht aus dem OCF heraus neue Investitionen stemmen können und wieder neu extern finazieren müssen. Was die Kapitalkosten weiter ehöhen wird. Dazu die steigenden Personalkosten.
Vesuchen wird da nicht reichen, wovon auch.


Danke für den Hinweis. Ich habe mir jetzt auch nochmal die ganze Studie durchgelesen und da fehlt in dieser Kurznachricht wirklich so einiges, damit es ein schlüssiges Bild ergibt. Da sieht man mal wieder, was passiert wenn man selektiv einige Passagen aus einem ganzen Text rauskopiert um eine Nachricht draus zu machen...
Beitrag vom 15.07.2022 - 08:37 Uhr
Wie passen die Zahlen bzw. Aussagen eigentlich zusammen?

"gestiegene Kerosinpreise (plus 89 Prozent)"
"Ticketpreise bereits deutlich nach oben gesetzt"
"die Verluste von zwei Jahren Corona-Pandemie wettzumachen"
"durchschnittlichen Preisanstieg von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr"
"aber bei weitem nicht ausreichen, um die Verluste seit 2020 auszugleichen."

Wie passt das zusammen? Alleine wenn ich die Zahlen zur Kerosinpreissteigerung und dem Ticketpreisanstieg übereinander lege, passt das doch nicht zu der Aussage, dass man versucht die Verluste auszugleichen. Oder verstehe ich da irgendetwas falsch?
Nein, völlig richtig, das passt so nicht zusammen.
Der Artikel ist in der Tat etwas bunt aus der Studie zusammengebastelt. Der Originaltext ist da konkreter. Das "versuchen" ist da ein "müssen". Durch den Preisanstieg kann man teilweise die höheren Treibstoffkosten ausgleichen. Aber es bleiben durch die hohe Verschuldung stetig steigende Kapitalkosten. Ohne die Verschuldung zu senken, wird man nicht aus dem OCF heraus neue Investitionen stemmen können und wieder neu extern finazieren müssen. Was die Kapitalkosten weiter ehöhen wird. Dazu die steigenden Personalkosten.
Vesuchen wird da nicht reichen, wovon auch.


Dieser Beitrag wurde am 15.07.2022 08:43 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 14.07.2022 - 05:49 Uhr
Wie passen die Zahlen bzw. Aussagen eigentlich zusammen?

"gestiegene Kerosinpreise (plus 89 Prozent)"
"Ticketpreise bereits deutlich nach oben gesetzt"
"die Verluste von zwei Jahren Corona-Pandemie wettzumachen"
"durchschnittlichen Preisanstieg von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr"
"aber bei weitem nicht ausreichen, um die Verluste seit 2020 auszugleichen."

Wie passt das zusammen? Alleine wenn ich die Zahlen zur Kerosinpreissteigerung und dem Ticketpreisanstieg übereinander lege, passt das doch nicht zu der Aussage, dass man versucht die Verluste auszugleichen. Oder verstehe ich da irgendetwas falsch?

Ja, offensichtlich.

z.B. wo legen Sie "die Zahlen zur Kerosinpreissteigerung (plus 89 %) und dem Ticketpreisanstieg (plus ???) übereinander"?
Also konkret?


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